Doktorarbeit / Dissertation, 2002
165 Seiten, Note: 1
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. PROBLEMSTELLUNG
1.2. GLIEDERUNG DER ARBEIT
1.3. GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DES TERMINUS „Sport“.
2. INDIVIDUUM und andere soziale Phänomene
2.1. TYPOLOGIE SOZIALER GEBILDE
2.2 EXISTENZFORMEN von GRUPPEN
2.2.1 DIE SPORTGRUPPE
2.3. SYSTEME als soziale Gebilde
2.4. UMWELT VERSUS SYSTEM
2.4.1. STRUKTURELLE KOPPLUNG und das System SPORT
3. INDIVIDUEN im SPITZENSPORT
4. PSYCHODYNAMISCHE GRUNDPROBLEME im SPITZENSPORT
4.1. FUNKTIONSLUST und SPORT
4.2. ANGSTLUST, Philobatismus und SPORT
4.2.1. REGRESSION im Spitzensport
4.3. NARZISSMUS und LEISTUNGSSPORT
4.4. MOTIVATIONALE KONZEPTE: Das Anspruchsniveau im Spitzensport
4.5. AUSWIRKUNGEN des Leistungssports: UNGLEICHHEIT
4.5.1 STRATEGIEN der UNGLEICHEN
4.5.2 WAHRSCHEINLICHKEIT des SCHEITERNS
4.6. ANTIHELDEN: Ein Unfall?
5. DER MENSCH IN MASSEN
5.1. ENSTEHUNGSBEDINGUNGEN KOLLEKTIVEN VERHALTENS
5.2. KOLLEKTIVES VERHALTEN
5.2.1. NORMORIENTIERTE BEWEGUNGEN
5.2.2. MANIE
5.3. MASSE und ZEIT
6. SPORT und KOMMERZIALISIERUNG
6.1. BERICHTERSTATTUNG – BEKANNTHEITSGRAD - MASSENMEDIEN
6.1.2. REALITÄT und MASSENMEDIEN
6.1.2.1 NACHRICHTEN als Realitätskonstrukt
7. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht die komplexe psychologische und soziologische Dynamik zwischen Ausnahmeathleten im Spitzensport und der Gesellschaft. Ziel ist es, zu analysieren, welche Faktoren eine Sportkarriere beeinflussen, warum bestimmte Sportler zu Idolen werden und wie Medien sowie Massenpsychologie die Wahrnehmung von Leistung und Scheitern konstruieren.
4.1. FUNKTIONSLUST und SPORT
Die Empfindung von Lust an Bewegung hat die Entwicklung von der freudvollen, spielerischen Betätigung bis zum heutigen Stand der Entwicklung des professionellen Spitzensports stark mitbeeinflusst.
Viele von den einstigen Quellen, aus denen sich erst sportliche Betätigung entwickelte, stellen auch heute noch treibende Kräfte dar, wenn sie auch in Vergessenheit geraten sind. In dem Bereich der Lust und ihrer Befriedigung, der Freude an Aktivität als Ausdruck von Lebendigkeit und bei dem entstehenden Genuss finden sich auch die Wurzeln des Sports.
Der Wiener Psychologe Karl Bühler widmet sich in seinen Werken „Die geistige Entwicklung des Kindes“ sowie „Die Krise der Psychologie“ in mehreren Kapiteln verstärkt den Antrieben für menschliches Tun.
Als Grundlage für seine Erläuterungen geht er von der „hedonalgischen Reaktion“ aus, die eine Trennung von ungereizten Lebewesen (Insekten und wirbellosen Tieren) und empfindsamen Lebewesen ermöglicht.
Bühler wirft die Frage auf, welchen Einfluss der Mangel bzw. Reichtum an Komplexität der hedonalgischen Reaktion auf die Lebenswerte haben kann. Je nach Ausstattung gestaltet sich nach seiner Sicht ein Leben ärmer oder reicher und eröffnet den verschiedenen Lebewesen einen größeren oder kleineren Zugang zum Empfinden von Lust und Unlust. Die Frage der biologischen Leistung von Lust und Unlust rückt so in den Focus. (vgl. Bühler, 1930. S. 454)
Bühler räumt keiner der beiden Empfindungen Priorität ein, sondern affirmiert hier die Existenz eines neutralen Zustands, von dem sich Lust und Unlust in entgegengesetzter Richtung unterscheiden.
1. PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die persönliche Motivation und die Dynamik zwischen Ausnahmeathleten und der Gesellschaft.
2. INDIVIDUUM und andere soziale Phänomene: Abgrenzung des Individuums gegenüber sozialen Gebilden wie Mengen, Massen und Gruppen unter systemtheoretischen Gesichtspunkten.
3. INDIVIDUEN im SPITZENSPORT: Analyse des Athleten als singuläres Phänomen, der sich innerhalb des Systems Sport behaupten muss.
4. PSYCHODYNAMISCHE GRUNDPROBLEME im SPITZENSPORT: Untersuchung psychischer Antriebe und Risiken wie Funktionslust, Narzissmus und dem Umgang mit Misserfolg.
5. DER MENSCH IN MASSEN: Erläuterung kollektiven Verhaltens und der Mechanismen, die Menschen in Massen formen.
6. SPORT und KOMMERZIALISIERUNG: Untersuchung der ökonomischen Einflüsse und der Rolle der Massenmedien bei der Realitätskonstruktion im Sport.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Erkenntnisse über die Verflechtungen von Sport, Psychologie, Soziologie und ökonomischen Faktoren.
Spitzensport, Soziodynamik, Gruppendynamik, Funktionslust, Narzissmus, Massenpsychologie, Leistungssport, Kommerzialisierung, Medienrealität, Identität, Philobatismus, Angstlust, Anspruchsniveau, Sportlerkarriere, Kollektives Verhalten.
Die Arbeit untersucht die psychologischen und soziologischen Faktoren, die hinter einer erfolgreichen Spitzensportkarriere stehen, und wie diese Individuen in Wechselwirkung mit der Gesellschaft und den Medien stehen.
Die zentralen Felder sind die Gruppendynamik, die Psychodynamik (wie Narzissmus oder Antriebslust), die Massenpsychologie sowie die zunehmende Kommerzialisierung und Medialisierung des Sports.
Das Ziel ist es, die Dynamik zwischen dem Einzelsportler und seiner Umwelt zu beleuchten und zu verstehen, warum Sportler als Idole oder Antihelden wahrgenommen werden.
Der Autor verknüpft systemtheoretische und psychoanalytische Theorien mit einer Auswertung exklusiv für diese Arbeit geführter Experteninterviews mit ehemaligen Aktiven, Trainern und Managern.
Der Hauptteil analysiert psychodynamische Probleme, das Anspruchsniveau im Sport, die Mechanismen von Massenverhalten sowie die Rolle der Massenmedien bei der Konstruktion medialer Realitäten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Spitzensport, Narzissmus, Medienwirklichkeit, Gruppensoziologie und psychische Antriebe wie Funktionslust definieren.
Hermann Maier dient als zentrales Fallbeispiel, an dem Konzepte wie der "philobatische Sportler", der narzisstische Erfolg und der Umgang mit Medien und Ruhm illustriert werden.
Die Medien werden als "hungriges Raubtier" beschrieben, das Karrieren fördern oder vernichten kann und das sportliche Ereignisse nach spezifischen Selektoren in eine mediale Realität transformiert.
In Anlehnung an Lloyd deMause wird aufgezeigt, wie Sportfans in Zyklen nach starken oder schwachen Anführern suchen und wie dies die Popularität von Sportlern wie Goldberger oder Maier beeinflusst.
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