Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Heinrich von Kleists Penthesilea
2.1 Aufbau und Inhalt
2.2 Kontexte und Motive
2.3 Kultur, Identität, Staat
3. Penthesilea unter dem Aspekt der Gender-Forschung
3.1 Geschlechterdiskurs um 1800
3.2 Gender Trouble und Kleist
4. Analyse des Dramas
4.1 Darstellung Penthesilea
4.2 Darstellung Achill
4.3 Geschlechterverhältnis bei Kleist
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Heinrich von Kleists Drama "Penthesilea" unter Anwendung der Gender-Theorie, insbesondere basierend auf Judith Butlers Konzept der Gender-Performanz, um Konstruktionen von Geschlecht und Identität sowie deren Abhängigkeit von Machtverhältnissen zu dekonstruieren.
Penthesilea unter dem Aspekt der Gender-Forschung
Die Gender-Forschung hat sich im Hinblick auf Kleist als ein Ansatz der Analyse erwiesen, welcher äußert fruchtbare Ergebnisse und neue Perspektiven auf das Werk von Heinrich von Kleist liefert. Das vorliegende Kapitel erläutert, warum es sinnvoll erscheint, Kleists Penthesilea unter dem Aspekt der Gender-Forschung zu untersuchen und einen Bezug zwischen dem Drama und der Gender-Theorie herzustellen. Um die Penthesilea unter Berücksichtigung der Gender-Theorie untersuchen zu können, soll eine Verbindung geschaffen werden, zwischen dem zeitgenössischen Geschlechterdiskurs, welcher die Gesellschaftsordnung geprägt hat, als Kleists die Penthesilea geschrieben hat und den Übergängen von der feministischen Wissenschaft zur Gender-Forschung, welche es sich zum Ziel gemacht hat, diese Opposition und Vorstellung einer unumstößlichen, „natürlichen“ Zweigeschlechtlichkeit zu unterminieren und zu dekonstruieren. Um den Gender-Begriff auf das Drama anwenden zu können, ist es wichtig, sich mit der sozio-kulturellen und historischen Entwicklung des Geschlechterterms und dem Verhältnis der Geschlechter auseinanderzusetzen. Kulturelle Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit müssen in Verbindung gebracht werden mit größtenteils gesellschaftlichen, sozio-politischen Faktoren, damit die Mechanismen von Herrschaft und Unterdrückung, welche mit den jeweiligen Geschlechtszuschreibungen verbunden sind, erfasst werden können.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von Kleists "Penthesilea" ein und formuliert die Forschungsfrage, inwiefern Gender-Theorie zur Analyse der Machtverhältnisse und Geschlechterkonstruktionen im Drama beitragen kann.
2. Heinrich von Kleists Penthesilea: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Struktur, Entstehungskontext und antike Vorlagen des Dramas, sowie über die zentralen Motive von Kultur, Identität und Staat.
3. Penthesilea unter dem Aspekt der Gender-Forschung: Der theoretische Rahmen wird hier abgesteckt, indem der Geschlechterdiskurs um 1800 und die Relevanz der Gender-Theorie, insbesondere Butlers, für die Interpretation des Kleist’schen Werks erläutert werden.
4. Analyse des Dramas: Dieser Hauptteil analysiert die Figuren Penthesilea und Achill sowie das Geschlechterverhältnis im Drama, um aufzuzeigen, wie Kleist starrer Geschlechteridentität durch "gender-crossing" entgegenwirkt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kleist durch die Instabilisierung von Geschlechteridentitäten eine wirkungsvolle Kritik an den patriarchalischen Strukturen seiner Zeit formuliert, auch wenn das Drama kein fertiges Gegenmodell bietet.
Heinrich von Kleist, Penthesilea, Gender-Forschung, Judith Butler, Gender-Performanz, Geschlechterdiskurs, Dekonstruktion, Identität, Machtverhältnisse, Amazonen, Achill, Zweigeschlechtlichkeit, gender-crossing, Patriarchat, Literaturwissenschaft
Die Arbeit analysiert Heinrich von Kleists Drama "Penthesilea" unter dem Aspekt der Gender-Forschung und der Dekonstruktion von Geschlechterrollen.
Zentrale Themen sind die Verhandlung von Geschlecht, Identität und Macht, die Differenz zwischen dem zeitgenössischen Diskurs um 1800 und Kleists Darstellung sowie das Konzept der Gender-Performanz.
Das Ziel ist es, mithilfe der Gender-Theorie nach Judith Butler herauszuarbeiten, inwieweit das Drama bestehende Machtverhältnisse dekonstruiert und starre Geschlechterkonzepte unterminiert.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und wendet die Konzepte der Gender-Theorie und Gender-Performanz auf das dramatische Textmaterial an.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Darstellung von Penthesilea und Achill sowie deren gegenseitiges Geschlechterverhältnis im Kontext von Krieg und Liebe.
Wichtige Begriffe sind Gender-Performanz, gender-crossing, Dekonstruktion, Amazonen, Geschlechterdiskurs und patriarchalische Machtstrukturen.
Penthesilea scheitert an den ihr von der Gesellschaft zugeschriebenen Normen, wodurch sie die Kohärenz von Geschlecht destabilisiert und als instabiles Konstrukt erkennbar macht.
Kleist wird nicht als Vordenker einer neuen Ordnung gesehen, sondern als Autor, dem es gelang, das binäre Verständnis seiner Zeit durch seine Dramen dekonstruktiv zu unterlaufen.
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