Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,6
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Konzepte von Geschlecht und Identität in Heinrich von Kleists Tragödie "Penthesilea" zu erarbeiten. Dabei soll analysiert werden, inwieweit bestehende Machtverhältnisse bei der Reproduktion dieser gesellschaftlich konstruierten Kategorien mitwirken. Das Drama wird exemplarisch für die Dekonstruktivität herangezogen, die solche gesellschaftlichen Institutionen und Wertnormen ausüben können.
Das erste Kapitel führt in das Thema "gender crossing" in "Penthesilea" ein und gibt einen Überblick über Inhalt und Kontexte des Dramas.
Das zweite Kapitel befasst sich mit Kleists "Penthesilea", analysiert Aufbau und Inhalt des Dramas sowie Kontexte und Motive, die darin zum Tragen kommen.
Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Geschlechterdiskurs um 1800 und beleuchtet den Widerspruch zwischen diesem Diskurs und Kleists Verständnis von Geschlecht, Identität und Macht.
Das vierte Kapitel analysiert das Drama im Hinblick auf Gender-Theorie und beleuchtet die Konstruktion von Geschlecht und Identität in "Penthesilea".
Die wichtigsten Schlüsselwörter in dieser Arbeit sind "gender crossing", "Geschlecht", "Identität", "Machtverhältnisse", "Gender-Performanz", "Penthesilea", "Heinrich von Kleist", "Dekonstruktion" und "Geschlechterdiskurs".
Es beschreibt das Überschreiten und Auflösen klassischer Geschlechterrollen. Die Amazonenkönigin Penthesilea übernimmt "männliche" Kriegerattribute, während der Held Achill Momente der "weiblich" konnotierten Passivität zeigt.
Es verstieß gegen klassizistische Ideale der Beherrschtheit und Vernunft. Die extreme Gewalt und die leidenschaftliche, fast rauschhafte Darstellung der Protagonisten schockierten das zeitgenössische Publikum.
Die Amazonen bilden einen Staat, der sich durch die Abkehr von männlicher Herrschaft definiert, dabei aber selbst starre Gesetze und Gewaltstrukturen zur Identitätsbildung nutzt.
Die Arbeit nutzt dieses Konzept, um zu zeigen, dass Geschlecht bei Kleist nicht biologisch fixiert ist, sondern durch Handlungen und gesellschaftliche Erwartungen immer wieder neu "aufgeführt" wird.
Die Beziehung endet tragisch: In einem Zustand des Wahnsinns tötet Penthesilea Achill auf dem Schlachtfeld und zerfleischt ihn gemeinsam mit ihren Hunden, bevor sie selbst stirbt.
Er dekonstruiert die Vorstellung, dass Männer und Frauen naturgegebene, unveränderliche Charaktereigenschaften besitzen, und zeigt die zerstörerische Kraft starrer gesellschaftlicher Normen.
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