Bachelorarbeit, 2019
81 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
I THEORETISCHER TEIL
2 BEGRIFFLICHE DEFINITION
2.1 DER BEGRIFF PEOPLE OF COLOR
2.2 DER RASSENBEGRIFF
2.3 RASSISMUS
2.3.1 Die Facetten von Rassismus
2.3.2 Der strukturelle Rassismus
2.3.3 Der institutionelle Rassismus
2.3.4 Der Alltagsrassismus
2.3.5 Der bittersüße Rassismus
2.4 DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN RASSISMUS UND SPRACHE
2.4.1 Die Auswirkungen von rassistischer Sprache auf People of Color
2.4.2 Der erstrebenswerte Umgang mit rassistischer Sprache
3. DIE GESELLSCHAFT (IN DEUTSCHLAND)
3.1. MEHRHEITSGESELLSCHAFT GLEICH DOMINANZGESELLSCHAFT
3.2 DEUTSCHLAND UND RASSISMUS
3.3 HAPPYLAND – EINE WELT OHNE RASSISMUS
3.4 DIE WEIßE NORM ALS MEHRHEITSGESELLSCHAFT
3.5 DIE KRITISCHE BETRACHTUNGSWEISE DER WEIßEN NORM – CRITICAL WHITENESS
3.6 DIE LEBENSREALITÄTEN VON PEOPLE OF COLOR IN DEUTSCHLAND
II METHODISCHER TEIL
4 FRAGESTELLUNG UND FORSCHUNGSINTERESSE
4.1 FORSCHUNGSSTAND
4.1.1 Studie zu Rassismus und Schwarze Menschen/People of Color in Deutschland
4.1.2 Auszüge aus einer Fachtagung
4.2 KOMMENTAR ZUM FORSCHUNGSSTAND
4.3 REFLEXION UNTER (FORSCHUNGS‐) ETHISCHEN GRUNDSÄTZEN
5 METHODOLOGISCHE POSITIONIERUNG
5.1 FORSCHUNGSFELD
5.2 DIE ERHEBUNGSMETHODE
5.2.1 Das Leitfadeninterview
5.2.2 Begründung für den Leitfaden
5.2.3 Der Leitfragebogen
6 DIE UNTERSUCHUNG, AUFBEREITUNG UND AUSWERTUNG
6.1 DIE STICHPROBE
6.2 DIE VORBEREITUNG DER UNTERSUCHUNG
6.3 DIE DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNGSSITUATION
6.4 DIE AUFBEREITUNGSMETHODE
6.5 DIE AUSWERTUNGSMETHODE
7 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG UND RESÜMEE
Die Arbeit untersucht, wie sich bittersüßer Rassismus durch Angehörige der weißen Mehrheitsgesellschaft auf People of Color auswirkt und welche emotionalen sowie lebensweltlichen Konsequenzen daraus resultieren. Ziel ist es, ein Bewusstsein für diese subtilen, vermeintlich positiven Rassismusformen zu schaffen und die Perspektiven betroffener Personen sichtbar zu machen.
2.3.5 Der bittersüße Rassismus
Hingegen der bereits beschriebenen Dimensionen von Rassismus, welche eindeutig die Markierung und die Unterscheidungen fokussieren, beschreibt folgende Form eine skurrile Kontroverse im Rassismus. Zunächst verwende ich in Anlehnung an Noah Sow, eine deutsche Theoretikerin und Autorin, beabsichtigt die Begrifflichkeit Positivrassismus. Dies begründe ich mit der in Deutschland unzureichend ausgereiften Etablierung des Begriffs bittersüßer Rassismus. Jedoch ist festzuhalten, dass diese Begrifflichkeit gleichzusetzen mit Positivrassismus ist. Im Folgenden nehme ich Bezug auf die Erklärung der Begrifflichkeit bittersüßer Rassismus, welche ich selbst in meiner Bachelorarbeit verwende, da ich der Meinung bin, dass bittersüßer Rassismus den vorliegenden Zustand adäquater beschreibt.
Noah Sow verweist in ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ darauf, dass positiver Rassismus so gesehen nicht existiert. Sie begründet ihre Aussage damit, dass Menschen, welche Rassismus erfahren, eine rassistische Handlung nie mit einer positiven Konnotierung bewerten würden. Rassismus nimmt eine dominierende Einteilung vor, indem Menschen Eigenschaften zugeordnet werden, die nichts mit der Persönlichkeit gemein haben, sondern auf die vermeintliche Abstammung hinweisen (vgl. Sow 2018, S. 90). Diese Zuschreibungen von Eigenschaften, sollten unterbunden werden, gleichwohl welche Motivation sich dahinter verbirgt.
Der Begriff Positivrassismus wird beispielsweise dann verwendet, wenn man pauschal davon ausgeht, dass alle Schwarze Menschen und People of Color hervorragende Tänzer*innen und Sänger*innen seien, da ihnen das musikalische Talent im „Blut“ liegt und ihnen das in die „Wiege“ gelegt wurde (vgl. ebd., S. 91). Wenn dann zusätzlich noch die Aufforderung folgt, etwas vor einem Publikum vorzutragen, stellt das für viele betroffene Personen eine prekäre Situation dar. So wird fälschlicher Weise Positivrassismus aus Sicht der weißen Bevölkerung als vermeintlich „nett“ und als Kompliment verstanden (vgl. Sow 2018, S. 91). Die Annahme, dass diese Assoziation nichts mit den anderen Formen von Rassismus gemein hat ist schlichtweg falsch, denn eine Form von Rassismus kann nicht separiert von anderen Formen von Rassismus betrachtet werden.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz von Rassismus im 21. Jahrhundert ein, definiert bittersüßen Rassismus als unterschwellige Form der Diskriminierung und erläutert die Motivation der Arbeit.
2 BEGRIFFLICHE DEFINITION: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie People of Color, Rassismus, strukturellen, institutionellen und Alltagsrassismus, um ein fundiertes Verständnis der Rassismusthematik zu schaffen.
3. DIE GESELLSCHAFT (IN DEUTSCHLAND): Hier werden die gesellschaftlichen Normen, die Rolle der weißen Dominanzgesellschaft und das Konzept des "Happyland" sowie Critical Whiteness diskutiert.
4 FRAGESTELLUNG UND FORSCHUNGSINTERESSE: Das Kapitel erläutert das Ziel der Arbeit, die Forschungsfrage sowie den aktuellen Forschungsstand und ethische Grundlagen für die qualitative Untersuchung.
5 METHODOLOGISCHE POSITIONIERUNG: Es wird die Entscheidung für qualitative Leitfadeninterviews begründet, um die subjektiven Lebensrealitäten und Erfahrungen der Zielgruppe präzise zu erfassen.
6 DIE UNTERSUCHUNG, AUFBEREITUNG UND AUSWERTUNG: Die methodische Durchführung, Auswahl der Stichprobe, Transkription und die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring werden beschrieben.
7 ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG UND RESÜMEE: Die Ergebnisse aus den geführten Interviews werden zusammengetragen, kritisch reflektiert und in einem Resümee bewertet.
Bittersüßer Rassismus, People of Color, Positivrassismus, Alltagsrassismus, Weiße Norm, Critical Whiteness, Empowerment, Diskriminierung, Qualitative Sozialforschung, Leitfadeninterview, Rassismusforschung, Rassismuskritik, Sozialisation, Identität, Machtverhältnisse.
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit bittersüßem Rassismus auseinander, einer Form von Rassismus, die durch vermeintlich positive Zuschreibungen gegenüber People of Color durch die weiße Mehrheitsgesellschaft in Deutschland ausgeübt wird.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Fundamente von Rassismus, die Rolle der weißen Norm, die Auswirkungen rassistischer Sprache sowie die Analyse von persönlichen Rassismuserfahrungen in qualitativen Interviews.
Die Forschungsfrage lautet: "Welche Auswirkungen hat der bittersüße Rassismus auf People of Color in Deutschland?" Ziel ist es, die emotionalen und lebensweltlichen Konsequenzen dieser Form der Diskriminierung aufzuzeigen.
Es wird eine qualitative Forschungsstrategie gewählt. Die Datenerhebung erfolgt über Leitfadeninterviews, die Auswertung wird mittels qualitativer Inhaltsanalyse vorgenommen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der Definitionen und gesellschaftliche Konzepte wie Critical Whiteness behandelt, sowie einen empirischen Teil, der die Durchführung, Aufbereitung und Auswertung der Interviews umfasst.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bittersüßer Rassismus, People of Color, Alltagsrassismus, Critical Whiteness und qualitative Inhaltsanalyse charakterisieren.
Im Gegensatz zum offen diskriminierenden "Negativrassismus" tarnt sich der bittersüße Rassismus als Kompliment oder vermeintlich positive Eigenschaft. Er reduziert Menschen auf körperliche Merkmale oder Stereotype und ist daher für Außenstehende oft schwieriger als rassistisch zu entlarven.
Der Begriff "Happyland" nach Tupoka Ogette beschreibt einen Zustand der weißen Mehrheitsgesellschaft, in dem Rassismus negiert oder als unbewusste Verfehlung abgetan wird, um sich der reflexiven Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien zu entziehen.
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