Diplomarbeit, 2006
186 Seiten, Note: Sehr Gut
VORWORT
KAPITEL I - FAMILIE IM WANDEL DER ZEIT
1 Einleitung
1.1 Die Norm der Kernfamilie als gesellschaftliches Leitbild?
1.2 Familienbeziehung und Familienformen
1.3 Das Geschlechterverhältnis im Wandel
2 Familie Heute
2.1 Die Definition von Familie
2.2 Pluralisierung familialer Lebensformen
2.3 Kinderhaben
2.3.1 Der Kinderwunsch
2.3.2 Veränderungen in den familialen Interaktionsbeziehungen bei Geburt des Kindes
2.3.3 Kinderhaben - ein Existenzrisiko?
2.3.4 Erwerbstrategien, Beschäftigungspolitik und Auswirkungen auf die Fertilität
2.4 Kinderbetreuung
2.4.1 Zur Diskussion der Kinderbetreuung im Vorschulalter
2.4.2 Kinderbetreuung und geschlechtsspezifische Maßnahmen: Frauen zwischen Beruf und Familie
2.4.3 Kinderbetreuung und der Generationsvertrag
2.4.4 Beziehungen zwischen den Generationen
KAPITEL II - FAMILIE IN AUSGEWÄHLTEN STAATEN- DIE ZAHLEN
1 Fertilität
1.1 Fertilitätsraten in Österreich, Frankreich und Ungarn
1.1.1 Warum verfügt Frankreich über eine höhere Geburtenrate als die anderen beiden Vergleichsstaaten bzw. die EU-25?
1.1.2 Wodurch wird die künftige Fertilität beeinflusst werden?
1.2 Fertilität nach Stand der Mütter
2 Scheidungsraten im Vergleich
3 Erwerbstätigkeit von Müttern im Vergleich
4 Kinderbetreuungseinrichtungen- Betreuungsformen und Betreuungsquoten
4.1 Österreich
4.2 Frankreich
4.3 Ungarn
4.4 Zusammenfassung
KAPITEL III - NATIONALE FAMILIENPOLITIKEN IM EUROPÄISCHEN VERGLEICH- ÖSTERREICH, FRANKREICH, UNGARN
1 Einleitung
2 Familienpolitische Traditionen in Europa und den Vergleichsstaaten
2.1 Familienpolitische Tradition in Österreich
2.2 Familienpoltische Tradition in Frankreich
2.3 Familienpolitische Tradition in Ungarn
3 Komparative Ansätze in der Wohlfahrsstaatsforschung
3.1 Die Wohlfahrtsstaatskonzeption nach Esping-Andersen
3.2 Weitere Typologien der Wohlfahrtsstaatenforschung
4 Die Hauptentwicklungen der Familienpolitik in Österreich, Frankreich und Ungarn seit den 90er Jahren
4.1 Allgemeine Familientypen
4.1.1 Österreich
4.1.2 Frankreich
4.1.3 Ungarn
4.2 Familien und Politik : die Politischen Akteure der Familienpolitik in den Vergleichsstaaten
4.2.1 Österreich
4.2.2 Frankreich
4.2.3 Ungarn
KAPITEL IV - FAMILIENPOLITISCHE LEISTUNGEN IN ÖSTERREICH, FRANKREICH UND UNGARN
1 Der Fall Österreich
1.1 Träger der Familienpolitik in Österreich
1.2 Die direkten und indirekten monetären Familienleistungen
2 Der Fall Frankreich
2.1 Träger der Familienpolitik in Frankreich
2.2 Die direkten und indirekten monetären Leistungen
3 Der Fall Ungarn
3.1 Träger der Familienpolitik in Ungarn
3.2 Die direkten und indirekten monetären Leistungen
4 Monetäre Leistungen der Staaten im Vergleich
5 Familienpolitik und Vereinbarkeit von Familie und Beruf
5.1 Politische Initiativen in Österreich
5.2 Politische Initiativen in Frankreich
5.3 Politische Initiativen in Ungarn
5.4 Analyse der familienpolitischen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Staaten im Vergleich
KAPITEL V - VERGLEICH UND WERTUNG DER FAMILIENPOLITISCHEN MAßNAHMEN IN DEN STAATEN
KAPITEL VI - ANNEX DIE FAMILIENPOLITIK DER EUROPÄISCHEN UNION
SCHLUSSWORT
Ziel der Arbeit ist es, die Kinderbetreuung im Vorschulalter in den drei EU-Mitgliedstaaten Österreich, Frankreich und Ungarn unter dem Aspekt der Sozialpolitik gegenüberzustellen und zu analysieren. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesen Ländern besser gestaltet werden kann und welche Faktoren die Fertilitätsraten in diesen Staaten beeinflussen.
1.1 Die Norm der Kernfamilie als gesellschaftliches Leitbild?
Als Kennzeichen des Modernisierungsprozesses, der sich auf der strukturellen Ebene als Pluralisierung von Lebensformen ausdrückt, wird auf der kulturellen Ebene vielfach ein weltanschaulicher Pluralismus geortet, der sich in einer Vielfalt von Werten und Zielen zeigt. Auf den ersten Blick scheinen diese kulturellen Entwicklungen dazu zu führen, dass die Kernfamilie als Leitbild und Ideal ihre Bedeutung eingebüßt hat. Die Orientierung der Norm der Kernfamilie mit zwei Kindern wird von einem Großteil der Bevölkerung als ideal gesehen. Dieses Leitbild der monogamen Dauerbeziehung mit eigenen Kindern, das den Kern der europäischen Familienvorstellung definiert, wird selten in Frage gestellt. So orientierten sich an diesem Leitbild letztendlich alle Lebensformen mit Kindern, seien es Stieffamilien, Pflegefamilien oder Kinderheime. Selbst die meisten der allein erziehenden Elternteile haben dieses Ideal verinnerlicht und sind oft der Meinung, dass es für einen Elternteil allein kaum möglich ist, allen Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden. Geht man nun davon aus, dass solch ein Idealbild von Familie beim Großteil der Bevölkerung vorhanden ist, so drückt die Pluralisierung von Familienformen in der alltäglichen Realität nicht eine neue Auffassung von Familie aus, sondern ist Ausdruck der zunehmenden Schwierigkeiten, den Kompromiss zwischen Wunsch und Lebbarkeit zu finden.
Für manche scheinen die Zeichen der Zeit gegen die Familie zu sprechen. „Familie“ wird immer noch mit der Zweigenerationen-Kernfamilie assoziiert. Dieses Modell der Kernfamilie hat in den 60er Jahren seine Blütezeit erlebt und wurde von den meisten der heutigen Erwachsenen unmittelbar erlebt. Für viele sind damit positive Konnotationen verbunden (z.B. persönlicher und allgemeiner Aufschwung, soziale Sicherheit, Geborgenheit. Wohlbefinden etc.). Diese Vorstellungen steuern unsere Erwartungen an die Familie von heute. Die typische Kernfamilie macht heute etwa 2/3 aller Familien aus, wenngleich sie sich einer großen Wertschätzung bei alten, jungen und jüngeren Menschen erfreut.
Kapitel I - FAMILIE IM WANDEL DER ZEIT: Dieses Kapitel liefert eine historische und soziologische Darstellung über den Wandel der Familie, beleuchtet moderne Familienformen, den Kinderwunsch sowie die Bedeutung der Kinderbetreuung im Kontext von gesellschaftlichen Veränderungen.
KAPITEL II - FAMILIE IN AUSGEWÄHLTEN STAATEN- DIE ZAHLEN: Das Kapitel bietet eine demografische Darstellung der drei Länder mit Fokus auf Fertilitätsraten, Scheidungsraten, Erwerbstätigkeit von Müttern und verschiedenen Betreuungsformen.
KAPITEL III - NATIONALE FAMILIENPOLITIKEN IM EUROPÄISCHEN VERGLEICH- ÖSTERREICH, FRANKREICH, UNGARN: Hier werden die Familienpolitiken aufgrund ihrer Traditionen und Wohlfahrtsstaatskonzeptionen verglichen, wobei auch die politischen Akteure und Hauptentwicklungen seit den 90er Jahren betrachtet werden.
KAPITEL IV - FAMILIENPOLITISCHE LEISTUNGEN IN ÖSTERREICH, FRANKREICH UND UNGARN: Dieses Kapitel detailliert die konkreten Maßnahmen der Familienpolitik, unterscheidet zwischen monetären Leistungen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den drei Vergleichsländern.
KAPITEL V - VERGLEICH UND WERTUNG DER FAMILIENPOLITISCHEN MAßNAHMEN IN DEN STAATEN: Hier findet eine abschließende Zusammenfassung und kritische Beurteilung der familienpolitischen Maßnahmen der drei Länder statt.
KAPITEL VI - ANNEX DIE FAMILIENPOLITIK DER EUROPÄISCHEN UNION: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Rolle und die familienpolitischen Ansätze der Europäischen Union.
Familienpolitik, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit, Österreich, Frankreich, Ungarn, Sozialpolitik, Fertilität, Erwerbstätigkeit, Wohlfahrtsstaat, Generationenvertrag, Kernfamilie, Familienleistungen, Geschlechterverhältnis, Kinderwunsch
Die Diplomarbeit analysiert die Kinderbetreuung im Vorschulalter im Kontext der Sozialpolitik in Österreich, Frankreich und Ungarn.
Zentrale Themen sind die familienpolitischen Leistungen, die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie die gesellschaftlichen und politischen Einstellungen zur Kinderbetreuung in den drei Vergleichsstaaten.
Das Ziel ist die Gegenüberstellung und Analyse der drei Länder in ihren unterschiedlichen Ausprägungen der Familienpolitik, um zu verstehen, wie Familie und Beruf besser vereinbar gemacht werden können.
Es handelt sich um eine komparative Analyse, die historische, soziologische und statistische Daten verwendet, um Familienpolitiken anhand von Wohlfahrtsstaatskonzeptionen (z.B. Esping-Andersen) zu vergleichen.
Der Hauptteil behandelt die demografischen Entwicklungen (Kapitel II), die nationalen familienpolitischen Traditionen (Kapitel III), die konkreten monetären und infrastrukturellen Maßnahmen (Kapitel IV) sowie eine vergleichende Wertung der Maßnahmen (Kapitel V).
Die Arbeit befasst sich intensiv mit Begriffen wie Familienpolitik, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit, Fertilität und Sozialstaat im internationalen Vergleich.
Ungarn wurde gewählt, da es eine historische Verbindung zu Österreich hat und als neues EU-Mitglied einen aktuellen Forschungsbereich sowie Einblicke in die Umbrüche nach der Wende bietet.
Frankreich verfolgt eine eher explizite Familienpolitik mit einem ausgebauten Betreuungsnetz, während Österreich und Ungarn traditionellere Ansätze verfolgen, die das Ernährer-Modell stärker stützen, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Laut den Untersuchungen erfolgt die Kinderbetreuung in vielen EU-Ländern, insbesondere bei Versorgungslücken, häufig in einer Solidaritätsverknüpfung von drei Generationen, wobei die Großmütter eine Schlüsselrolle einnehmen.
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