Masterarbeit, 2021
96 Seiten, Note: 1,3
Führung und Personal - Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterzufriedenheit
1 Einleitung
1.1 Modus Operandi
1.2 Annäherung an den Arbeitsbegriff
1.3 Historische Entwicklung
2 Das Transformationsproblem
2.1 Taylorismus und Fordismus
2.2 Postfordismus
2.2.1 Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft
2.2.2 Prozess der Vermarktlichung
2.2.3 Subjektivierung von Arbeit
2.2.4 Entgrenzung und Flexibilisierung
3 Theoretische Rahmung
3.1 Die Entwicklung zum Arbeitskraftunternehmer
3.1.1 Der proletarisierte Lohnarbeiter der Frühindustrialisierung
3.1.2 Der verberuflichte Arbeitnehmer im Fordismus
3.1.3 Der verbetrieblichte Arbeitskraftunternehmer im Postfordismus
3.2 Das Konzept des Arbeitskraftunternehmers
3.2.1 Selbst-Kontrolle
3.2.2 Selbst-Ökonomisierung
3.2.3 Selbst-Rationalisierung
3.2.4 Kritik
3.3 Das Konzept der Reproduktion von Arbeitskraft
4 Fragestellung und Forschungsannahmen
5 Stand der Forschung
5.1 Erwerbseinstellungen der Generation Y
5.2 Homeoffice Studien während der COVID-19-Pandemie
6 Methodik und Vorgehensweise
6.1 Vorbereitung
6.2 Erhebungsverfahren
6.2.1 Offenes Leitfadeninterview
6.2.2 Entwicklung und Durchführung
6.3 Datenauswertung
6.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
6.3.2 Software und Kategoriensystem
6.4 Teilnehmerauswahl und Darstellung des Samplings
7 Ergebnisse
7.1 Arbeitskraftunternehmer
7.1.1 Selbst-Kontrolle
7.1.2 Selbst-Ökonomisierung
7.1.3 Selbst-Rationalisierung
7.1.4 Zusätzliche Arbeitsergebnisse
7.2 Reproduktion von Arbeitskraft
8 Diskussion
9 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das soziologische Konzept des Arbeitskraftunternehmers im Kontext der COVID-19-Pandemie, um festzustellen, inwieweit sich die Arbeitssphäre im Homeoffice verändert hat und der Idealtypus des Arbeitskraftunternehmers durch die neue Arbeitsweise an Aktualität gewonnen hat.
2 Das Transformationsproblem
Das Transformationsproblem bildet den Startpunkt für die Analyse von Erwerbsarbeit in der Arbeits- und Organisationssoziologie. Das Problem beschäftigt sich dabei mit der Frage, wie Arbeitskraft in konkrete Arbeit transformiert wird. Schon Karl Marx wies auf den eigentümlichen Charakter der Ware Arbeitskraft hin, da der Gebrauchswert auch nach dem Kauf nicht vollständig in die Hand des Käufers übergeht. Hinzu kommt dass die Arbeitskraft, im Gegensatz zu den anderen Waren von der Person nicht zu trennen ist (Minssen 2019:26). Zwar werden mit dem Abschluss des Arbeitsvertrags die allgemeinen Rahmenbedingungen für die Arbeitskraft geregelt, jedoch kann nicht bestimmt werden wie motiviert und engagiert der Arbeitnehmer diesen Vertrag erfüllt. Der Arbeitsvertrag löst dieses Problem nicht, da er zu unbestimmt ist. Er regelt nur die betriebliche Vergütungsleistung, ohne vollumfänglich bestimmen zu können, wie die Arbeit erledigt werden soll. „Arbeitskraft ist ein Versprechen, dessen Realisierung durchaus ungewiss ist, das aber in Gewissheit überführt werden muss. Die Frage ist, wie aus der Kontingenz der Arbeitskraft die gewünschte Eindeutigkeit wird“ (ebd.:25).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsarbeit ein, thematisiert die Auswirkungen der Homeoffice-Pflicht während der Pandemie und stellt die Relevanz der Theorie des Arbeitskraftunternehmers heraus.
2 Das Transformationsproblem: In diesem Kapitel werden die Produktionsmodelle des Taylorismus und Fordismus sowie die Entwicklung hin zur Wirtschaftsform des Postfordismus erläutert.
3 Theoretische Rahmung: Dieses Kapitel verortet die Arbeit in der Disziplin, definiert das Konstrukt des Arbeitskraftunternehmers und führt das Konzept der Reproduktion von Arbeitskraft als Ergänzung ein.
4 Fragestellung und Forschungsannahmen: Hier werden die zentrale Forschungsfrage und die daraus abgeleiteten Hypothesen zum Zusammenhang von Homeoffice und Arbeitskraftunternehmer formuliert.
5 Stand der Forschung: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die spezifischen Erwerbseinstellungen der Generation Y sowie aktuelle Homeoffice-Studien während der COVID-19-Pandemie.
6 Methodik und Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Datenerhebung mittels Leitfadeninterviews und die Analyse mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
7 Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die empirischen Befunde der qualitativen Analyse hinsichtlich der Merkmale des Arbeitskraftunternehmers und der Reproduktion von Arbeitskraft.
8 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse mit der Theorie und dem Forschungsstand verknüpft sowie eine neue Typologie, der "Heimarbeitskraftunternehmer", vorgeschlagen.
9 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Arbeit, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Theorie für zukünftige Entwicklungen.
Arbeitskraftunternehmer, Homeoffice, COVID-19-Pandemie, Generation Y, Postfordismus, Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung, Selbst-Rationalisierung, Subjektivierung, Entgrenzung, Flexibilisierung, Reproduktion von Arbeitskraft, Qualitative Inhaltsanalyse, Erwerbsarbeit, Arbeitssphäre.
Die Forschungsarbeit untersucht das soziologische Konzept des Arbeitskraftunternehmers unter dem Einfluss der durch die COVID-19-Pandemie beschleunigten Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice.
Zentrale Themen sind die Transformation von Arbeitskraft in Arbeit, die Theorie des Arbeitskraftunternehmers nach Voß und Pongratz sowie die Auswirkungen der Entgrenzung von Arbeit auf das Privatleben.
Das primäre Ziel ist zu klären, inwieweit sich die Arbeitssphäre im Homeoffice verändert hat und ob sich die Angestellten dadurch stärker dem Idealtypus des Arbeitskraftunternehmers annähern.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus einer Literaturrecherche und der Analyse von sechs Leitfadeninterviews mit Angestellten der Generation Y mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Arbeitskraftunternehmers erläutert, der Stand der Forschung dargelegt und die empirischen Ergebnisse der Interviews entlang der Kategorien Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung präsentiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arbeitskraftunternehmer, Homeoffice, Entgrenzung, Subjektivierung, Generation Y und Selbst-Organisation charakterisieren.
Die Studie zeigt, dass eine direkte Prozesskontrolle im Homeoffice weitgehend entfällt und durch eine verstärkte Ergebniskontrolle ersetzt wird, was von den Befragten eine höhere Eigenverantwortung erfordert.
Die räumliche Trennung zwischen Berufs- und Privatsphäre ist für die Erholung essenziell; das Fehlen eines separaten Bürozimmers führt bei vielen Befragten zu einer emotionalen Belastung und erschwert die gedankliche Trennung von der Arbeit.
Dies ist ein in der Diskussion entwickelter Mischtyp, der typisch fordistische Merkmale wie ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis mit postfordistischen Merkmalen wie hoher Selbstorganisation und permanenter Selbstvermarktung verbindet.
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