Bachelorarbeit, 2020
43 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Institution Frauenhaus in der spätmittelalterlichen Stadt - Fokus auf den Raum des heutigen Österreichs
2.1. Legitimation durch die Kirche
2.1.1. Augustinus von Hippo und seine Lehre zur Prostitution
2.1.2. Thomas von Aquin und seine Lehre zur Prostitution
2.2. Entstehungsgeschichte von Frauenhäusern
2.2.1. Beispiel mittelalterliches Graz
2.2.2. Beispiel mittelalterliches Wien
2.3. Ausstattung und innerer Betrieb des Hauses
3. Die Prostituierten
3.1. Zur Terminologie der „Dirne“
3.2. Der Weg in die Prostitution
3.3. Arbeitsleben und Alltag im Frauenhaus
3.4. Kleiderordnung
3.5. Stellung der Dirne in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben
3.5.1. Randgruppenphänomen
3.6. Rechtsstellung der Prostituierten
4. Conclusio
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Prostitutionswesen im spätmittelalterlichen Raum des heutigen Österreichs, um dessen gesellschaftliche, kirchliche und rechtliche Einordnung zu analysieren und den Alltag der betroffenen Frauen sowie die Struktur der Frauenhäuser nachzuvollziehen.
2.2. Entstehungsgeschichte von Frauenhäusern
Für den deutschsprachigen Raum lässt sich im Zeitraum um 1400 eine regelrechte Welle an Frauenhausgründungen erkennen. Vor allem im urbanen Raum ist zu dieser Zeit ein auffälliger Zuwachs an mehr oder weniger organisierter Prostitution zu erkennen. Vor der Gründung der städtischen Frauenhäuser funktionierte das Gewerbe grundsätzlich eher ungeordnet. Es gab Häuser städtischer Bediensteter, in denen die Prostituierten einquartiert wurden oder locker organisierte, autonome Dirnengemeinschaften wie zum Beispiel in Straßburg. Dabei wohnten mehrere Frauen gemeinsam in einem Haus. Eine davon, meist eine ältere, erfahrene Frau, übernahm die organisatorischen Angelegenheiten, wie zum Beispiel die Bewirtung der Gäste oder den Kontakt zur Obrigkeit. Diese Person, welche sich praktisch mit der Leiterin der Organisation vergleichen ließ, zählte trotzdem zu den Dirnen und stellte, wie später üblich, keine gesonderte Führungsposition dar. Erst mit der Einrichtung der städtischen Frauenhäuser wurde das Gewerbe mehr oder weniger institutionalisiert. Dabei ist auch wichtig zu erwähnen, dass mit dem Beginn des 14. Jahrhunderts die Bordelle oft von der Stadt übernommen oder gar selbst von der Stadt gegründet wurden. Die Übernahme der Stadt brachte aber in den meisten Fällen Regeln einer Grundvorstellung für den Betrieb mit sich, meistens blieben die Häuser aber im Besitz von Bürgern. Peter Schuster hat dazu in seinem Einführungswerk eine detaillierte Liste über die Gründung der Bordelle im deutschsprachigen Raum verfasst, welche sich nach der ersten Erwähnung eines Frauenhauses oder einem anderen Nachweis eines städtischen Bordells richtet. Nach seinen Forschungen ist das Frauenhaus im schweizerischen Luzern das erste erwähnte und nachweisbare Frauenhaus, welches demnach im Jahre 1318 gegründet wurde.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der spätmittelalterlichen Prostitution ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Institution Frauenhaus in der spätmittelalterlichen Stadt - Fokus auf den Raum des heutigen Österreichs: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Frauenhäuser, deren Legitimation durch die Kirche sowie spezifische Fallbeispiele aus Graz und Wien.
3. Die Prostituierten: Der Fokus liegt hier auf dem Leben der Frauen selbst, ihrer sozialen Stigmatisierung durch Kleiderordnungen, ihrem Alltag und ihrer schwierigen rechtlichen Situation.
4. Conclusio: Die Conclusio fasst die zentralen Erkenntnisse über die Rolle und Stellung der städtischen Prostitution im Mittelalter zusammen.
Prostitution, Spätmittelalter, Frauenhaus, Kirche, Augustin von Hippo, Thomas von Aquin, Graz, Wien, Kleiderordnung, Dirne, Randgruppe, Rechtsstellung, Stadtgeschichte, Bordell, Mittelalterliche Gesellschaft
Die Arbeit widmet sich dem Prostitutionswesen im spätmittelalterlichen deutschsprachigen Raum mit besonderem Fokus auf das heutige österreichische Staatsgebiet.
Die Untersuchung umfasst die kirchliche Legitimation, die bauliche und organisatorische Struktur der Frauenhäuser sowie die Lebensrealität und rechtliche Stellung der betroffenen Frauen.
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die städtische Prostitution des Mittelalters zu bieten und den damaligen Forschungsstand sowie die Rolle der Frauenhäuser aufzuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Sekundärliteratur und wissenschaftlichen Fachpublikationen, um die historische Situation kompakt darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung kirchlicher Lehrmeinungen (Augustinus, Thomas von Aquin), die Entwicklung der Frauenhäuser in Wien und Graz sowie die soziale Ausgrenzung der Dirnen.
Zu den prägenden Begriffen gehören Prostitution, Frauenhaus, Mittelalter, soziale Randgruppe, Kleiderordnung und kirchliche Sexualmoral.
Augustinus von Hippo und Thomas von Aquin prägten die kirchliche Lehrmeinung dahingehend, dass Prostitution als notwendiges Übel betrachtet wurde, um schlimmere Sünden oder gesellschaftliche Unruhen zu vermeiden.
Die Kleiderordnungen dienten der Stigmatisierung und der räumlichen bzw. sozialen Abgrenzung der Prostituierten von der ehrbaren Bürgerschaft.
Diese Städte bieten durch historische Quellen (Zinsbücher, Stadtordnungen) nachvollziehbare Belege für die Institutionalisierung und Verwaltung der städtischen Frauenhäuser im spätmittelalterlichen Raum.
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