Bachelorarbeit, 2021
33 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zentrale Bestimmungsmerkmale von Arbeitslosigkeit
2.1. Definition und Abgrenzung
2.2. Individuelle Risikofaktoren
2.3. Empirischer Überblick über Arbeitslosigkeit in Österreich
3. Die biopsychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit auf individueller Ebene
3.1. Physisch-Gesundheitliche Aspekte
3.2. Psychologisch-Gesundheitliche Aspekte
3.3. Soziale Konsequenzen
3.4. Conclusio
4. „Fördern und Fordern“ – Die „aktivierende“ Sozialpolitik als staatlich-handlungsleitende Maxime
5. Soziale Arbeit im Spannungsfeld individueller biopsychosozialer Folgen und aktivierender Sozialpolitik
5.1. Aktivierende Sozialpolitik – Richtige Antwort auf individuelle Folgen der Arbeitslosigkeit?
5.2. Aktivierende Sozialpolitik und Soziale Arbeit
5.3. Alternativkonzept der Sozialen Arbeit – „Supported Employment“
6. Fazit & Ausblick
Diese Arbeit untersucht die multidimensionalen, biopsychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit für Betroffene und analysiert, wie die Profession Soziale Arbeit im Spannungsfeld einer neoliberalen, aktivierenden Sozialpolitik angemessen auf diese Herausforderungen reagieren kann.
1. Einleitung
„Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit einem Tipp für einen Arbeitslosen empörte Reaktionen hervorgerufen. Er riet dem 25-jährigen Gärtner beim Tag der offenen Tür im Elyséepalast, er müsse nur in ein x-beliebiges Hotel, Café oder Restaurant gehen, und schon habe er einen Job. >>Ich gehe über die Straße und finden Ihnen was<<, betonte Macron. […] >>In Hotels, Cafés und Restaurants – da gibt es nicht einen einzigen Ort, an den ich gehe, wo sie nicht sagen, sie suchen Leute. Nicht einen!<< Der junge Mann müsse nur >>bereit und motiviert<< sein.“ (Der Standard 2018, Internetquelle 1)
Der französische Präsident rät einem arbeitssuchenden Gärtner einen Job in einer vollkommen anderen Branche anzunehmen, er müsse nur „bereit und motiviert“ sein und demonstriert damit die volle Bandbreite an Stigmatisierungen, die vor allem langzeitarbeitssuchenden Personen entgegenschlägt. Phänomene auf der Makroebene wie strukturelle Arbeitslosigkeit spielen scheinbar keine Rolle, es liege am Individuum aktiv, flexibel und willig zu sein und etwas überspitzt formuliert seines eigenes Glückes Schmied zu werden. Um diese Überspitzung ironisch auf die Realität herunter zu brechen, könnte eher folgende Frage gestellt werden: Wie soll ich meines eigenen Glückes Schmied werden, wenn es weit und breit kein Eisen (=Arbeit) gibt?
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Sichtweise auf Arbeitslosigkeit anhand eines Beispiels und leitet die Forschungsfrage über die biopsychosozialen Folgen für Betroffene sowie die Rolle der Sozialen Arbeit ab.
2. Zentrale Bestimmungsmerkmale von Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert Arbeitslosigkeit, beleuchtet individuelle Risikofaktoren wie Alter und Bildung und bietet einen statistischen Überblick über die Situation in Österreich.
3. Die biopsychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit auf individueller Ebene: Das Kapitel analysiert die komplexen, wechselseitigen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die physische, psychische und soziale Gesundheit der Betroffenen.
4. „Fördern und Fordern“ – Die „aktivierende“ Sozialpolitik als staatlich-handlungsleitende Maxime: Es wird die neoliberale Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik kritisch hinterfragt, die den Fokus auf die Aktivierung des Individuums legt und strukturelle Risiken vernachlässigt.
5. Soziale Arbeit im Spannungsfeld individueller biopsychosozialer Folgen und aktivierender Sozialpolitik: Hier wird das Dilemma der Sozialen Arbeit zwischen Empowerment-Auftrag und Sanktionierungspraxis thematisiert sowie das Konzept „Supported Employment“ als Alternative vorgestellt.
6. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Stigmatisierung entgegenzuwirken und ganzheitliche, sozial integrierende Konzepte in der Sozialen Arbeit zu fördern.
Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Soziale Arbeit, Arbeitsmarkt, Langzeitarbeitslosigkeit, Stigma, Sozialpolitik, Soziale Ungleichheit, soziale Integration, biopsychosoziales Modell, Empowerment,Supported Employment, Kausalitätshypothese, Erwerbsarbeit
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Folgen, die Arbeitslosigkeit auf die biologische, psychische und soziale Gesundheit von Menschen hat, und untersucht die damit verbundenen Herausforderungen für die Profession Soziale Arbeit.
Zu den Schwerpunkten zählen die biopsychosozialen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, die Kritik an der "aktivierenden" Sozialpolitik, das Dilemma der Sozialen Arbeit sowie innovative Ansätze wie Supported Employment.
Die Arbeit fragt nach den biopsychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit und analysiert, welche Konsequenzen sich daraus für die Soziale Arbeit im Kontext der herrschenden aktivierenden Sozialpolitik ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Studien sowie empirischen Daten zur Arbeitslosigkeit und ihren Auswirkungen.
Der Hauptteil beleuchtet zunächst die Risikofaktoren und Statistiken, arbeitet dann die biopsychosozialen Folgen detailliert heraus und analysiert abschließend die Kritik an aktivierenden politischen Maßnahmen sowie alternative sozialarbeiterische Ansätze.
Wesentliche Begriffe sind Arbeitslosigkeit, biopsychosoziales Modell, soziale Integration, Soziale Arbeit, Stigma und aktivierende Sozialpolitik.
Es dient als analytischer Rahmen, um zu verdeutlichen, dass Arbeitslosigkeit nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern zu Wechselwirkungen auf biologischer, psychischer und sozialer Ebene führt, die den gesamten Lebensverlauf beeinflussen.
Der Ansatz wird als Alternative zur aktivierenden, oft sanktionsorientierten Politik hervorgehoben, da er klientspezifische Interessen und eine langfristige soziale Teilhabe in den Mittelpunkt stellt, statt kurzfristige Vermittlungsquoten zu erzwingen.
SozialarbeiterInnen befinden sich in einem Spannungsfeld, da sie einerseits einen Empowerment-Auftrag verfolgen, andererseits jedoch in Institutionen arbeiten, die durch Sanktionsdruck und eine starke Ausrichtung auf schnelle berufliche Integration geprägt sind.
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