Akademische Arbeit, 2020
123 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Einblick in Theorie und Forschungsstand
2.1 Nachhaltige Entwicklung und das Drei-Säulen-Modell
2.1.1 Nachhaltiger Konsum und Ernährung
2.2 Aspekte nachhaltiger Ernährung
2.2.1 Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
2.2.2 Ökologisch erzeugte Lebensmittel
2.2.3 Regionale und saisonale Erzeugnisse
2.2.4 Gering verarbeitete Lebensmittel
2.2.5 Umweltverträglich verpackte Produkte
2.2.6 Fair gehandelte Lebensmittel
2.3 Umweltbewusstes Verhalten
2.3.1 Psychologisches Modell zur Erklärung nachhaltigen Handels
2.4 Offenheit für Erfahrungen und umweltfreundliches Handeln
2.4.1 Alter und Geschlecht als Einflussfaktor
2.5 Widerstand gegenüber Veränderung
2.6 Offenheit und die Resistance to Change Skala
2.6.1 Theorie eines individuellen Wertesystems
2.6.2 Werte und Ernährungsverhalten
3 Hypothesenbeschreibung
4 Methodik
4.1 Studiendesign
4.2 Stichprobe
4.3 Messinstrumente und Befragungsinhalte
4.3.1 Fragebogeninstruktion und Einwilligungserklärung
4.3.2 Fragebogen zu dispositionalem Widerstand
4.3.3 Fragebogen zu Aspekten nachhaltiger Ernährung
4.3.4 Demografische Daten und Dank
4.3.5 Erfassung von sozialerwünschten Antworttendenzen
4.4 Rekrutierung und Durchführung
4.5 Statistische Verfahren der Datenanalyse
4.5.1 Deskriptive Statistiken
4.5.2 Skalenstruktur und Reliabilität
4.5.3 Analyse der Variablenbeziehungen
4.5.4 Datenaufbereitung und Fallauswahl
5 Ergebnisse
5.1 Stichprobenbeschreibung
5.2 Faktorenanalyse und Reliabilitätsanalyse des Ernährungsfragebogens
5.3 Faktorenanalyse und Reliabilitätsanalyse des WgV-Fragebogens
5.4 Demografie in Bezug auf Aspekte nachhaltiger Ernährung
5.5 Ergebnisse zur Fragestellung und den Hypothesen
5.6 Weitere Befunde
6 Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Grenzen und Nutzen der Studie
6.3 Ausblick und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der individuelle dispositionale Widerstand gegenüber Verhaltensänderungen (WgV) mit dem Konsumverhalten im Bereich nachhaltiger Ernährung in Zusammenhang steht. Ziel ist es, ein geeignetes Messinstrument für nachhaltiges Ernährungsverhalten zu entwickeln und die Korrelation zwischen der Ausprägung des Widerstands gegen Veränderungen und umweltfreundlichen Konsumentscheidungen, wie dem Kauf ökologischer Produkte oder der Achtsamkeit bei Verpackungen, zu explorieren.
2.5 Widerstand gegenüber Veränderung
Veränderungen existieren in allen Lebensaspekten des Menschen. Zum Beispiel vor dem Kontext der Berufstätigkeit, Sozialkontakte und Beziehungen, körperlichen und geistigen Zustände oder äußeren Umstände. Der Klimawandel als globaler Wandel, betrifft darüber hinaus jeden Einzelnen, da natürliche Lebensgrundlagen, wie ein intaktes Umweltsystem, von universeller Bedeutung sind. Manchen Personen scheint eine Anpassung an sich verändernde Begebenheiten einfacher zu fallen als anderen und während gewisse Leute die Idee von Änderung als wünschenswert und positiv empfinden, scheinen andere davon abgeneigt. Im Kontext umweltbewussten Verhaltens fällt auf, dass zum Teil Veränderungen in Lebensstilen zugunsten der Umwelt bewusst herbeigeführt werden (beispielsweise auf das Fliegen, die Plastiktüte im Supermarkt oder das Steak verzichtet wird) und andererseits eine Gleichgültigkeit oder ein Widerstand gegenüber solcher Änderungen vorkommt (Gifford, 2011; Oreg et al., 2008; Vermeir & Verbeke, 2006).
Die Begriffschöpfung des Resistance to Change wird Kurt Lewin (Lewin, 1947) zugeschrieben. Seither hat sich der Ausdruck und seine Bedeutung von systemtheoretischen zu psychologischen Konzepten stark weiterentwickelt. Heutzutage besteht die Anschauung, dass sich der Widerstand bzw. Befürwortung von Veränderung durch die in der Person verankerten Werte, Kognitionen und Gewohnheiten ergibt. Die Veränderbarkeit oder Dynamik der Persönlichkeit entwickelt sich hierbei abhängig von vorgeburtlichen epigenetischen und hormonalen Einflüssen als Grundbausteine und wird weiter durch frühkindliche und spätere sozio-kulturelle Faktoren bedingt (Plomin & Nesselroade, 1990; Plomin, 1986). Die kognitive und emotionale Veränderbarkeit hängt dabei stark von der herausgebildeten Persönlichkeit ab. Auch wenn dynamisch-flexible Persönlichkeitseigenschaften weitestgehend beibehalten werden, wird der allgemeine Rahmen der Veränderbarkeit über die Zeit hinweg enger und größere Veränderungen, welche die Lebensführung betreffen, werden seltener (Roth, 2019).
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz des Klimawandels und die Rolle des menschlichen Handelns sowie der umweltpsychologischen Forschung im Kontext nachhaltiger Ernährung.
2 Einblick in Theorie und Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Konzept der Nachhaltigkeit, Aspekte nachhaltiger Ernährung, psychologische Erklärungsmodelle für Umweltverhalten und die Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen sowie Widerstand gegenüber Veränderungen.
3 Hypothesenbeschreibung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Zusammenhänge in konkrete Hypothesen übersetzt, die den Zusammenhang zwischen dispositionalem Widerstand und nachhaltigem Ernährungsverhalten prüfen.
4 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobengewinnung mittels Online-Befragung sowie die eingesetzten Messinstrumente zur Erfassung von Widerstand und Ernährungsgewohnheiten.
5 Ergebnisse: Hier werden die statistischen Resultate der Datenanalyse, inklusive Faktorenanalysen zur Skalenvalidierung und die Prüfung der aufgestellten Hypothesen, präsentiert.
6 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse, beleuchtet die Grenzen der durchgeführten Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Nachhaltige Ernährung, Widerstand gegenüber Veränderungen, Resistance to Change, Umweltbewusstes Verhalten, Konsumverhalten, Psychologie, Dispositioneller Widerstand, Nachhaltiger Konsum, Persönlichkeitspsychologie, Umweltpsychologie, Verhaltensänderung, Ernährungsgewohnheiten, Statistische Analyse
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Psychologie und Konsumverhalten. Sie untersucht, wie das Persönlichkeitsmerkmal „Widerstand gegenüber Veränderungen“ das Ernährungsverhalten im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte beeinflusst.
Die Arbeit integriert Themen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit im Agrar- und Ernährungssektor, psychologische Erklärungsmodelle für umweltgerechtes Verhalten sowie Persönlichkeitspsychologie, speziell im Bereich der Widerstandsfähigkeit gegenüber Wandel.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Messinstruments für nachhaltiges Ernährungsverhalten und die Überprüfung der Forschungsfrage, ob eine dispositionelle Neigung zum Widerstand gegen Veränderungen negative Auswirkungen auf die Bereitschaft hat, Ernährungsweisen nachhaltig anzupassen.
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign gewählt. Die Daten wurden mittels einer Online-Befragung (N=118) erhoben und durch statistische Verfahren wie Korrelationsanalysen, Faktorenanalysen und Reliabilitätsprüfungen (mit SPSS) ausgewertet.
Der Hauptteil umfasst eine Literaturanalyse zu Nachhaltigkeitsmodellen, ökologischen Aspekten der Landwirtschaft, Theorien wie dem „Norm-Aktivierungsmodell“ oder der „Theorie des geplanten Handelns“ sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der „Resistance to Change“ (RTC) Skala nach Oreg.
Die Arbeit zeichnet sich durch die interdisziplinäre Verbindung von Ernährungsökologie und Psychologie aus, wobei sie den Fokus explizit auf die psychologische Barriere des „Widerstands gegenüber Veränderungen“ im Kontext des täglichen Konsums legt.
Ja, ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Personen mit einem stärker ausgeprägten Widerstand gegenüber Veränderungen tendenziell weniger darauf achten, umweltfreundlich verpackte Produkte zu kaufen.
Obwohl Frauen in der Tendenz ein etwas umweltbewussteres Verhalten beim Konsum von Bio-Produkten zeigten, ließen sich bezüglich des allgemeinen Widerstands gegen Veränderungen keine signifikanten Geschlechtsunterschiede feststellen.
Die Autorin nutzte zur Sicherung der Datenqualität eine SEA-Kurzskala zur Erfassung von sozialerwünschtem Antwortverhalten sowie Cut-off-Kriterien für Bearbeitungsdauer (Speed Index) und Abbruchquoten, um unzuverlässige Datensätze auszuschließen.
Es wird empfohlen, ähnliche Studien mit größeren, heterogeneren Stichproben durchzuführen und die Operationalisierung des Ernährungsverhaltens weiter zu verfeinern, beispielsweise durch den Einsatz von Ernährungstagebüchern, um das Schätzvermögen der Teilnehmer zu unterstützen.
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