Examensarbeit, 2008
76 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Was ist Hörverstehen?
2.1 Das Hörverstehen als aktiver Prozess in Muttersprache, Zweitsprache und Fremdsprache
2.1.1 Charakteristika gesprochener Sprache
2.1.2 Verstehensabsichten beim Hörverstehen
2.1.3 Prozesse beim Hörverstehensvorgang
2.1.4 Verstehensstrategien beim Hörverstehen
2.1.5 Probleme beim Hörverstehen in der Zweit- und Fremdsprache
2.2 Die Bedeutung des Hörverstehens beim Mutterspracherwerb, beim Zweitspracherwerb und beim Fremdspracherwerb
2.2.1 Mutterspracherwerb
2.2.2 Natürlicher Zweitspracherwerb und Fremdspracherwerb in der Schule
3. Das Hörverstehen im Rahmenplan Grundschule
3.1 Die Rolle des Hörverstehens in Bezug auf die Zielsetzung des Englischunterrichts im Rahmenplan Grundschule
3.2 Die für das Hörverstehenstraining maßgeblichen didaktischen und methodischen Prinzipien nach dem Rahmenplan Grundschule
3.3 Leistungsbeurteilung und –bewertung beim Hörverstehenstraining nach dem Rahmenplan Grundschule
4. Wie sollte das Hörverstehenstraining in der Grundschule in der Praxis aussehen?
4.1 Wie sollte optimaler comprehensible input aussehen?
4.2 Der Lehrer als „sprachhandelnder input-provider“
4.3 Wie sollte mit medienvermittelten Hörtexten umgegangen werden?
4.3.1 Nach welchen Kriterien sollten Hörtexte ausgewählt werden?
4.3.2 Wie sollte die Arbeit mit Hörtexten aussehen?
4.4 Welche Methoden und Verfahren eignen sich besonders für das Hörverstehenstraining in der Grundschule?
4.4.1 Listen and do: Total Physical Response (TPR)
4.4.2 Listen and repeat: Songs, chants, rhymes, poems
4.4.3 Listening for detailed information: While- and post-listening tasks
4.4.4 Listening for gist: Storytelling und story-presentation (Erzähllesen)
4.4.5 Wie sollte mit Methoden und Verfahren zum Hörverstehenstraining im Anfangsunterricht Englisch umgegangen werden?
4.5 Praxisbeispiel: Vorstellung und Analyse einer Unterrichtsstunde mit dem Schwerpunkt Hörverstehen
4.5.1 Lehrwerk und Rahmen der Unterrichtsstunde
4.5.2 Ablauf der Unterrichtsstunde
4.5.3 Beschreibung und Einschätzung des Hörtextes
4.5.4 Reflexion der Arbeit mit dem Hörtext im Rahmen des Unterrichtablaufes und Verbesserungsvorschläge
5. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Hörverstehens als aktive, komplexe Fertigkeit im Englischunterricht der Grundschule. Ziel ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen aus der Spracherwerbsforschung und staatlicher Vorgaben (Rahmenplan) praxisnahe, motivierende Methoden für ein effektives Hörverstehenstraining zu identifizieren und zu analysieren.
2.1.1 Charakteristika gesprochener Sprache
Gesprochene Sprache, kann entweder spontane, unvorbereitete Sprache sein (unscripted speech) oder vorbereitete Sprache (scripted speech). Sie kann einseitig (unidirektional) an den Hörer gerichtet sein, oder in Dialogform (bidirektional) stattfinden. (vgl. Hedge 2003: 245) Des Weiteren kann sie entweder durch einen Sprecher oder durch ein anderes Medium (z.B. CD) vermittelt werden. Gesprochene Sprache, vor allem unscripted speech, ist kein linear verlaufender Prozess, was bedeutet dass auch die Vorgänge der Sprachverarbeitung beim Hörverstehen nicht linear sein können. (vgl. Quetz 1981: 113) Gesprochene Sprache basiert zwar auf den gleichen morphologischen und syntaktischen Prinzipien wie die geschriebene Sprache, zeichnet sich jedoch durch viele Eigenheiten aus, die das Verständnis erschweren, es aber auch teilweise erleichtern können, wenn die angemessene Hörverstehensstrategie (siehe Kapitel 2.1.4) zur Kompensation angewendet wird. (vgl. Müller-Hartmann/Schocker von Ditfurth 2004: 76 f.; Hedge 238 ff.; Hermes 1998: 222)
Häufige Unterbrechungen des Sprachflusses, wie zum Beispiel Sprechpausen, Selbstkorrektur oder das abwechselnde Sprechen von Dialogpartnern (turn-taking), können den Hörer einerseits irritieren, andererseits geben sie dem Hörer mehr Zeit zur Sprachverarbeitung. (vgl. Harmer 2005: 99; Hedge 2003: 238 f.; Hermes 1998: 222; Müller-Hartmann/Schocker von Ditfurth 2004: 76 f.)
Den gleichen Effekt hat auch die in hohem Maße vorkommende Redundanz der Sprache. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich während einer sprachlichen Äußerung, Worte und Inhalte entweder in identischer oder in paraphrasierter Form wiederholen. Erkennt der Hörer diese Redundanz nicht, oder verarbeitet er sie nicht in der angemessenen Art und Weise, kann dies den Hörverstehensprozess behindern oder sogar zu einem Fehlverständnis des Textes führen. Wird auf Redundanz kompetent reagiert, kann diese genauso wie die oben bereits erwähnten Unterbrechungen des Sprachflusses, dem Hörer mehr Verarbeitungszeit bescheren. (vgl. Quetz 1981: 114 f.) Außerdem kommt es beim Verstehen gesprochener Sprache öfter als bei geschriebener Sprache vor, dass der Hörer Verstehenslücken kompensieren muss.
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die zentrale Rolle des Hörverstehens im Englischunterricht der Grundschule, stellt die notwendige methodische Auseinandersetzung dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Was ist Hörverstehen?: Dieses Kapitel definiert Hörverstehen als aktiven Prozess, analysiert die zugrunde liegenden Verstehensstrategien und -prozesse und vergleicht das Hörverstehen in der Muttersprache mit dem Zweit- und Fremdspracherwerb.
3. Das Hörverstehen im Rahmenplan Grundschule: Es werden die staatlichen Lernziele und didaktischen Prinzipien für den Englischunterricht in hessischen Grundschulen analysiert und deren Bedeutung für das Hörverstehenstraining dargelegt.
4. Wie sollte das Hörverstehenstraining in der Grundschule in der Praxis aussehen?: Der Hauptteil erläutert Kriterien für Input und Methoden (TPR, Storytelling), analysiert die Rolle des Lehrers und prüft anhand eines Praxisbeispiels die praktische Anwendung und Reflexion im Unterricht.
5. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die aktive Rolle des Hörers zusammen und betont die Notwendigkeit eines spielerischen, stressfreien und methodisch vielfältigen Hörverstehenstrainings.
Hörverstehen, Grundschule, Englischunterricht, Fremdspracherwerb, Rahmenplan, Input, comprehensible input, Total Physical Response, Storytelling, Sprachlernprozess, Hörverstehensstrategien, Mündlichkeit, Anfangsunterricht, Methodenvielfalt, interkulturelle Kompetenz
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Hörverstehens als fundamentale Fertigkeit im Englischunterricht der Grundschule und untersucht, wie dieses gezielt und motivierend trainiert werden kann.
Im Zentrum stehen theoretische Grundlagen des Spracherwerbs, didaktische Prinzipien laut Rahmenplan Hessen sowie die Anwendung spezifischer Methoden für Grundschulkinder.
Das Ziel ist es, auf Basis psychologischer und didaktischer Erkenntnisse aufzuzeigen, wie ein effektives, stressfreies und methodisch vielfältiges Hörverstehenstraining in der Grundschulpraxis gestaltet werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse zur Spracherwerbstheorie sowie die Auswertung und Reflexion von praktischen Unterrichtsbeispielen aus Lehrwerken.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auswahl von Lehrmethoden (wie TPR oder Storytelling), die Analyse der Lehrerrolle als Sprachvorbild und eine konkrete Fallstudie einer Unterrichtsstunde.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Hörverstehen, comprehensible input, Total Physical Response, Storytelling, silent period und kommunikative Kompetenz.
Es kombiniert Vorlesen und freies Erzählen, ermöglicht dem Lehrer eine spontane Anpassung an die Situation und fördert durch die Kombination von Sprache, Mimik und Gestik ein ganzheitliches Verständnis.
Methoden wie Total Physical Response greifen den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern auf, um Lerninhalte ganzheitlich ("mit Kopf, Herz und Hand") zu verankern und das Lernen spielerisch zu erleichtern.
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