Examensarbeit, 2002
121 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Unterrichtsvoraussetzungen
2.1 Eigene Vorkenntnisse und Erfahrungen
2.2 Personale Unterrichtsvoraussetzungen
2.3 Institutionelle und Räumliche Unterrichtsvoraussetzungen
2.4 Inhaltliche Unterrichtsvoraussetzungen
3 Inhaltsstruktur und Didaktische Entscheidungen
3.1 Sachanalyse
3.1.1 Die Grundidee des Judo
3.1.2 Das Anforderungsprofil
3.1.2.1 Trefferoptimierung
3.1.2.2 Situationsorientierung
3.1.2.3 Aktive Gegnerbehinderung
3.1.3 Pädagogische Perspektiven im Bezug zum Lehrplan Sekundarstufe II
3.2 Bewegungsanalyse
3.2.1 Ukemi-Waza (Falltechniken)
3.2.1.1 Yoko-Ukemi-Waza (Falltechnik seitwärts)
3.2.1.2 Mae-Ukemi-Waza (Falltechnik vorwärts)
3.2.1.3 Ushiro-Ukemi-Waza (Falltechnik rückwärts)
3.2.2 Nage-Waza (Wurftechniken)
3.2.2.1 Te-Waza und Koshi-Waza
3.2.2.1.1 Uki-Goshi (Hüftschwung)
3.2.2.1.2 O-Goshi (Großer Hüftschwung)
3.2.2.1.3 Ippon-Seoi-Nage (einhändiger Schulterwurf)
3.2.2.2 Ashi-Waza (Fuß- und Beinwürfe)
3.2.2.2.1 O-Soto-Gari (große Außensichel)
3.2.3 Ne-Waza (Griff- bzw. Bodentechniken)
3.2.3.1 Kesa-Gatame (Schärpenschlüssel)
3.2.3.2 Kami-Shiho-Gatame (Oberer Viererschlüssel)
3.2.3.3 Yoko-Shiho-Gatame (Seitlicher Viererschlüssel)
3.2.3.4 Tate-Shiho-Gatame (Reitviererschlüssel)
3.2.4 Grundlagen der judospezifischen Bewegungen
3.2.5 Die Technikverbindungen für die Choreographie bzw. Kampf
3.3 Das Erstellen einer Choreographie
3.3.1 Eine Arbeitsdefinition des Begriffs Choreographie
3.3.2 Der Gestaltungsprozess
3.4 Didaktische Reduktion
4 Lernziele
4.1 Übergeordnetes Lernziel der Unterrichtsreihe
4.2 Psychomotorische Lernziele
4.3 Kognitive Lernziele
4.4 Affektive Lernziele
5 Methodische Konzepte, Überlegungen und Entscheidungen
5.1 Allgemeingültige methodische Maßnahmen und Verfahrensweisen im Schulsport
5.2 Sportartspezifische Methodikansätze im Judo
5.2.1 Das Kodokan-Judo nach Kano
5.2.2 Die Methode nach Geesink
5.2.3 Die Methode nach Ohgo - analytisch – synthetische Methode
5.2.4 Die Methode nach Bonfranchi und Klocke
5.2.5 Begründung und Bewertung der Methodikwahl
5.2.5.1 Vermittlung der Falltechniken
5.2.5.2 Vermittlung der Wurftechniken
5.2.5.3 Vermittlung der Haltegrifftechniken
5.3 Medieneinsatz
5.4 Ordnungsrahmen
6 Planung und Durchführung der Unterrichtsreihe
6.1 Grobplanung der Unterrichtsreihe
6.2 Grobplanung der Doppelstunden bzw. Einzelstunden
6.3 Planung, Durchführung und Reflexion der Doppel- bzw. Einzelstunden
6.3.1 1. Unterrichtsstunde
6.3.1 2. Unterrichtsstunde
6.3.1 3. Unterrichtsstunde
6.3.1 4. Unterrichtsstunde
6.3.1 5. Unterrichtsstunde
6.3.1 6. Unterrichtsstunde
7 Lernzielkontrolle
7.1 Leistungsfeststellung
7.2 Überprüfung der Einstellung zur Kampfsportart Judo
8 Zusammenfassende Evaluation der Unterrichtsreihe
8.1 Evaluation der Auswahl der Unterrichtsinhalte
8.2 Evaluation der gesamten Unterrichtsreihe
8.3 Weiterführung und Ausblick der Unterrichtsreihe
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob Judoelemente der Anfängerausbildung für die MSS 11 sinnvoll in einer koedukativen Gruppenchoreographie verbunden werden können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die praktische Umsetzbarkeit und die pädagogische Eignung von Judo als kreatives Gestaltungselement im Schulsport, um sowohl motorische Fitness als auch soziale und ästhetische Kompetenzen der SchülerInnen zu fördern.
3.1.1 Die Grundidee des Judo
Die Anfänge des Judosports kamen über Indien nach China und von dort nach Japan. Um etwa 1650 n. Chr. soll ein in Tokio lebender Chinese mit Namen Tsin Gembin einen japanischen Ritter (Samurai) erstmals die Kunst des Jiu-Jitsu eingeweiht haben. Bekannt ist in diesem Zusammenhang, dass das Judo seinen Ursprung im Jiu-Jitsu hat, und sich aus dieser Selbstverteidigungskunst später entwickelte. Der Gelehrte Jigoro Kano konstruierte 1882 aus der alten Kunst Jiu-Jitsu und verschiedenen anderen Kampftechniken ein neues System und eröffnete an der kaiserlichen Universität bereits mit 22 Jahren eine Judoschule. Er reformierte das Jiu-Jitsu, indem er alle verletzenden Griffe und Tritte entfernte und somit eine neue Kampfkunst ins Leben rief. In diesem System gab es eine ganz neue Philosophie und zwar die Erziehung der Werte. Er gab dem neuen System den Namen Judo, was sinngemäß übersetzt heißt: „Der sanfte Weg.“
Judo besteht aus zwei Schriftzeichen: JU-DO. JU bedeutet sinngemäß „nachgeben oder widerstandslos“. Dies soll den Grundgedanken deutlich machen, dass ein Schwächerer einen Stärkeren nur das Prinzip des JU überlegen ist. DO besitzt eine tiefere philosophische Bedeutung. DO bezeichnet man „als den Weg zur Vollendung bzw. Perfektion.“ Judo wird aus heutiger, europäischer Sichtweise als Zweikampfsportart betrachtet, die durch sportwissenschaftliche Betrachtungsweisen zugänglich ist. Die Grundidee des Judo liegt im nach Regeln geführten Zweikampf, in dem der Gegner durch Wurf- oder Bodentechniken (Würge-, Halte- oder Hebeltechniken) bezwungen werden soll. Mit diesem Verständnis steht die Sportart für die Präsentation der sportlichen Leistung eines Zweikampfs, bei dem es darum geht, einen Gewinner und einen Verlierer zu ermitteln, im Vordergrund.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation des Autors, Judo in den MSS-Sportunterricht zu integrieren, um motorische Fitness und persönliche Kompetenzen zu fördern.
2 Unterrichtsvoraussetzungen: Analysiert die eigene Expertise, die Lerngruppe und die räumlich-institutionellen Bedingungen für den Judo-Kurs am Gymnasium.
3 Inhaltsstruktur und Didaktische Entscheidungen: Erläutert die theoretische Basis des Judo, die Bewegungsanalyse und die didaktische Reduktion für eine kreative Choreographie.
4 Lernziele: Definiert die angestrebten psychomotorischen, kognitiven und affektiven Lernfortschritte der SchülerInnen im Rahmen der Unterrichtsreihe.
5 Methodische Konzepte, Überlegungen und Entscheidungen: Vergleicht verschiedene methodische Ansätze im Judosport und begründet die gewählte methodische Vorgehensweise für den Kurs.
6 Planung und Durchführung der Unterrichtsreihe: Dokumentiert detailliert die Grob- und Feinplanung der einzelnen Unterrichtsstunden sowie deren Reflexion.
7 Lernzielkontrolle: Bewertet die Leistungsentwicklung der SchülerInnen sowie deren persönliche Einstellung zur Kampfsportart Judo nach Kursende.
8 Zusammenfassende Evaluation der Unterrichtsreihe: Reflektiert kritisch die Auswahl der Inhalte, den methodischen Erfolg und gibt einen Ausblick auf künftige Projekte.
Judo, Schulsport, Choreographie, Anfängerausbildung, Wurftechnik, Bodentechnik, Fallschule, Bewegungsanalyse, Koedukation, Didaktik, Methodik, Bewegungsgestaltung, Körpererfahrung, Leistungsfeststellung, Unterrichtsreihe.
Die Arbeit behandelt die Integration der Kampfsportart Judo in einen sportartenorientierten Fitnesskurs der MSS 11, mit dem Ziel, eine Gruppengestaltung (Choreographie) zu entwickeln.
Die zentralen Felder sind die methodische Einführung in Judo-Techniken, die pädagogische Bedeutung von Kampfsport in der Schule und die Verknüpfung von Kampfsport mit kreativer Bewegungsgestaltung.
Das primäre Ziel ist es, dass SchülerInnen eigenständig eine koedukative Gruppenchoreographie entwickeln, die Elemente aus der Judo-Anfängerausbildung sinnvoll kombiniert.
Der Autor verwendet eine Kombination aus sportpädagogischer Theorie, Bewegungsanalyse sowie einer fortlaufenden Reflexion der durchgeführten Unterrichtsstunden im Sinne einer pädagogischen Hausarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Sachanalyse, die didaktische Reduktion, die Auswahl methodischer Ansätze sowie die konkrete Dokumentation und Reflexion der Planung und Durchführung der Unterrichtseinheiten.
Judo im Schulsport, Choreographie, Anfängerausbildung, Methodik der Kampfkunst, Bewegungsgestaltung und pädagogische Lernziele.
Der Autor legt großen Wert auf eine methodische Hinführung zur Fallschule (Ukemi-Waza) und eine binnendifferenzierte Wahl der Untergrundmatten, um Sicherheit zu vermitteln.
Der Bodenstern dient als Verbindungselement der verschiedenen Haltetechniken am Boden, um einen fließenden Übergang innerhalb der Choreographie zu ermöglichen.
Der Kurs fördert durch Partnerwechsel und gemeinsame Gestaltungsprozesse soziale Interaktion zwischen den Geschlechtern, wobei besonders Judo Erfolgserlebnisse für weibliche Teilnehmende bieten soll.
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