Examensarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 1,5
Einleitung – Oscar Wilde und Francis Scott Fitzgerald
1. Ästhetizismus und Dekadenz im 19. Jahrhundert
1.1 Fin de siècle – England in einer Zeit des Umbruchs
1.2 Frankreichs dekadente Literatur als Vorbereiter des englischen Ästhetizismus
1.3 Ästhetizismus und relative Schönheit
1.3.1 Walter Paters Renaissance – Kunstverständnis und ästhetische Lebensweise
1.4 Motive der Dekadenz
1.4.1 Die Ablehnung der Natur
1.4.2 Gegensätzlichkeit, Immoralität und die Faszination am Verfall
1.4.3 Ruhelosigkeit, L’ennui und Isolation
2. Der Dandy – Virtuose der Lebenskunst oder Gefangener seiner selbst?
2.1 Das Dandytum während und nach der Regency-Zeit
2.2 Das neue Dandytum im Zeichen der Dekadenz
2.2.1 Jean Des Esseintes – Dekadenter Dandy par excellence
3. The Picture of Dorian Gray – Wildes ewiger Jüngling als tragischer Dandy
3.1 Dorian als ästhetisches Ideal – Die Harmonie von Körper und Seele?
3.2 Verführung durch das Wort – Dorian Gray und Lord Henry Wotton
3.3 Liebe, Leben, Künstlichkeit – Dorian Gray und die Sibyl Vane-Tragödie
3.4 Hinter der Maske – Dorians dekadentes Dandytum
3.5 L’ennui – Das Ende des Dorian Gray
4. Ästhetizismus und Dekadenz in Amerika – Die Roaring Twenties und Scott Fitzgerald
5. Romantische Egoisten – Fitzgeralds tragische Dandys
5.1 Der schöne Schein: Fitzgeralds Dandy – Schauspieler und Beobachter des Lebens
5.2 "Gracefully Idle" – Zwischen Müßiggang und Geltungsbedürfnis
5.3 Künstliche Paradiese – Die Abkehr von Natur und Gesellschaft
5.4 Verhängnisvolle Leidenschaften – Fitzgeralds Dandy und seine Femme fatale
5.4.1 Amory und Rosalind – Der verlorene Traum
5.4.2 Anthony und Gloria – Von der Unmöglichkeit der gelebten Utopie
5.4.3 Jay und Daisy – Die Jagd nach dem verlorenen Traum
5.5 Die Bedeutung von Schönheit und Bösem bei Fitzgerald
5.6 Träume und Jugend – Verträumte Jugend? Fitzgeralds Dandy und das ennui
6. Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die ästhetizistischen und dekadenten Merkmale bei Oscar Wilde und Francis Scott Fitzgerald anhand der Figur des Dandys. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwieweit die männlichen Protagonisten dieser Autoren als tragische Dandys charakterisiert werden können und welche Rolle ihre Ästhetisierung des Lebens in ihrem Untergang spielt.
3.2 Verführung durch das Wort - Lord Henry, Dorian und der Neue Hedonismus
Lord Henry Wotton wurde oben bereits als eine Art Gegenspieler von Basil Hallward vorgestellt. Er unterscheidet sich von diesem allein schon darin, dass er als wohlhabender Aristokrat nicht auf irgendeine Form von Arbeit beziehungsweise künstlerischem Schaffen angewiesen ist. Vielmehr pflegt er den Müßiggang und genießt die Nutzlosigkeit, wie zum Beispiel an seiner Unterhaltung mit Mr. Erskine verdeutlicht werden kann:
'You talk books away,' he [Erskine] said: 'why don’t you write one?' 'I am too fond of reading books to care to write them, Mr. Erskine. I should like to write a novel certainly; a novel that would be as loveley as a Persian carpet, and as unreal.'
Seine Aktionslosigkeit ähnelt in gewisser Weise dem Charakter, den Wilde in seinem Essay The Critic as Artist beschreibt: "It is to do nothing that the elect exists. Action is limited and relative. Unlimited and absolute is the vision of him who sits at ease and watches, who walks in loneliness and dreams." Gelangweilt von der Trivialität des Lebens präsentiert er sich als Dandy, dessen hervorstechendste Qualitäten eine hohe Redegewandtheit und ein bissiger Zynismus sind, womit er in der Gesellschaft, deren ständiger Mittelpunkt er ist, gleichermaßen für Entzücken, Empörung und Faszination sorgt.
1. Ästhetizismus und Dekadenz im 19. Jahrhundert: Untersuchung der Begriffsdefinitionen und der historischen Entstehung von Ästhetizismus und Dekadenz in England und Frankreich.
2. Der Dandy – Virtuose der Lebenskunst oder Gefangener seiner selbst?: Theoretische Einordnung der Dandy-Figur als Lebenskünstler und ihre Entwicklung von der Regency-Zeit zur Dekadenz.
3. The Picture of Dorian Gray – Wildes ewiger Jüngling als tragischer Dandy: Analyse von Dorian Grays Entwicklung unter dem Einfluss von Lord Henry Wotton und die Rolle des Porträts.
4. Ästhetizismus und Dekadenz in Amerika – Die Roaring Twenties und Scott Fitzgerald: Betrachtung der gesellschaftlichen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg und Fitzgeralds Faszination für das Fin de siècle.
5. Romantische Egoisten – Fitzgeralds tragische Dandys: Untersuchung männlicher Protagonisten wie Amory Blaine, Anthony Patch und Jay Gatsby auf dandyistische Merkmale.
6. Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Synthese der Forschungsergebnisse zur tragischen Rolle des Dandys bei Wilde und Fitzgerald.
Ästhetizismus, Dekadenz, Dandy, Oscar Wilde, Francis Scott Fitzgerald, Fin de siècle, Roaring Twenties, L'art pour l'art, Neuer Hedonismus, ennui, Dorian Gray, Jay Gatsby, Künstlichkeit, Selbstinszenierung, tragischer Held.
Die Arbeit analysiert die ästhetizistischen und dekadenten Einflüsse in den Werken von Oscar Wilde und Francis Scott Fitzgerald mit einem besonderen Fokus auf die Figur des Dandys.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Ästhetik, die Ablehnung der Natur, der Kult des Künstlichen, der Zynismus des Dandys und der gesellschaftliche Verfall.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die dandyistische Lebensweise bei den Protagonisten auf ihren psychischen und sozialen Verfall auswirkt und warum diese Identitätskonzepte tragisch enden.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die auf Basis von Primärtexten und einschlägiger Forschungsliteratur vergleichende Analysen durchführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse von Wildes "The Picture of Dorian Gray" sowie die Untersuchung von Fitzgeralds Werken im Kontext der "Roaring Twenties".
Schlüsselbegriffe sind Ästhetizismus, Dekadenz, Dandyismus, ennui, Narzissmus und das tragische Scheitern am eigenen Selbstbild.
Wotton fungiert als ästhetizistischer Mentor, der Gray den "Neuen Hedonismus" nahelegt, welcher Gray schrittweise von moralischen Werten entfremdet und seinen Verfall einleitet.
Ihr Scheitern ist auf die Illusion zurückzuführen, dass Schönheit und Lebensglück ausschließlich durch finanziellen Wohlstand erreichbar seien, was zu einer rein instrumentellen Sicht auf Beziehungen führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

