Bachelorarbeit, 2021
46 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definition der zentralen Begriffe
2.1. Soziale Schichten
2.2. Formale, Non-formale und Informelle Bildung
2.3. Die Ganztagsschule
3. Theoretische Fundierung
3.1. Familien in Multiproblemlagen
3.1.1. Definition des Begriffs Multiproblemfamilie
3.1.2. Merkmale von Multiproblemfamilie
3.1.3. Risikofaktoren von Multiproblemfamilie
3.1.4. Einfluss sozialer Ungleichheit auf die Entwicklung der Kinder
3.2. Abhängigkeit der sozialen Herkunft vom Bildungssystem
3.3. Persönlichkeitsentwicklung
3.3.1. Maslow Bedürfnispyramide
3.3.2. Ressourcentheorie
3.4. Zwischenfazit
4. Methodik/ Forschungsdesign
5. Präsentation und Analyse der Forschungsergebnisse
5.1. Ergebnisse zur sozialen Schicht
5.2. Ergebnisse zur Aktivität in Verbindung mit der sozialen Schicht
5.3. Mögliche Hürden der Inanspruchnahme von Angeboten
6. Diskussion
7. Fazit
Diese Arbeit untersucht, ob Ganztagsschulen als Ressource für Familien in Multiproblemlagen dienen können, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Zugang zu non-formalen und informellen Bildungsangeboten liegt. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei die Selektivität dieser Zugänge und die damit verbundene soziale Bildungsungleichheit.
3.1.1 Definition des Begriffs Multiproblemfamilie
Der Begriff Multiproblemfamilie hat bis dato (2021) keine endgültige Definition und ist in der Praxis sowie in der Theorie ein strittiger Begriff. Die Grundsteine der Theorie lassen sich auf die niederländischen Autoren Baartman und Dijkstra (1986;1987) sowie Ghesquière (1993) zurückzuführen, welche den Begriff multi-problemfamily aus der angloamerikanischen Semantik heranzogen (Tausendfreund et al. 2012, S.35). Goldbrunner (2000) beschreibt, dass diese Familien mehrere Probleme aufweisen, welche über einen langen Zeitpunkt anhalten und diese nicht in der Lage seien, angemessene Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Dabei sei jedoch nicht nur ein einzelnes Familienmitglied, sondern mindestens ein weiteres Familienmitglied betroffen (S.115).
Aus der nachfolgenden Definition von Ghesquière (1993), welche von den Autoren Tausendfreund et al. (2012) angeführt wird, seien zwei grundlegende Dimensionen zu erkennen. Zum einen eine hohe Problemlast, welche einen hohen Hilfebedarf erzeugt. Zum andern der Bedarf an vielen Sozialhilfen und Ressourcen (Hilfeumfang und -budget) (S.35).
„Eine Multi-Problem-Familie ist eine Familie, die mit einem chronischen Problemkomplex von sozio-ökonomischen und psychosozialen Faktoren kämpft, welchen die betroffenen Kinder- und Jugendhelfer als besonders persistent im Hilfeverlauf empfinden“ (Tausendfreund et al. 2012, S.35). Goldbrunner beschreibt weiter, dass sich der Begriff Multiproblemfamilie in der Bedeutung gewandelt habe und umgangssprachlich zu einer Krankheitszuschreibung wurde, demnach die Familien unwillig oder unfähig seien (S.115). Diese Stigmatisierung legt den Schwerpunkt auf die Familiensysteme und lässt die soziale Benachteiligung etc. außen vor.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Bildungsungleichheit und die Forschungsfrage zur Ganztagsschule als Ressource.
2. Definition der zentralen Begriffe: Erläuterung der Begriffe soziale Schicht, Bildung (formal, non-formal, informell) und Ganztagsschule.
3. Theoretische Fundierung: Analyse von Multiproblemlagen, sozialen Einflüssen auf die kindliche Entwicklung, Persönlichkeitstheorien und Ressourcentheorien.
4. Methodik/ Forschungsdesign: Beschreibung des quantitativen Forschungsansatzes mittels Elternbefragung an zwei unterschiedlichen Schulen.
5. Präsentation und Analyse der Forschungsergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten zu Schichtzugehörigkeit, Aktivität und Inanspruchnahme von Angeboten.
6. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Annahmen und der Studienlage.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf weiteren Handlungsbedarf.
Bildungsbenachteiligung, Selektion von sozialen Schichten, non-formale Bildung, informelle Bildung, Ganztagsschule, Persönlichkeitsentwicklung, Multiproblemfamilie, Bildungserfolg, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Ressourcen, Schulsozialarbeit, soziale Teilhabe, Chancengerechtigkeit
Die Arbeit untersucht die soziale Bildungsungleichheit und die Rolle der Ganztagsschule als potenzielle Ressource für Kinder aus Multiproblemfamilien.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, der Zugang zu non-formalen Bildungsangeboten sowie die Analyse von Hürden in diesem Prozess.
Das Ziel ist zu klären, ob die Ganztagsschule als Ressource dienlich ist, um soziale Benachteiligungen auszugleichen und den Zugang zu Bildungsangeboten zu erleichtern.
Es wurde ein kombinierter methodischer Ansatz gewählt, bestehend aus einer Literaturrecherche und einer quantitativen Elternbefragung an zwei Grundschulen.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung (u.a. Maslow-Pyramide, Ressourcentheorie, Kapitalarten nach Bourdieu) und der Analyse von Daten zu sozialer Schicht und Aktivitätsgrad der Kinder.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Bildungsbenachteiligung, Multiproblemfamilie, soziale Herkunft, Ganztagsschule und Chancengerechtigkeit.
Die Daten zeigen eine Korrelation: Kinder aus höheren sozialen Schichten nehmen häufiger außerschulische Bildungsangebote wahr als Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten.
Finanzielle Ressourcen und Kosten werden von Eltern aus unteren sozialen Schichten als signifikante Hürde für den Zugang zu außerschulischen Aktivitäten wahrgenommen.
Die Ergebnisse lassen die Frage offen, da sich auch im Ganztag selektive Tendenzen zeigen und die untersuchte Stichprobe Limitationen aufweist.
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