Bachelorarbeit, 2021
63 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Methodologie
2. Das lukanische Doppelwerk
3. Der Evangelist Lukas
4. Quellenkritik des lukanischen Doppelwerks
4.1 Äußere Kritik
4.1.1. Prüfung auf Fälschung
4.1.2. Äußere Bestimmung der Quelle
4.2 Innere Kritik
5. Das Lukasevangelium als historische Quelle
6. Kritik am Lukasevangelium
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Zuverlässigkeit des Lukasevangeliums und des gesamten lukanischen Doppelwerks unter Anwendung der historischen Methode, um die Frage zu klären, inwieweit diese Schriften als verlässliche Quellen für den historischen Jesus dienen können.
1. Methodologie
Die Aufgabe der Geschichtswissenschaft ist es, „die Erscheinungswelt des menschlichen sozialen Wesens in der stetig wechselnden Fülle seiner Entwicklungen zu erforschen und zu erkennen.“4 Wie auch bei allen anderen Wissenschaften ist es die Aufgabe der Geschichte, gesichertes Wissen zu vermitteln.5 Dabei unterscheidet sich die Geschichte in ihrer Herangehensweise von den Naturwissenschaften. Die Naturwissenschaften suchen nach allgemeinen Sätzen, Gesetzen, Begriffen, Ideen, die aus der Empirie gewonnen werden können.6 In der Geschichte gibt es jedoch keine allgemeingültigen Gesetze, wenn dann nur „gewisse Regelmäßigkeiten der Erscheinungen und Prozesse, deren ursächliche Abhängigkeitsverhältnisse wir eben wegen der Unbestimmbarkeit der menschlichen Individualitäten und wegen der großen Menge konkurrierender Bedingungen theoretisch und praktisch nicht erkennen vermögen […]. Die Geschichtswissenschaft kann und will nicht allgemeingültige Gesetze und Begriffe finden. Es genügt ihr, den Zusammenhang der Tatsachen ihres Gebietes auf Grund der Identität der menschlichen Natur und der damit gegebenen psychischen Kausalität im Sinne einheitlicher Entwicklungen zu begreifen.“7
Damit ist die Geschichtswissenschaft keine Gesetzwissenschaft und somit keine exakte Wissenschaft. Doch das heißt nicht, dass die Geschichtswissenschaft gar keine Wissenschaft ist.8 Die Geschichte bleibt nicht auf der Stufe des deskriptiven Erzählens, sondern erfasst die Einzelheiten mit Blick auf den Zusammenhang der gesamten Entwicklungen. Diese werden dann im Gesamtbild der menschlichen Entwicklung eingeordnet, wodurch psychische Kausalitäten erkannt werden können.9 Die Kausalität ist dabei das entscheidende Merkmal, um zwischen Wissen und Wissenschaft zu differenzieren. Da dies auch in der Geschichte möglich ist, kann sie zurecht als Wissenschaft betitelt werden, auch wenn ihre Vorgehensweise, um Erkenntnis zu gewinnen, sich von denen der Naturwissenschaften unterscheidet.10
Einleitung: Hinführung zur Fragestellung über die Historizität und Zuverlässigkeit der Berichte des Lukasevangeliums über Jesus Christus.
1. Methodologie: Erläuterung der geschichtswissenschaftlichen Arbeitsweise und der Anwendung der historischen Methode auf das Forschungsobjekt.
2. Das lukanische Doppelwerk: Darstellung der Einheit von Lukasevangelium und Apostelgeschichte als zusammenhängendes Werk.
3. Der Evangelist Lukas: Untersuchung der Autorschaft und der Überlieferungstradition bezüglich des Evangelisten Lukas.
4. Quellenkritik des lukanischen Doppelwerks: Systematische Analyse der Echtheit und Beschaffenheit des Doppelwerks unterteilt in äußere und innere Kritik.
4.1 Äußere Kritik: Prüfung des Werkes auf Fälschungen sowie äußere Bestimmung der Quelle durch historische Kontexte.
4.1.1. Prüfung auf Fälschung: Detaillierte Überprüfung, ob Form und Inhalt des lukanischen Doppelwerks zeitgenössischen echten Quellen entsprechen.
4.1.2. Äußere Bestimmung der Quelle: Bestimmung der Provenienz und des Abfassungszeitraums des lukanischen Werkes.
4.2 Innere Kritik: Untersuchung der inneren Wertbestimmung und der Individualität des Autors im Kontext seiner Zielsetzung.
5. Das Lukasevangelium als historische Quelle: Bewertung des Quellenwertes des Werkes unter Berücksichtigung der untersuchten Fakten.
6. Kritik am Lukasevangelium: Auseinandersetzung mit theologischen Kritikpunkten und der Frage nach dem kerygmatischen versus historischen Jesus.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung des lukanischen Werkes als vertrauenswürdige historische Quelle.
Lukas, Apostelgeschichte, Historischer Jesus, Quellenkritik, Historische Methode, Lukasevangelium, Doppelwerk, Geschichtswissenschaft, Antike Historiographie, Datierung, Textkritik, Hermeneutik, Kausalität, Exegese, Christentum
Die Arbeit untersucht die historische Zuverlässigkeit des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte, um zu klären, inwieweit sie als Quelle für den historischen Jesus geeignet sind.
Im Zentrum stehen die Anwendung der historischen Methode, die Datierung des lukanischen Doppelwerks, die Quellenkritik sowie der Vergleich mit zeitgenössischen historischen Dokumenten.
Das Ziel ist es, durch eine methodisch fundierte Quellenkritik die Glaubwürdigkeit des Lukas als Historiker zu prüfen und Vorurteile gegenüber dem historischen Wert seiner Schriften zu hinterfragen.
Die Autorin/der Autor verwendet die historische Methode, insbesondere die Gliederung in äußere Kritik (Echtheits- und Provenienzprüfung) und innere Kritik (Interpretationskritik).
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse der Form und des Inhalts des lukanischen Doppelwerks, vergleicht es mit antiken römischen und jüdischen Quellen und diskutiert Datierungsfragen.
Die wichtigsten Begriffe sind das lukanische Doppelwerk, die historische Methode, der historische Jesus, Quellenkritik, Exegese und die antike Geschichtsschreibung.
Da der Autor beide Werke mit demselben Prolog und Adressaten verfasst hat und sie in ihrer Struktur sowie in inhaltlichen Übergängen eng miteinander verknüpft sind.
Die Datierung ist entscheidend, da eine Spätdatierung oft als Argument für eine fiktive, legendenhafte Darstellung angeführt wurde; die Arbeit widerlegt diese Annahme durch eine Frühdatierung.
Die Arbeit kritisiert, dass viele theologische Einwände eher auf philosophischen und weltanschaulichen Vorurteilen beruhen als auf einer objektiven, quellenkritischen Analyse.
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