Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
24 Seiten, Note: "-"
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung und Fragestellung
2. Das Memelgebiet im 20. Jahrhundert – Eine Skizze
3. Das „Memeler Dampfboot“
3.1 Berichterstattung zur Deutschen Einheit und den endgültigen Ostgrenzen
3.1.1 Moderate Berichterstattung
3.1.2 Die neutralen Berichte
3.1.3 Die revisionistischen Berichte
3.2 Litauen
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einstellung der Memelländer zur deutschen Wiedervereinigung von 1990, indem sie das publizistische Organ „Memeler Dampfboot“ analysiert. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Blatt den Einigungsprozess begleitete, wie es auf die endgültige Anerkennung der Ostgrenzen reagierte und inwieweit die Berichterstattung zwischen moderaten, neutralen und revisionistischen Tendenzen oszillierte.
3.1 Berichterstattung zur Deutschen Einheit und den endgültigen Ostgrenzen
Zu der Berichterstattung über die Vereinigung zweier deutscher Staaten gehört zwangsläufig auch die Haltung des „Memeler Dampfbootes“ zu den ehemaligen Ostgebieten. Erst die völkerrechtlichen Vereinbarungen des Zwei-Plus-Vier Vertrages bildeten den abschließenden politischen Vorgang der deutschen Einheit, in dem die endgültigen Grenzen des vereinten Deutschlands vereinbart wurden.
Die Berichterstattung im MD spiegelt eine interessante Bandbreite des Meinungsspektrums innerhalb der sozialen Gruppe der Vertriebenen wider. Von moderaten Tönen, d.h. vom Bestehen auf die Anerkennung der Heimat im Osten im Sinne einer Herkunftsidentität bei gleichzeitiger Befürwortung eines „europäischen Hauses“ ohne Grenzveränderungen bis hin zu drohenden revisionistischen Artikeln ist jede politische Richtung vertreten. Die Zeitung ist zu klein, um ausschließlich eigene Beiträge zu veröffentlichen. Das MD übernimmt deshalb Mitteilungen des Bundes der Vertriebenen, bei denen davon auszugehen ist, dass sie in die Politik des Memeler Dampfboots passen. Dies muss bei dieser kleinen Zeitung und ihrer Analyse berücksichtigt werden.
Für die Analyse wurden die Ausgaben von Januar 1989 bis Februar 1991 herangezogen. Dieser Zeitraum ist wegen der relativ kurzen Zeit vom Zusammenbruch des SED-Regimes bis zur ersten gesamtdeutschen Wahl zum Deutschen Bundestag ausreichend. Die entscheidenden Weichenstellungen - auch in Bezug auf die ehemaligen Ostgebiete - erfolgten in dieser Zeit.
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die historische Bedeutung des Memelgebietes ein und definiert das Untersuchungsziel, die publizistische Haltung des „Memeler Dampfboot“ während des Einigungsprozesses 1989-1991 zu analysieren.
2. Das Memelgebiet im 20. Jahrhundert – Eine Skizze: Diese Skizze umreißt die geopolitische Geschichte des Memelgebietes, insbesondere dessen Abtrennung vom Deutschen Reich und die Integration in Litauen sowie die späteren Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.
3. Das „Memeler Dampfboot“: Das Kapitel beschreibt das „Memeler Dampfboot“ als traditionsreiches Sprachrohr der Memeldeutschen und analysiert dessen Rolle, Struktur und Verbreitung.
3.1 Berichterstattung zur Deutschen Einheit und den endgültigen Ostgrenzen: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung der journalistischen Positionierung des Blattes bezüglich der deutschen Wiedervereinigung, unterteilt in verschiedene Strömungen.
3.1.1 Moderate Berichterstattung: Dieser Abschnitt beleuchtet Beiträge, die den Wunsch nach Heimatpflege mit einer Befürwortung der europäischen Integration und Anerkennung des Status quo verbinden.
3.1.2 Die neutralen Berichte: Hier wird auf rein sachliche Meldungen und organisatorische Mitteilungen eingegangen, die keine explizit revisionistische oder moderate politische Tendenz erkennen lassen.
3.1.3 Die revisionistischen Berichte: Der Abschnitt identifiziert und kritisiert Artikel, die Maximalforderungen bezüglich der Ostgrenzen stellen und sich dabei teilweise einer demokratiefeindlichen Rhetorik bedienen.
3.2 Litauen: Das Kapitel untersucht die Berichterstattung des MD zu aktuellen kulturellen und humanitären Projekten in Litauen sowie zu Reisemöglichkeiten in die ehemalige Heimat.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass revisionistische Positionen zwar von einer lauten Minderheit (Funktionären) vertreten wurden, das MD insgesamt jedoch primär der Erinnerungskultur und humanitären Hilfe diente.
Memelgebiet, Memeler Dampfboot, Deutsche Einheit, Vertriebenenverbände, Revisionismus, Oder-Neiße-Linie, Heimat, Litauen, Ostgrenzen, Selbstbestimmungsrecht, Identität, Erinnerungskultur, Bundesrepublik, Einigungsprozess, Publizistik.
Die Arbeit untersucht die Reaktionen und die Einstellung der Memeldeutschen zur deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 anhand ihres wichtigsten Publikationsorgans, der Zeitschrift „Memeler Dampfboot“.
Zentral sind die Haltung zu den ehemaligen Ostgebieten, die Anerkennung der polnischen Westgrenze, die Rolle von Vertriebenenfunktionären sowie das kulturelle und humanitäre Engagement der Memeldeutschen in Litauen.
Ziel ist es zu analysieren, wie das „Memeler Dampfboot“ den Einigungsprozess begleitet hat und ob die Berichterstattung eher gemäßigte, neutrale oder revisionistische Tendenzen aufwies.
Der Autor führt eine qualitative und quantitative Inhaltsanalyse der Ausgaben des „Memeler Dampfboots“ für den Zeitraum Januar 1989 bis Februar 1991 durch, um die publizistische Ausrichtung zu skalieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Memelgebietes, eine Charakterisierung des „Memeler Dampfboots“ und eine differenzierte Analyse der Berichterstattung zu den Themen Deutsche Einheit, Ostgrenzen und den Beziehungen zu Litauen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Memelgebiet, Vertriebenenverbände, Deutsche Wiedervereinigung, Revisionismus, Erinnerungskultur und Publizistik definieren.
Während Funktionäre häufig revisionistische Maximalforderungen und eine rhetorische Ablehnung der neuen Grenzen vertraten, war die Mehrheit der Mitglieder eher an zivilen Kontakten, humanitärer Hilfe und dem Erhalt kultureller Bindungen an die Heimat interessiert.
Jurgsties forderte Grenzveränderungen, sprach der Bundesregierung die Legitimität ab und setzte die Vertreibung der Deutschen mit einem Völkermord gleich, was weit über eine gemäßigte Interessenvertretung hinausgeht.
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