Bachelorarbeit, 2006
81 Seiten, Note: A
1 EINLEITUNG
TEIL I
2 DIE STRUKTUR DER JAPANISCHEN GESELLSCHAFT
IE UND MURA
KONTROLLMECHANISMEN
ZWISCHENFAZIT
3 THEORIEN SOZIALER BEWEGUNG
NEUE SOZIALE BEWEGUNG
4 SOZIALE BEWEGUNGEN IN JAPAN BIS 1970
SOZIALE BEWEGUNGEN IM IMPERIALISTISCHEN JAPAN
SOZIALE BEWEGUNGEN IM NACHKRIEGSJAPAN
DIE STUDENTENBEWEGUNG
DIE ARBEITERBEWEGUNG
BEREITSCHAFT ZUR RADIKALEN AUSEINANDERSETZUNG
ZWISCHENFAZIT
TEIL II
ERSTER EXKURS: DIE MINAMATA-BEWEGUNG
5 DIE NEUE FRAUENBEWEGUNG
FORSCHUNGSSTAND
THEORETISCHE GRUNDLAGE / IDEOLOGIE
ENTWICKLUNG
ORGANISATIONEN
STRATEGIEN
TRÄGERSCHAFT
DISKUSSION
ZWEITER EXKURS: DIE ANTI-ATOMWAFFENBEWEGUNG
DRITTER EXKURS: BEWEGUNG GEGEN DEN AMPO-VERTRAG
6 DIE NEUE FRIEDENSBEWEGUNG
FORSCHUNGSSTAND
THEORETISCHE GRUNDLAGE / IDEOLOGIE
ENTWICKLUNG
ORGANISATIONEN
STRATEGIEN
TRÄGERSCHAFT
DISKUSSION
7 ABSCHLUSSDISKUSSION
Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich neue soziale Bewegungen in Japan durch die spezifischen gesellschaftlichen Kontextstrukturen Japans von denen im westlichen Kulturkreis unterscheiden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der Ideologie, Trägerschaft, Organisationen, Strategien und Entwicklung am Beispiel der neuen Frauenbewegung und der neuen Friedensbewegung.
Die neue Frauenbewegung
Das soziale Engagement japanischer Frauen erstreckt sich bis heute auf ein breites Spektrum gesellschaftlicher und politischer Beteiligungsmöglichkeiten (vgl. MACKIE, 1996:260). Einige Bewegungen konnten sogar nur durch die Mithilfe der „Hausfrauen“ gedeihen. Die folgende Analyse zieht allerdings die Beteiligungen von Frauen und Frauenorganisationen z. B. in der Umwelt- oder Friedenspolitik nicht mit ein, sondern beschränkt sich auf die Aktivistinnen und Organisationen, deren Ziele ausschließlich emanzipatorischer Natur waren und sind. Ihre Gruppen und Netzwerke beschränken sich auf Forderungen nach politischer und gesellschaftlicher Anerkennung des weiblichen Geschlechts, die damit verbundene Konstituierung eines neuen Rollenverständnisses in der japanischen Gesellschaft sowie ein Recht auf Selbstbestimmung.
Forschungsstand
Da der Beginn der neuen Frauenbewegung in Japan zeitlich mit dem Aufkommen der women’s liberation Bewegung in Amerika übereinstimmt, wird die japanische Bewegung von einigen Autoren als westlicher Import behandelt. Laut Lenz ist diese Annahme allerdings nur bedingt richtig (LENZ, 1998:152). Der Frauenbewegung der modernen Industrienationen käme zwar in jedem Fall eine Vorbildrolle zu, da die amerikanische women’s liberation Bewegung u.a. der Auslöser der modernen Frauenbewegung in Japan gewesen sei, jedoch spräche einem reinen Import entgegen, dass schon in der Meiji Ära japanspezifische, ideologische Grundannahmen konstatiert wurden und die spätere Bewegung dann auf den ausgereiften Theorien der Vorkriegszeit aufbauen konnte. Zudem gingen die Aktivistinnen größtenteils eigene Wege in Gestaltung und Ausführung des Protestes.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der sozialen Bewegungen in Japan, Darlegung der Forschungsfrage und Erläuterung der zugrunde liegenden These.
2 DIE STRUKTUR DER JAPANISCHEN GESELLSCHAFT: Vorstellung der Grundprinzipien der japanischen Gesellschaft, insbesondere der Gruppengesellschaft, des Konsensmodells und der daraus resultierenden Kontrollmechanismen.
3 THEORIEN SOZIALER BEWEGUNG: Definition und theoretische Einordnung sozialer Bewegungen unter Berücksichtigung der Besonderheiten der japanischen Gesellschaft.
4 SOZIALE BEWEGUNGEN IN JAPAN BIS 1970: Sozialhistorischer Überblick über die Entwicklung des Protests in Japan von der Meiji-Zeit bis zum Aufkommen der neuen sozialen Bewegungen um 1970.
5 DIE NEUE FRAUENBEWEGUNG: Empirische Analyse der japanischen Frauenbewegung hinsichtlich Ideologie, Organisation, Strategien und Trägerschaft.
6 DIE NEUE FRIEDENSBEWEGUNG: Empirische Untersuchung der japanischen Friedensbewegung, ihrer dualen Organisationsstruktur und ihrer Anpassung an globale politische Ereignisse.
7 ABSCHLUSSDISKUSSION: Zusammenfassende Bewertung der These unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse und der gesellschaftlichen Kontextfaktoren Japans.
Japan, soziale Bewegungen, neue soziale Bewegungen, Frauenbewegung, Friedensbewegung, Gruppengesellschaft, Konsensmodell, Lokalismus, Protest, Emanzipation, Zivilgesellschaft, Organisation, Struktur, Wandel, politische Partizipation.
Die Arbeit untersucht das Phänomen neuer sozialer Bewegungen in Japan und analysiert, wie diese durch die spezifischen japanischen Gesellschaftsstrukturen beeinflusst werden.
Die zentralen Themen sind die japanische Gruppengesellschaft, die Historie sozialer Proteste sowie eine detaillierte Analyse der neuen Frauenbewegung und der neuen Friedensbewegung.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern sich neue soziale Bewegungen in Japan in den Dimensionen Ideologie, Trägerschaft, Organisation, Strategie und Entwicklung von westlichen Bewegungen unterscheiden.
Es wird ein sozialwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der theoretische Grundlagen westlicher Bewegungsforschung mit japanspezifischen Analysen und einer Auswertung empirischer Daten sowie Literaturquellen kombiniert.
Im Hauptteil werden die Struktur der japanischen Gesellschaft, die Geschichte der Proteste bis 1970, die neue Frauenbewegung und die neue Friedensbewegung detailliert empirisch untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie soziale Bewegungen, Japan, Gruppengesellschaft, Konsensmodell, Emanzipation und Lokalismus charakterisiert.
Das Ie-Prinzip (Familiensystem) und die daraus resultierende Gruppenbindung erschweren öffentliches Abweichen und Konflikte, da Harmonie innerhalb der Gruppe priorisiert wird, was die Bildung überregionaler Bewegungen hemmt.
Der Lokalismus beschreibt die Konzentration von Protesten auf lokale Probleme statt auf überregionale Kampagnen, was oft als Rückzug aus der breiten Öffentlichkeit missinterpretiert wird, jedoch tief in der japanischen Bürgerinitiativen-Kultur verankert ist.
Die bewusste Verwendung bestimmter Begriffe (z.B. onna statt fujin) dient als politisches Instrument, um patriarchale Strukturen aufzubrechen und das gesellschaftliche Verständnis von Weiblichkeit zu kritisieren.
Es existieren nur wenige große, national agierende Netzwerke neben einer Vielzahl kleiner, lokal orientierter Organisationen, was eine spezifische dezentrale Struktur erzeugt.
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