Diplomarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Motivation und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Das Gut Software
2.1. Ökonomische Eigenschaften von Software
2.1.1. Software als Netzwerkgut
2.1.2. Software als Informationsgut
2.1.3. Software als komplexes Gut
2.1.4. Software als digitales Gut
2.1.5. Software als Gut ohne Rivalität im Konsum
2.2. Open Source Software
2.2.1. Motive der beteiligten Entwickler
2.2.2. OSS- vs. CSS- Lizenzen
2.2.2.1. Offene OSS-Lizenzen
2.2.2.2. Virale OSS-Lizenzen
2.2.2.3. CSS-Lizenzen
2.2.2.4. Resümee zu den Lizenzmodellen
2.3. (Intellectual) Property Rights und Softwareproduktion
3. Governance von Open Source Software Projekten
3.1. OSS-Governance und Projektlebenszyklus
3.1.1. Die Einführungsphase
3.1.2. Die Wachstumsphase
3.1.3. Die Reifephase
3.1.4. Die Rückgangsphase (mit oder ohne Wiederaufleben)
3.1.5. Erkenntnisse aus der Lebenszyklusbetrachtung
3.1.6. Einführung von Governance-Instrumenten in OSS-Projekten - eine Gradwanderung
3.2. OSS-Governance und Institutionenökonomik
3.2.1. OSS-Governance und Transaktionskosten
3.2.2. Institutionelle Arrangements zur OSS-Governance
3.2.2.1. Prinzip der Offenheit
3.2.2.2. Interne Governance
3.2.2.2.1. Modularität in Programmarchitektur und Projektorganisation
3.2.2.2.2. Hierarchie nach Leistung
3.2.2.2.3. Passive Kontrollrechte
3.2.2.2.4. Standardisierte Kommunikationsmechanismen
3.2.2.2.5. Standardisierte Koordinationsmechanismen
3.2.2.2.6. Instrumente zur Sicherung intrinsischer und Förderung extrinsischer Motive
3.2.2.3. Externe Governance
3.2.3. Zusammenfassung zur Governance von OSS-Projekten
4. Institutionenökonomische Erkenntnisse
5. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die institutionenökonomische Untersuchung und Bewertung von Governance-Strukturen in Open Source Software (OSS) Projekten im Vergleich zu traditionellen Closed Source Software (CSS) Unternehmen. Die Arbeit analysiert insbesondere, wie arbeitsteilige Teamproduktion in diesen unterschiedlichen Organisationsformen effizient gesteuert wird, um das sogenannte Teamproduktionsproblem und externe Effekte wie Drückebergerei (Shirking) zu adressieren.
3.1.6. Einführung von Governance-Instrumenten in OSS-Projekten - eine Gradwanderung
Schweik und Semenov (2003) argumentieren, dass man mit relativ großer Gewissheit behaupten kann, dass nur OSS-Projekte mit wohl definierten Regeln, welche von der Community verstanden und eingehalten werden, langfristigen Erfolg haben werden. Dabei ist es eher von geringer Bedeutung ob diese Regeln formeller oder informeller Natur sind (vgl. Schweik/Semenov, 2003, S. 8).
Die nachfolgende Argumentation zeigt jedoch, dass man sich bei der Implementierung von Governance-Mechanismen, auf eine Gradwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg begibt. Die Wirkung implementierter Governance-Instrumente ist stark abhängig von der Motivationsstruktur der beteiligten Individuen. Die Motivationsstruktur ist wiederum abhängig von individuellen Einstellungen, sowie von der Lebenszyklusphase eines Projektes. Bei freiwilliger Arbeit lassen sich konventionelle Steuerungsmechanismen nicht adäquat anwenden, da keine monetäre Belohnung/Bestrafung möglich ist. Für eine sinnvolle Governance müssten die Steuerungsinstrumente also die Motivationsstruktur aller Beteiligten berücksichtigen und darüber hinaus dynamisch anpassbar sein. Eine derartige Ausgestaltung dürfte sich sehr schwierig gestalten (vgl. Lattemann/Stieglitz, 2005, S. 200).
Andererseits kann eine Unterlassung der Implementierung stärkerer Koordinationsinstrumente zu Wachstums- und Effizienzverlusten führen. Durch steigende Mitgliederzahlen kann es zu Zielasymmetrien kommen, welche aufgrund von steigenden Informations- und Verhandlungskosten möglicherweise zur Stagnation des gesamten Projektes führen (vgl. Achtenhagen, 2003, S. 456; Lattemann/Stieglitz, 2005, S. 197).
Eine Einführung von zu vielen bzw. unangemessenen Kontroll- und Steuerungsmechanismen kann aber auch dazu führen, dass sich Beteiligte in ihrer Selbstbestimmung zu sehr eingeschränkt fühlen und das Projekt verlassen (vgl. Wynn, 2003, S. 288).
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert das steigende Interesse an Open Source Software als alternative Organisationsform und stellt die Forschungsfrage nach der Effizienz ihrer Governance-Strukturen.
2. Das Gut Software: Es werden die ökonomischen Eigenschaften von Software als Netzwerkgut, Informationsgut, komplexes Gut und digitales Gut sowie die verschiedenen Lizenzmodelle und deren Auswirkungen auf Verfügungsrechte analysiert.
3. Governance von Open Source Software Projekten: Dieses Kapitel untersucht die Steuerung von OSS-Projekten über deren Lebenszyklus hinweg sowie spezifische Governance-Instrumente und institutionelle Arrangements.
4. Institutionenökonomische Erkenntnisse: Hier werden die Ergebnisse der institutionenökonomischen Analyse zusammengeführt und die beiden Produktionsmodelle hinsichtlich der Minimierung von Transaktionskosten und Wohlfahrtsverlusten bewertet.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der institutionellen Arrangements und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Forschungsfelder.
Open Source Software, Governance, Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Property Rights, Softwareproduktion, Teamproduktion, Netzwerkeffekte, Lizenzmodelle, Projektlebenszyklus, Modularität, Hierarchie nach Leistung, externe Effekte, Wissensspillover, Marktversagen
Die Arbeit untersucht aus institutionenökonomischer Perspektive, wie Open Source Software (OSS) Projekte organisiert und gesteuert werden und wie diese Governance-Strukturen im Vergleich zu klassischen Closed Source Software (CSS) Unternehmen zu bewerten sind.
Zentrale Themen sind die ökonomischen Eigenschaften von Software, die Bedeutung von Verfügungsrechten (Property Rights), die Strukturierung von Organisationsformen und die Analyse von Governance-Mechanismen in OSS-Communities.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, welche institutionellen Arrangements in OSS-Projekten eingesetzt werden und wie effizient diese – insbesondere im Vergleich zu CSS-Unternehmen – das Teamproduktionsproblem und externe Effekte lösen.
Die Arbeit nutzt die Neue Institutionenökonomik (NIÖ), speziell die Property-Rights-Theorie und die Transaktionskostentheorie, um die Governance-Strukturen ökonomisch zu modellieren und zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert die Eigenschaften von Software, vergleicht OSS- und CSS-Lizenzmodelle, untersucht den Projektlebenszyklus von OSS-Projekten sowie spezifische interne und externe Governance-Instrumente wie Modularität und leistungsorientierte Hierarchien.
Wesentliche Begriffe sind Open Source Software, Governance, Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Property Rights, Softwareproduktion sowie Teamproduktion.
Hierarchie wird in OSS-Projekten primär durch eine Leistungshierarchie (meritokratisches Prinzip) konstituiert, bei der sich Personen durch ihre technischen Beiträge und die damit verbundene Reputation Autorität in der Community erarbeiten.
Stiftungen dienen als formelle Schnittstellen zu Wirtschaft und Rechtssystem, um monetäre Spenden zu verwalten und die rechtliche Verantwortung für den Quellcode und Markenrechte zu übernehmen, wodurch individuelle Entwickler vor Patentrisiken geschützt werden.
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