Bachelorarbeit, 2021
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema
2.1 Rassismus und wahrgenommene Diskriminierung
2.2 Akkulturation, soziale und nationale/ethnische Identität
2.3 Diskriminierung, Stress und Wohlbefinden
2.4 Soziale Unterstützung als Schutzfaktor
2.5 Integration und Zugehörigkeit
2.6 Fragestellung
3. Methode
3.1 Darstellung des methodischen Vorgehens
3.1.1 Wahrgenommene Diskriminierung
3.1.2 Ethische und nationale Identität
3.1.3 Psychische Gesundheit
3.1.4 Soziale Unterstützung
3.1.5 Integration
3.1.6 Zusätzliche Erhebungen
3.2 Darstellung der Stichprobe
3.3 Vorgehen bei der Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Spearman-Korrelation
4.2 Multiple Regressionsanalyse
4.3 Korrelationen
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Zusammenfassung des theoretischen Hintergrunds und der Fragestellungen
5.2 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5.3 Diskussion der eigenen methodischen Vorgehensweise
6. Fazit
Die Forschungsarbeit untersucht den Einfluss wahrgenommener Diskriminierung auf das psychische Wohlbefinden und das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, wobei insbesondere die Rolle von sozialer Unterstützung und ethnischer Identität als potenzielle Schutzfaktoren analysiert wird.
2.1 Rassismus und wahrgenommene Diskriminierung
Um über die Themen Diskriminierung und Rassismus diskutieren zu können, müssen erst einmal relevante Begriffe definiert werden. „Rassismus“ ist jedoch durch seine Komplexität und durch die hohe Politisierung des Begriffes schwer zu definieren (Rommelspacher, 2009). Die passendste Definition ist für diese Arbeit die folgende: „Rassismus konstruiert Rassen, sodass körperliche, kulturelle oder religiöse Aspekte als genuine Gruppenmerkmale erscheinen, die für alle Gruppenmitglieder zentral bedeutsam seien und einen grundsätzlichen Unterschied zur ‚eigenen‘ Gruppe markierten. Die Konstruktion von ‚Rassen‘ hat zum Ziel und/oder als Effekt, dass eine eigene Gruppenidentität durch Abgrenzung von Anderen geschaffen wird und dass Aggressionen, Ausschlüsse und Privilegien damit legitimiert werden“ (Attia & Keskinkilic, 2017, S. 118). Diese Definition erwähnt die Konstruktion von „Rassen“, welches in der Rassismuskritik einen wichtigen Aspekt darstellt.
Der Begriff der „Rasse“ wurde schon 1898 von Gustave Le Bon zurückgewiesen (Wunderlich, 2019). Auch die UNESCO hat 1950 eine Erklärung zur Frage der „Rasse“ veröffentlicht, welches durch wissenschaftliche Beweise die Theorie der Menschenrasse ablehnt und die „Rasse“ als ein soziales und nicht biologisches Phänomen beschreibt. Dieser Mythos hat einen enormen sozialen Schaden angerichtet (UNESCO, 1950). Der Soziologe Robert Miles beschreibt Rassismus als eine Ideologie (Miles & Brown, 2003). Nach Essed (1991) ist Rassismus aber nicht nur eine Ideologie, sondern wird durch tägliche Behandlungsweisen verursacht und verstärkt, womit Essed den Begriff des „Alltagsrassismus“ eingeführt hat. Rommelspacher (2009) verbindet mit dem Begriff Rassismus nicht nur "Vorurteile", sondern auch gesellschaftliche Diskriminierung. "Unter sozialer Diskriminierung wird die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie ethnische oder nationale Herkunft, Hautfarbe, Sprache, politische oder religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung, Geschlecht, Alter oder Behinderung verstanden. Ausgangspunkt jeder Diskriminierung ist die Konstruktion von Differenz" (Kösemen, 2015, S. 8).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Rassismus und Diskriminierung als Alltagserfahrungen für Menschen mit Migrationshintergrund ein und skizziert die wissenschaftliche Ausgangslage.
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung, Akkulturation und soziale Identität und stellt relevante psychologische Modelle vor.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Online-Befragung von 112 Teilnehmenden mittels standardisierter Fragebögen zur Diskriminierung, Identität und psychischen Belastung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Korrelationen und Regressionsanalysen, die den Zusammenhang zwischen Diskriminierung, psychischer Belastung und sozialen Faktoren untersuchen.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den theoretischen Kontext eingeordnet, wobei auch die methodischen Stärken und Schwächen der Arbeit kritisch reflektiert werden.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die gesellschaftlichen Konsequenzen und zeigt Potenzial für zukünftige Forschung auf.
Rassismus, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Zugehörigkeitsgefühl, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung, ethnische Identität, nationale Identität, Integration, subjektive Belastung, Stressbewältigung, Coping, Akkulturation, Alltagserfahrung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wahrgenommenen Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit sowie das Zugehörigkeitsgefühl.
Die zentralen Themen umfassen Rassismus, Diskriminierungserfahrungen, Akkulturation, psychische Belastung (Stress) sowie die protektiven Faktoren soziale Unterstützung und Identitätsbildung.
Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit wahrgenommene Diskriminierung das psychische Wohlbefinden sowie die nationale Identität und Integration beeinflusst und ob soziale Faktoren diese Prozesse abpuffern können.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit 112 volljährigen Menschen mit Migrationshintergrund durchgeführt. Die Daten wurden mittels SPSS durch Korrelations- und Regressionsanalysen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Literatur, eine detaillierte Beschreibung der eingesetzten psychologischen Messinstrumente sowie die Analyse und Diskussion der empirischen Daten.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Diskriminierung, Migrationshintergrund, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung und Identität beschreiben.
Die Analyse konnte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Diskriminierung und der nationalen Identität nachweisen, was die ursprüngliche Hypothese in diesem Punkt nicht bestätigen konnte.
Die Studie belegt, dass soziale Unterstützung einen negativen Zusammenhang mit der subjektiv erlebten Belastung aufweist, sie fungiert somit als Schutzfaktor, der diskriminierungsbedingten Stress abmildern kann.
Nein, die Analysenergebnisse konnten die Hypothese, dass die ethnische Identität als Schutzfaktor für das psychische Wohlbefinden bei wahrgenommener Diskriminierung agiert, nicht stützen.
Es konnte ein signifikanter negativer Zusammenhang nachgewiesen werden: Je höher die wahrgenommene Diskriminierung, desto niedriger schätzen die Befragten ihre subjektive Integration in Deutschland ein.
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