Magisterarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kurzer Überblick: Geschichte der modernen Türkei
2.1. Allgemeine Situation nach dem Ersten Weltkrieg
2.2. Kemalistische Revolution
3. Geschichte der Türkei-EU Beziehungen bis 2005 (Eröffnung der Verhandlungen)
3.1. Ankara-Abkommen
3.2. Antrag auf Vollmitgliedschaft
3.3. Zollunion
3.4. Der Luxemburg-Gipfel
3.5. Der Helsinki-Gipfel
4. Überzeugende Modelle zum EU-Beitritt der Türkei
4.1. Vollmitgliedschaft
4.2. Privilegierte Partnerschaft
4.3. Abgestufte Integration
4.4. Zusammenfassung
5. Pro- und Contra Argumente
5.1. Geografische und Geostrategische Lage
5.2. Migration/Integration
5.3. Religion / Kultur
5.3.1. Religion und Kultur als Pro- Contra -Argument
5.3.2. Kulturelle Unterschiede -Beitritt der Türkei und die Überlastung der EU
5.6. Menschen- Minderheitenrechte und die „Kurdische Frage“
5.6.1.1. Kurdische Frage
5.6.1.2. Lösungsvorschläge
5.6.2. Die Rolle des Militärs
5.6.3.Menschen- und Minderheitenrechte
5.6.4. Fortschrittsberichte der EU- Kommission
5.7. Ökonomischer Aspekt /Kopenhagener Kriterien
5.7.1. Funktionierende Marktwirtschaft
5.7.2. Wettbewerbsfähigkeit
5.7.3. Fortschrittsberichte
5.8. Zypern-Problematik
5.8.1.Geschichtliche Entwicklung bis 1974
5.8.2. Beziehungen mit der EU
5.9.Zusammenfassung
6.Die Haltung der großen Staaten in der EU
6.1. Deutschland
6.2. Frankreich
6.3. Großbritannien
7. Schlussbetrachtungen
Ziel dieser Arbeit ist eine objektive und wissenschaftliche Analyse des EU-Beitrittsprozesses der Türkei, wobei insbesondere die kontroversen Pro- und Contra-Argumente im Zentrum stehen, um ein realistisches Verständnis der politischen Entscheidungsgrundlagen zu ermöglichen.
2.2. Kemalistische Revolution
Die Gründung der modernen Türkei aus den Überresten des Osmanischen Reiches ist aus vielen Gründen einzigartig. Die Art und Weise, wie aus einem Großreich ein Nationalstaat geworden ist, ist beispiellos. Für ein besseres Verständnis dieser „Beispiellosigkeit“ sollte man sich die Radikalität der Reformen vor Augen halten, z.B. die Einführung der neuen Buchstaben, was in der Geschichte in keinem Land gemacht wurde, das Gesetz über das Huttragen usw.…
In den ersten 15 Jahren dieses neuen Staates wurden zahlreiche Reformen durchgesetzt, die beispiellos in der Geschichte sind. Die „Kemalistischen Reformen“ erzielten eine neue Staatsform, sahen ein neues Gesellschaftsmodel vor, was für die Gesellschaft völlig fremd war. Paul Dumont weist darauf hin, „dass die Kemalistische Revolution ihrer Natur nach völlig verschieden von allen vergangenen Veränderungsprozessen in der türkischen Gesellschaft war.“10 Atatürk war sich bewusst, welche Reformen er durchsetzte und in welch kurzer Zeit. Er sagte am Ende der zwanziger Jahre: „Wenn sie sich an die letzten sechs Jahre erinnern, werden sie begreifen, das wir jetzt verschiedene Fundamente und Prinzipien haben, die dem Staat, die Beziehungen zwischen Mitgliedern der Nation und dem Fortschritt auf dem Weg in die Zivilisation zugrunde liegen- mit einem Wort alles-, was unsere Struktur, unsere Organisation und unsere nationalen Bedürfnisse betrifft. Diese großen, von unserer Nation in einem Zeitraum von nur sechs Jahren bewältigten Veränderungen, bedeuten einen tiefgreifenden Wandel, sublimer und intensiver als das, was allgemein mit dem Wort Revolution gemeint ist.“11
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die langjährige und kontroverse Debatte um einen EU-Beitritt der Türkei und definiert das Ziel der Arbeit als objektiven, wissenschaftlichen Beitrag zur Analyse von Pro- und Contra-Argumenten.
2. Kurzer Überblick: Geschichte der modernen Türkei: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss von der Situation nach dem Ersten Weltkrieg bis zur kemalistischen Revolution und deren grundlegender Bedeutung für die neue Staatsstruktur.
3. Geschichte der Türkei-EU Beziehungen bis 2005 (Eröffnung der Verhandlungen): Dieses Kapitel beleuchtet den Verlauf der Beziehungen von der Unterzeichnung des Ankara-Abkommens 1963 bis zur Eröffnung der Verhandlungen im Jahr 2005.
4. Überzeugende Modelle zum EU-Beitritt der Türkei: Hier werden verschiedene Integrationsmodelle wie die Vollmitgliedschaft, die privilegierte Partnerschaft und die abgestufte Integration kritisch diskutiert.
5. Pro- und Contra Argumente: Das Kernstück der Arbeit untersucht detailliert die verschiedenen Argumentationslinien zu Geografie, Migration, Religion, Menschenrechten, Ökonomie und der Zypern-Problematik.
6. Die Haltung der großen Staaten in der EU: Dieses Kapitel analysiert die unterschiedlichen politischen Standpunkte und gesellschaftlichen Haltungen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien gegenüber dem Beitrittsgesuch.
7. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Chancen und Risiken, wobei betont wird, dass eine Ausgrenzung der Türkei aus geografischen Gründen nicht zielführend ist.
Europäische Union, Türkei, Beitrittsverhandlungen, Kopenhagener Kriterien, Kemalismus, Zollunion, Privilegierte Partnerschaft, Migration, Menschenrechte, Minderheitenrechte, Kurdische Frage, Geostrategie, Zypern-Konflikt, Europäische Identität, Laizismus.
Die Arbeit behandelt die komplexe Thematik der möglichen Aufnahme der Türkei in die Europäische Union unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen sowie aktueller politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Türkei, den Beziehungen zur EU, den theoretischen Beitrittsmodellen, den spezifischen Pro- und Contra-Argumenten sowie den Haltungen einflussreicher EU-Staaten.
Das Hauptziel ist es, einen sachlichen und wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Debatte zu leisten, indem die vielschichtigen Argumente beider Seiten analysiert und in einen Kontext gesetzt werden.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Analyse von Fortschrittsberichten der EU-Kommission, bestehender Fachliteratur, offiziellen Abkommen sowie auf statistische Daten und Befragungsergebnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Türkei-EU-Beziehungen, die Vorstellung von Integrationsmodellen (z.B. Vollmitgliedschaft vs. privilegierte Partnerschaft) sowie die tiefgehende Erörterung strittiger Themenfelder wie Religion, Migration und Menschenrechte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie EU-Beitritt, Kopenhagener Kriterien, Kemalismus, Zypern-Problematik, Migrationsdruck und europäische Werte charakterisieren.
Der Autor zeigt auf, dass das Militär traditionell als "Wächter" der kemalistischen Prinzipien und als politischer Machtfaktor agiert, was im Kontext der Demokratisierungsanforderungen der EU zunehmend problematisiert wird.
Die Kurdenfrage wird als zentrales Menschenrechtsthema und Herausforderung für die interne Stabilität der Türkei dargestellt, deren Lösung die Erfüllung demokratischer Standards und eine Abkehr von rein militärischen Lösungsansätzen erfordert.
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