Bachelorarbeit, 2021
95 Seiten, Note: 1,7
1.Einleitung
2. Pflegekinder
2.1 Rechtliche Bestimmungen
2.2 Der Weg zur Pflegeerlaubnis
2.3 Der Weg in eine Pflegefamilie
3. Trauma
3.1 Definition Trauma und ihre häufigsten Auslöser
3.1.1 Vernachlässigung
3.1.2 Misshandlung
3.2 Traumatisierte Pflegekinder
3.2.1 Folgen der Traumatisierung
3.2.2 Bindungsverhalten bei traumatisierten Pflegekindern
4. Traumapädagogik
4.1. Der sichere Ort
4.1.1 Der äussere sichere Ort
4.1.2 Der personale sichere Ort
4.1.3 Das Selbst als sicherer Ort
4.1.4 Spiritualität als sicherer Ort
5. Methodik
5.1. Methodenwahl qualitative Sozialforschung
5.2 Sampling
5.3 Erhebungsinstrument
5.3.1 Transkription
5.3.2 Gütekriterien
6. Auswertung der Ergebnisse
7. Darstellung der Forschungsergebnisse
8. Interpretation und Handlungsempfehlungen
9. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Lebenssituation traumatisierter Pflegekinder in Deutschland und widmet sich der zentralen Forschungsfrage, welche Unterstützung Pflegeeltern benötigen, damit die Pflegefamilie zu einem sicheren Ort für diese Kinder werden kann.
3.1 Definition Trauma und ihre häufigsten Auslöser
Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wunde und ist in Bezug auf die Betroffenen in dieser Thesis als seelische Verletzung zu verstehen. Hierbei kommt es zu einer Überforderung der Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis. Diese können durch schwere Unfälle, Krieg oder Naturkatastrophen ausgelöst werden. Darüber hinaus werden auch psychische, körperliche und oder sexuelle Gewalt sowie schwere Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen als traumatische Erlebnisse bezeichnet. In den medizinischen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-IV werden die Ereignisse benannt, die:
Objektiv "mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß" (ICD-10) einhergehen oder "den tatsächlichen oder drohenden Tod, tatsächliche oder drohende ernsthafte Körperverletzung oder eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit von einem selbst oder Anderen" (DSM-IV) einschließt, sowie subjektiv "bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde“ (ICD-10) beziehungsweise mit "starker Angst, Hilflosigkeit oder Grauen" erlebt wurde (DeGPT o.J.).
Fischer und Riedesser beschreiben Trauma als „Ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt“ (1998, S. 79).
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Situation traumatisierter Pflegekinder ein und umreißt die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
2. Pflegekinder: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen, den Prozess der Pflegeerlaubnis und die Aufnahme von Kindern in eine Pflegefamilie.
3. Trauma: Hier werden Traumata definiert, häufige Auslöser wie Vernachlässigung und Misshandlung diskutiert und die Folgen für die Entwicklung traumatisierter Pflegekinder beleuchtet.
4. Traumapädagogik: Das Kapitel führt in das Konzept der Traumapädagogik ein und differenziert das Konzept des "sicheren Ortes" in seine verschiedenen Dimensionen.
5. Methodik: Der methodische Teil beschreibt das Vorgehen der qualitativen Sozialforschung, das Sampling der Experteninterviews sowie das Erhebungsinstrument.
6. Auswertung der Ergebnisse: Hier wird der Prozess der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz sowie die Arbeit mit dem Programm MAXQDA detailliert beschrieben.
7. Darstellung der Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse aus den durchgeführten Experteninterviews mit den beteiligten Pflegefamilien.
8. Interpretation und Handlungsempfehlungen: Auf Basis der Ergebnisse erfolgt eine Interpretation sowie die Formulierung konkreter Empfehlungen für die Praxis der Pflegekinderhilfe.
9. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Standards in der Arbeit mit traumatisierten Pflegekindern.
Pflegekinder, Pflegeeltern, Trauma, Sicherer Ort, Traumapädagogik, Bindungsstörung, Jugendhilfe, Qualitative Sozialforschung, Resilienz, Unterstützung, Supervision, Kindeswohl, Traumafolgestörungen, Elternschaft, Fallstudie
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation traumatisierter Pflegekinder in Deutschland und analysiert, welche Unterstützung Pflegeeltern benötigen, um den Kindern ein stabiles und sicheres Zuhause bieten zu können.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Traumapädagogik, Bindungstheorie, der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sowie der praktischen Alltagsbewältigung in Pflegefamilien.
Das Ziel ist es, die Herausforderungen für Pflegeeltern im Umgang mit traumatisierten Kindern aufzuzeigen und Strategien zu identifizieren, die eine erfolgreiche Integration und Genesung der Kinder fördern.
Die Verfasserin nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere leitfadengestützte Experteninterviews, die nach der Methode von Kuckartz mit dem Programm MAXQDA ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung zu Trauma und Traumapädagogik sowie einen empirischen Teil, der die Erfahrungen und Bedürfnisse der befragten Pflegeeltern ausführlich darstellt.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Pflegekinder, Trauma, Sicherer Ort, Bindungsstörung und Jugendhilfe maßgeblich geprägt.
Die Bewertung ist ambivalent: Während einige Pflegeeltern punktuell Unterstützung erfahren, berichten viele von mangelnder Information, fehlenden Schulungsangeboten und einer unzureichenden Begleitung, die in Überforderungssituationen zu Frustration führt.
Der sichere Ort ist nicht nur ein physischer Raum, sondern ein Konzept, das äußere Stabilität, personale Bindung, Selbstwirksamkeit und bei Bedarf spirituelle Aspekte vereint, um die traumatischen Erlebnisse der Kinder aufzufangen.
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