Diplomarbeit, 2008
236 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Forschungsfrage, Herangehensweise und Zielsetzung
2. Das Schaffensumfeld von Robert Zeppel-Sperl
2.1. Die 1960er Jahre
2.2. Die Kunst der 1960er Jahre in Österreich
2.2.1. Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus
2.2.2. Die Abstrakten
2.2.3. Der Wiener Aktionismus
2.2.4. Art brut
3. Die Werke Robert Zeppel-Sperls
3.1. Die Zeit an der Akademie
3.1.1. Die Werke von 1962 bis 1965
3.1.1.1. Beeinflussung
3.1.1.1.1. Beeinflussung durch Herbert Boeckl
3.1.1.1.2. Beeinflussung durch die Professoren Maximilian Melcher und Max Weiler
3.1.1.1.3. Beeinflussung durch die Wiener Schule des Phantastischen Realismus
3.1.2. Die Werke von 1966 bis 1968
3.1.2.1. Beeinflussung
3.1.2.1.1. Beeinflussung durch die Expressionisten und ihr Umfeld
3.1.2.1.2. Beeinflussung durch den Surrealismus
3.1.2.1.3. Beeinflussung durch Georges Braque und Heinrich Campendonk
3.1.2.1.4. Beeinflussung durch Horst Antes
3.1.2.1.5. Beeinflussung durch die Romantiker
3.1.2.1.6. Beeinflussung durch die Mitglieder der Wirklichkeiten
3.1.3. Die Zeit an der Akademie: Die Eigenständigkeit des Werkes
3.1.4. Motive aus der Akademiezeit
3.1.4.1. Die menschliche Figur
3.1.4.2. Das Motiv der Frau
3.1.4.3. Das Motiv der mystischen Wesen
3.1.4.4. Selbstbildnisse
3.1.4.5. Tiermotive
3.1.5. Stil in der akademischen Phase
3.1.5.1. Flächigkeit und Bild-im-Bild
3.1.5.2. Die Kolorierung
3.2. Die Zeit in Venedig von 1969 bis 1976
3.2.1. Die Werke von 1969 bis 1976
3.2.2. Die stilistischen Veränderungen in Venedig
3.2.3. Die Motive in Venedig
3.2.3.1. Die Frau
3.2.3.2. Tiermotiv
3.2.3.3. Selbstbildnis
3.3. Die Zeit ab dem ersten Amerikabesuch von 1977 bis 1988
3.3.1. Die Werke von 1977 bis 1988
3.3.2. Die stilistischen Veränderungen in der Zeit von 1977 bis 1988
3.3.3. Die motivischen Veränderungen in der Zeit von 1977 bis 1988
3.3.3.1. Die Frau
3.3.3.2. Selbstdarstellung
3.3.3.3. Der Mann
3.3.3.4. Die Bilderwand
3.4. Die Zeit ab der ersten Balireise von 1989 bis 2005
3.4.1. Das Werk von 1989 bis 2005
3.4.2. Die stilistischen Veränderungen in der Zeit von 1989 bis 2005
3.4.2.1. Die Kolorierung
3.4.2.2. Der Einsatz der Décalcomanie
3.4.3. Die motivischen Veränderungen von 1989 bis 2005:
4. Naive Tendenzen im Werk Robert Zeppel-Sperls
5. Resümee
6. Biografie
7. Interviews
7.1. Interview mit Helga Hauser, 29.01.2007
7.2. Interview mit Marianne Zeppel-Sperl, 26.04.2007
7.3. Interview mit Elfriede Jelinek, 22.06.2007
Diese Diplomarbeit verfolgt das primäre Ziel, das malerische Schaffen von Robert Zeppel-Sperl im Zeitraum von 1964 bis 2005 umfassend zu analysieren, wobei der Fokus auf den frühen, wegweisenden Arbeiten liegt. Die Untersuchung geht dabei der Forschungsfrage nach, welche soziokulturellen Einflüsse sowie künstlerischen Inspirationen das Werk geprägt haben, und wie der Künstler seine eigene Formsprache zwischen zeitgenössischen Strömungen und individueller Fantasie entwickelte.
Die Kunst der 1960er Jahre in Österreich
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es in Österreich, die vergangenen Jahre aufzuholen, um das künstlerische Vakuum zu füllen. Auf der einen Seite nahm die ältere Malergeneration der Expressionisten ihre Arbeit wieder auf, andererseits begannen die jungen nachkommenden Künstler damit, Interesse für die restlichen europäischen Länder und deren Kunstverständnis zu entwickeln. Schließlich bezogen sich die Maler auf den Surrealismus, dessen Nachwirkungen nirgendwo in der Welt stärker waren als in Wien. Aus dieser Orientierung gingen im Verlauf der 1950er Jahre zwei konträre Gruppen hervor, einerseits die Phantastischen Realisten, die sich durch eine „stupende, handwerkliche Perfektion“ auszeichneten und andererseits die Abstrakten, deren Ziel es war, die „starke Verinnerlichung und Personalisierung des künstlerischen Produktionsprozesses“ in ihren Arbeiten zum Ausdruck zu bringen. In den 1960er Jahren kam es schließlich zur Bildung der Gruppe „Wiener Aktionisten“, die dem Tafelbild, den klassischen Malutensilien generell, gänzlich abschworen und die Methode der Chaotisierung in die Kunst einführten.
Sowohl die Abstrakten als auch die Aktionisten schöpften aus den Arbeitsformen psychisch kranker Künstler, deren Bilder in Österreich durch die Veröffentlichung des Buches „Schizophrenie und Kunst“ von Leo Navratil große Aufmerksamkeit erlangten. Man kann also davon sprechen, dass es in Österreich zu jener Zeit, als Robert Zeppel-Sperl nach Wien kam, im Jahr 1962, zwei vorherrschende Stile gab, jenen der Wiener Schule des Phantastischen Realismus und jenen der Abstrakten rund um die Galerie „St. Stephan“.
Zeppel-Sperl selbst schilderte diese Situation folgendermaßen: „Als wir [Ringel, Pongratz und Zeppel-Sperl] zu malen begannen, gab es in Wien ganz bestimmte gegensätzliche Gruppierungen: einerseits die ‚Abstrakten‘ in der Galerie St. Stephan und überhaupt, dann die Phantasiemalerei der Wiener Schule und dazwischen die damals schon ziemlich betagten Expressionisten. Wir aber wollten mit alledem nichts zu tun haben. Wir hatten das Gefühl, das alles sei abgelegt und ausgemalt, es konnte uns nichts mehr geben.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die künstlerische Bedeutung von Robert Zeppel-Sperl ein und definiert die methodische Herangehensweise zur Analyse seines Frühwerks.
2. Das Schaffensumfeld von Robert Zeppel-Sperl: Dieses Kapitel beleuchtet die gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen der 1960er Jahre und verortet das Werk des Künstlers innerhalb zeitgenössischer österreichischer Kunstströmungen.
3. Die Werke Robert Zeppel-Sperls: Dies ist das Kernkapitel der Arbeit, das die künstlerische Entwicklung des Malers über verschiedene Zeitperioden hinweg, unter Berücksichtigung von Stil, Motiven und Einflüssen, detailliert nachzeichnet.
4. Naive Tendenzen im Werk Robert Zeppel-Sperls: In diesem Kapitel wird kritisch hinterfragt, ob das Werk Zeppel-Sperls als „naive Kunst“ kategorisiert werden kann, wobei die bewusste künstlerische Entscheidung gegen akademische Konventionen im Vordergrund steht.
5. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die vier Phasen des künstlerischen Werdegangs zusammen und reflektiert die Eigenständigkeit des malerischen Schaffens.
6. Biografie: Der biographische Abriss dokumentiert die Lebensstationen und den Ausbildungsweg von Robert Zeppel-Sperl bis zu seinem Tod.
7. Interviews: Dieses Kapitel enthält Transkriptionen der ausführlichen Gespräche mit Zeitzeugen, die wertvolle Einblicke in das persönliche und künstlerische Leben von Zeppel-Sperl geben.
Robert Zeppel-Sperl, Wirklichkeiten, Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Österreichische Kunst der 1960er Jahre, Bild-im-Bild, Surrealismus, Expressionismus, Naive Kunst, Malerei, Grafik, Studium an der Akademie, Ikonografie, Motivik, Décalcomanie, Künstlergruppe
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem malerischen Lebenswerk des österreichischen Künstlers Robert Zeppel-Sperl im Zeitraum von 1964 bis 2005. Dabei steht besonders die Analyse seines Frühwerks und der Einflüsse im Zentrum.
Die zentralen Themen sind das künstlerische Umfeld in Österreich während der 1960er Jahre, die stilistische Entwicklung des Künstlers sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kunstrichtungen und deren ikonografische Übernahme.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die künstlerische Entwicklung von Zeppel-Sperl zu gewinnen und aufzuzeigen, wie er sich aus dem Umfeld der Phantastischen Realisten und der Abstrakten löste, um einen eigenständigen Stil zu finden.
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Bildanalysen, den Vergleich mit anderen Künstlern, die Auswertung von Fachliteratur sowie die Einbeziehung zeitgenössischer Interviews mit Weggefährten als primäre Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen, von der Akademiezeit in Wien über die venezianische Periode bis hin zu den Jahren nach den Reisen nach Amerika und Bali, und analysiert jeweils Stile, Motive und technisches Vorgehen.
Schlüsselbegriffe sind neben dem Eigennamen "Robert Zeppel-Sperl" vor allem "Wirklichkeiten", "Bild-im-Bild", "Fantasiewesen", "naiv-erotisch" sowie die "Akademiezeit" und "Renaissance-Bezug".
Zeppel-Sperl war eines der Gründungsmitglieder der Gruppe "Wirklichkeiten", die 1968 in der Wiener Secession ausstellte. Die Arbeit verdeutlicht jedoch, dass es keine verbindende Ideologie gab, sondern eher eine lose Gruppierung von Freunden und Zeitgenossen.
Die Diplomarbeit erklärt, dass Zeppel-Sperls bewusste Nutzung von kindlichen, simplen Bildsprachen und anatomischen "Fehlern" oft von Kritikern als Naivität missverstanden wurde, während es sich tatsächlich um eine gezielte künstlerische Strategie handelte.
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