Bachelorarbeit, 2021
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Definition Kind
2.2 Definition Pornografie
2.3 Was ist Kinderpornografie?
3 Allgemein
3.1 Wer sind die Täter?
3.2 Ursachen der Kinderpornografie
3.2.1 Pädophilie – Eine Art der Paraphilie
3.2.2 Pädosexualiät – die Abgrenzung zur Pädophilie
3.2.3 Die Kommerzialisierung und die Abenteuerlust
3.3 Hellfeld versus Dunkelfeld
3.3.1 Hellfeld – Kindesmissbrauch in der Mitte der Gesellschaft angekommen
3.3.2 Problematik Dunkelfeld
3.4 Die Auswertung
3.4.1 Von der COPINE-Skala zur SAP-Skala
3.4.2 National Centre for Missing & Exploited Children - NCMEC
3.4.3 Die Zentrale Auswertungs- und Sammelstelle „Kinderpornografie“
3.5 Der Ermittlungsvorgang und die Herausforderungen
4 Speziell
4.1 Kinderpornografie – nur ein Randbereich
4.1.1 Tatort „Odenwaldschule“
4.1.2 Wormser Prozesse – „Der Amoklauf der Staatsanwaltschaft“
4.2 Lügde – ins Visier der politischen Aufmerksamkeit
5 Auswirkungen auf die politische / polizeiliche Arbeit
5.1 Der Kampf gegen Kindesmissbrauch – dauerhaft Chefsache
5.2 Hoffnungsvoll in die Zukunft
5.2.1 Änderungen im Strafgesetzbuch
5.2.2 Prävention und Qualifizierung der Justiz
5.2.3 Erfolgsversprechende Strafverfolgung
5.3 Prävention
5.3.1 Arten der Prävention
5.3.2 Präventionsansätze
5.3.3 Täterprävention
5.4 Zum Schutze der Ermittler
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung der Thematik Kinderpornografie von einem gesellschaftlichen Randbereich hin zu einem zentralen Fokus der politischen und polizeilichen Aufmerksamkeit. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen, Ausmaße (Hell- und Dunkelfeld) sowie die Ermittlungsprozesse und Präventionsstrategien im Kampf gegen dieses Deliktfeld wissenschaftlich aufzuarbeiten.
3.2.1 Pädophilie – Eine Art der Paraphilie
Der Begriff der Pädophilie lässt sich aus den griechischen Wörtern „pais“ (Kind) und „philia“ (freundschaftliche Liebe) ableiten und beschreibt eine sexuelle Anziehung auf Kinder vor, während oder kurz nach dem Eintritt in die Pubertät, also vor Beginn der Geschlechtsreifung. Hierbei kommen sowohl heterosexuelle, homosexuelle, als auch bisexuelle Formen zur Geltung. Die Pädophilie ist eine Art der Paraphilie. Eine Paraphilie beschreibt unübliche sexuelle Phantasien und Verhaltensweisen. Im Bereich der Pädophilie werden zwischen dem primären Typus -auch Kernpädophilie genannt-, also die ausschließliche Orientierung auf Kinder als Sexualpartner und dem sekundären Typus -nicht ausschließliche Pädophilie- unterschieden. Bei dem sekundären Typus kann auch durch sexuellen Kontakt mit erwachsener Person die Befriedigung erreicht werden (Brown, 2019).
Da Pädophile ihre eigene Sexualität oftmals als störend empfinden, versuchen sie dem Kind auf Augenhöhe zu begegnen (Schwarze & Hahn, 2016, S. 17f.). Dadurch wird versucht, den Kontakt aufzubauen und auf emotionale Ebene eine gleichberechtigte Partnerschaft herzustellen, welche als Liebe beschrieben wird. Das begehrte Kind und die Kindheit werden idealisiert. Sollte es zu sexuellen Handlungen kommen, so sind diese meist einseitig einzustufen, da das Kind für sich nicht verarbeiten kann, was gerade geschieht und die Handlung nicht adäquat eingeordnet werden kann. Quantitativ lässt sich sagen, dass wesentlich weniger unterschiedliche Praktiken zum Einsatz kommen als bei einem Sexualakt zwischen erwachsenen Personen.
Sobald das Kind die favorisierten körperlichen Merkmale nicht mehr aufweisen kann, weil es in die Pubertät kommt, erlischt das sexuelle Interesse und die Beziehung wird entweder auf freundschaftlicher Basis fortgeführt, oder gar abgebrochen (Becker, 1997). Häufig setzt der Täter das Kind unter psychisch einwirkenden Druck und beschreibt die Geschehnisse als ein Geheimnis zwischen Kind und der pädophilen Person.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Kinderpornografie ein, beleuchtet das gestiegene mediale Interesse an dem Deliktfeld und skizziert den Aufbau der wissenschaftlichen Ausarbeitung in einen allgemeinen und einen speziellen Teil.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Kind“ und „Pornografie“ sowie den kombinierten Terminus „Kinderpornografie“ auf Basis strafrechtlicher und wissenschaftlicher Standards.
3 Allgemein: Dieser Teil befasst sich mit Tätertypen, den Ursachen von Pädophilie, dem Vergleich von Hell- und Dunkelfeld sowie den komplexen Ermittlungs- und Auswertungsprozessen unter Einbeziehung internationaler Organisationen.
4 Speziell: Hier werden historische Missbrauchsfälle wie die Odenwaldschule und die Wormser Prozesse sowie der Fall Lügde als Wendepunkte für das gestiegene politische und polizeiliche Interesse aufgearbeitet.
5 Auswirkungen auf die politische / polizeiliche Arbeit: Dieses Kapitel erläutert neue Bekämpfungsstrategien, Gesetzesverschärfungen, Maßnahmen zur Täter- und Opferprävention sowie die psychosoziale Unterstützung der Ermittler.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass Kinderpornografie kein Randphänomen mehr ist, sondern ein Deliktfeld, das durch eine erhöhte politische Aufmerksamkeit und konsequente Präventions- sowie Ermittlungsarbeit langfristig eingedämmt werden muss.
Kinderpornografie, Kindesmissbrauch, Pädophilie, Prävention, Ermittlungsmethoden, Internetkriminalität, Cyber-Grooming, Strafgesetzbuch, Opferschutz, Täterprävention, Hellfeld, Dunkelfeld, COPINE-Skala, Lügde, Kinderschutz.
Die Arbeit behandelt das Deliktfeld der Kinderpornografie und deren Entwicklung vom gesellschaftlichen Randthema hin zu einem zentralen Fokus der politischen Kriminalitätsbekämpfung in Deutschland.
Die Arbeit gliedert sich in eine Definition der Begriffe, eine Untersuchung der Täterprofile und Ursachen, eine Abgrenzung von Hell- und Dunkelfeld sowie eine Bewertung der aktuellen Ermittlungs- und Präventionsstrategien.
Ziel ist es, die Dynamik dieses Kriminalitätsbereichs aufzuzeigen und zu analysieren, wie Politik und Polizei auf die gestiegene Bedrohung durch moderne Technologien reagieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse, die Auswertung polizeilicher Statistiken sowie die Aufarbeitung historischer und aktueller Fallbeispiele.
Der Hauptteil ist in einen allgemeinen Teil, der die kriminologischen Grundlagen und Ermittlungsprozesse abdeckt, und einen speziellen Teil unterteilt, der sich mit historischen Wendepunkten wie den Fällen Odenwaldschule, Wormser Prozesse und Lügde beschäftigt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kinderpornografie, Pädophilie, Prävention, Kriminalitätsbekämpfung, Opferschutz, Täterprofil und digitale Forensik.
Die Wormser Prozesse dienen als historisches Beispiel für Fehler in der strafrechtlichen Aufarbeitung und der Zusammenarbeit von Behörden, welche zu einer kritischen Reflektion der damaligen Ermittlungspraxis führen.
Lügde wird als Wendepunkt markiert, da die Schwere der Vorfälle und die Kritik an der polizeilichen Arbeit einen dauerhaften politischen Druck erzeugten, der zur Neustrukturierung der Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen führte.
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