Diplomarbeit, 2008
145 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und Relevanz der Arbeit
1.2 Forschungsstand
1.3 Vorgehensweise
2 Rechtsgrundlagen zur Europäischen Sportpolitik
2.1 Das EU-Recht
2.2 Die EU-Politik und der Sport
2.2.1 Der neue Sportartikel im EU-Reformvertrag von Lissabon
3 EU-Wettbewerbs- und Medienpolitik
3.1 Die Europäische Wettbewerbspolitik
3.2 Die Europäische Medienpolitik
3.2.1 Die Akteure der Europäische Medienpolitik
3.2.1.1 Die Kommission
3.2.1.2 Der Ministerrat
3.2.1.3 Das Europäische Parlament
3.2.1.4 Der Europarat
3.2.2 Die Instrumente der Europäischen Medienpolitik
4 Chronologie der EU-Fernsehrichtlinien
4.1 Eckdaten
4.2 Die Entstehungsgeschichte der EU-Fernsehrichtlinie
4.3 Inhalte der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ von 1989
4.3.1 Allgemeiner Grundsatz
4.3.2 Quotenregelung
4.3.3 Werbung
4.3.5 Jugendschutz
4.3.6 Recht auf Gegendarstellung
4.4 Novellierung der Fernsehrichtlinie 1997
4.4.1 Rechtshoheit
4.4.2 Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung
4.4.3 Teleshopping
4.4.4 Jugendschutz
4.5 Die neue Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMSD)
4.5.1 Lineare und nicht-lineare Dienste
4.5.2 Herkunftslandprinzip und Rechtshoheit
4.5.3 Werbung
4.5.4 Produktplatzierung (engl. „product placement“)
4.5.5 Weitere Regelungen
5 Die TV-Schutzlisten der EU-Staaten
5.1 Tabellarischer Überblick aller Schutzlisten und deren Inhalte
5.1.1 Gesamtübersicht
5.1.2 Einzelübersicht
6 Vergleich und Analyse der Schutzlisten der Nationen Deutschland, Österreich und UK
6.1 Begründung der Auswahl
6.2 Festlegung der Vergleichskriterien
6.3 Vergleich der Schutzlisteninhalte
6.4 Analyse aus geographischer Sicht
6.4.1 Deutschland
6.4.2 Österreich
6.4.3 Vereinigtes Königreich
6.5 Sozio-kultureller und sporthistorischer Einfluss
6.5.1 Deutschland
6.5.2 Österreich
6.5.3 Vereinigtes Königreich
6.6 Medialer Einfluss am Beispiel des deutschen TV-Marktes
6.6.1 Fernsehen in Deutschland
6.7 SPORT+MARKT-Studie: Die beliebtesten TV-Sportarten in ausgewählten europäischen Ländern
6.7.1 Untersuchungsmethodik
6.7.2 Untersuchungsergebnisse
6.8 Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse
7 Ökonomische Aspekte der Schutzlistenregelung
7.1 Allgemeine ökonomische Aspekte – Wirkungen auf die Wohlfahrt
7.2 Top-Sport als TV-Premium Content
7.3 Exklusivität von Fernsehrechten bei Sportereignissen
7.3.1 Pay-TV Exklusivität
7.3.2 Free-TV Exklusivität
7.4 Erlöse und Effizienz bei Free- und Pay-TV
7.5 Politische Argumentationen zur Existenz von Schutzlisten
7.5.1 Informationsfreiheit
7.5.2 Meritorische Aspekte (inkl. externer Effekte)
7.5.3 Kompensation staatlicher Subventionen
7.6 Fazit der ökonomischen Betrachtung
8 Theoretischer Rahmen der Experteninterviews
8.1 Begründung für die Durchführung der Experteninterviews
8.2 Interviewkriterien
8.2.1 Auswahl der Interviewpartner
8.2.2 Art des Interviews
8.2.3 Entwicklung des Fragebogens
8.2.4 Interviewverlauf
9 Expertenmeinungen zu den Auswirkungen der EU Schutzlistenregelung für den deutschen Markt
9.1 Experten-Meinungsspiegel zur EU-Schutzlistenregelung
9.2 Diskussion und Bewertung der Interviewergebnisse
9.3 SWOT-Analyse
10 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist eine detaillierte und strukturierte Analyse der Umsetzung der EU-Fernsehrichtlinie im Kontext der Sportberichterstattung, wobei die Auswirkungen der Schutzlistenregelung auf den Sportrechtemarkt sowie die Hintergründe der nationalen Ausgestaltungen untersucht werden.
6.4.1 Deutschland:
„Meer - Flachland - Mittelgebirge – Alpen“:
Deutschland spiegelt die unterschiedlichsten Landschaften West-, Mittel- und Osteuropas wider. Im Norden liegen Deutschlands Küsten an der Nord- und Ostsee. Aufgrund etlicher Mittelgebirgszüge erstreckt sich das Land vom Meer her nicht nur flach und eben, sondern auch sehr hügelig und bewaldet. Somit bietet die Landschaft sehr abwechslungsreiche, für etliche Natur- und Freizeitsportarten ideale Voraussetzungen. An der Grenze zu Österreich, im äußersten Süden der Nation, erheben sich die deutschen Alpen, mit der Zugspitze als höchsten Gipfel. Die geographische Lage Deutschlands bietet die Grundlage für die verschiedensten Sportarten und schafft somit auch ideale Voraussetzungen für die Durchführung großer Ereignisse in diesen Disziplinen. Vom Wassersport, über geographisch nahezu unabhängige Sportarten, wie den Motorsport, Hallen- oder Feldsportarten, Leichtathletik oder den Radsport, bis hin zum alpinen und nordischen Wintersport - in Deutschland finden sich für alle Ereignisse geeignete geographische Voraussetzungen. Vergleicht man diese Vielzahl der Möglichkeiten mit den Inhalten auf der Schutzliste des Landes und den nach der SPORT+MARKT-Studie beliebtesten TV-Sportarten (vgl. Punkt 6.7), gelangt man allerdings schnell zur Feststellung, dass die geographischen Gegebenheiten für die Auswahl der vor der Verschlüsselung zu schützenden Sportereignisse in Deutschland keine große Rolle zu spielen scheinen. Die einzigen beiden Ereignisse auf der deutschen Liste, Fußball und die Olympischen Spiele, sind völlig unabhängig von der Geographie des Landes durchführbar. Die Olympischen Spiele, die Fußball-Europa und Weltmeisterschaften erfreuen sich mit großer Sicherheit nicht aus diesem Grund dieser hohen Popularität, die diese Ereignisse für die Öffentlichkeit bedeutend und damit schützenswert werden lassen.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Entstehung der Fernsehrichtlinie und die zentrale Bedeutung von Ereignissen von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung für die Öffentlichkeit.
2 Rechtsgrundlagen zur Europäischen Sportpolitik: Hier werden die EU-Rechtsgrundlagen, inklusive der Bedeutung des Sportartikels im Reformvertrag von Lissabon, detailliert dargestellt.
3 EU-Wettbewerbs- und Medienpolitik: Dieses Kapitel beschreibt die Grundzüge der Wettbewerbs- und Medienpolitik der EU sowie die relevanten Akteure und Instrumente.
4 Chronologie der EU-Fernsehrichtlinien: Es erfolgt ein vollständiger, chronologischer Überblick über die Entwicklung der Fernsehrichtlinie, von der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ bis zur neuen AVMSD.
5 Die TV-Schutzlisten der EU-Staaten: Hier werden die Schutzlisten der EU-Nationen systematisch erfasst und in tabellarischen Übersichten zusammengefasst.
6 Vergleich und Analyse der Schutzlisten der Nationen Deutschland, Österreich und UK: Das Kapitel analysiert exemplarisch die Schutzlisteninhalte Deutschlands, Österreichs und des Vereinigten Königreichs unter geografischen, sozio-kulturellen und sporthistorischen Gesichtspunkten.
7 Ökonomische Aspekte der Schutzlistenregelung: Diese ökonomische Analyse beleuchtet die Auswirkungen von Exklusivität, Premium Content und staatlichen Eingriffen auf den Sportrechtemarkt.
8 Theoretischer Rahmen der Experteninterviews: Dieses Kapitel definiert den methodischen Rahmen der Expertenbefragungen und begründet die Auswahl der Interviewpartner.
9 Expertenmeinungen zu den Auswirkungen der EU Schutzlistenregelung für den deutschen Markt: Die Ergebnisse der qualitativen Experteninterviews werden hier in Form eines Meinungsspiegels sowie einer SWOT-Analyse präsentiert.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz der Schutzlistenregelung.
EU-Fernsehrichtlinie, Schutzlistenregelung, Sportberichterstattung, Sportrechtemarkt, Europäische Medienpolitik, Europäische Sportpolitik, Pay-TV, Free-TV, Exklusivität, Premium Content, Sportvermarktung, Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung, Experteninterviews, Wettbewerbspolitik, Europäische Union.
Die Arbeit analysiert die Umsetzung der EU-Fernsehrichtlinie mit Fokus auf die sogenannte Schutzlistenregelung, die sicherstellen soll, dass Sportereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung für die breite Öffentlichkeit frei empfangbar bleiben.
Die Themenfelder umfassen europäische Rechts- und Wettbewerbsgrundlagen, die Chronologie der Fernsehrichtlinien, einen Ländervergleich der Schutzlisten sowie eine ökonomische Analyse des Sportrechtemarktes.
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand und die Auswirkungen der Schutzlistenregelung auf dem audiovisuellen Markt der Sportberichterstattung in Europa zu strukturieren und kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur rechtlichen und ökonomischen Einbettung sowie eine qualitative empirische Studie in Form von Experteninterviews mit Branchenvertretern.
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, einen chronologischen Überblick der Richtlinienentwicklung, einen detaillierten Ländervergleich der Schutzlisten, ökonomische Analysen und schließlich die Expertenbefragungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie EU-Fernsehrichtlinie, Schutzlistenregelung, Sportrechtemarkt, Pay-TV-Verbot, Informationsfreiheit und ökonomische Effizienz charakterisieren.
Der Ländervergleich zeigt, dass während Deutschland sich auf Fußball und Olympische Spiele konzentriert, Österreich zusätzlich Wintersport schützt und das Vereinigte Königreich eine deutlich breitere Palette an Sportarten wie Reiten, Tennis und Rugby abdeckt.
Die ökonomische Analyse untersucht, ob Schutzlisten wirtschaftlich sinnvoll sind oder ob sie in den freien Markt eingreifen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Vorteile für die Allgemeinheit schwer zu messen sind, während sie für Rechteinhaber und Pay-TV-Anbieter ökonomische Hürden darstellen können.
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