Bachelorarbeit, 2008
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen: Begriffserklärung und -abgrenzung
2.1. Neologismus oder Wortneubildung?
2.2. Varietät, Register, Stil
2.3. Perry Rhodan: Eine Heftromanserie
2.3.1. Das Genre Science Fiction aus verschiedenen Blickwinkeln
2.3.2. Worum geht´s im Perryversum? Daten und Fakten zur umfangreichsten Science-Fiction-Serie der Welt
3. Neue Wörter im Perryversum
3.1. Klassifikation neuer Wörter nach der verwendeten Wortbildungsart
3.1.1. Komposition
3.1.2. Explizite Derivation: Präfigierung und Suffigierung
3.1.3. Kurzwortbildung und Kurzwort-Wortbildung
3.1.4. Konversion und Kontamination
3.2. Vorherrschende Wortbildungsmodelle in der Heftromanserie
3.3. Interpretation von Wortneubildungen
4. Namen als Elemente der Konstruktion von Feindbildern: Die Terminale Kolonne TRAITOR als Rekruten des Chaos
4.1. Arten und Funktionen von Namen
4.2. Die Namen der Terminalen Kolonne TRAITOR und ihre assoziationssteuernde Wirkung
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Formen und Funktionen von Wortneubildungen innerhalb der Science-Fiction-Heftromanserie Perry Rhodan, um aufzuzeigen, wie diese linguistischen Innovationen zur Konstruktion fiktiver Welten und Feindbilder beitragen und als verfremdende sowie legitimatorische Stilmittel innerhalb des Genres fungieren.
3.1.1. Komposition
Die Komposition gehört – wie die explizite Derivation – zu den morphologisch-strukturellen Verfahren der Bildung neuer Nominationseinheiten und somit zur „Wortbildung im engeren Sinne“. Im Gegensatz zur Wortschöpfung, die Wörter aus Lautkomplexen kreiert, „die in der Sprache (noch) nicht als bedeutungstragende Elemente (Zeichen) vorhanden sind“, produziert die Wortbildung aus bereits vorhandenem Sprachmaterial – freien und gebundenen Morphemen oder komplexen Wörtern – neue Benennungseinheiten.
Die Wörter, Konstruktionen oder Morpheme, die Bestandteil einer größeren Wortbildungskonstruktion (WBK) sind, werden als Konstituenten bezeichnet. Die beiden Konstituenten, „aus denen eine Konstruktion unmittelbar gebildet ist“, heißen unmittelbare Konstituenten (UK). Genus und Wortart des Kompositums werden in der Regel von der zweiten Konstituente bestimmt: So ist Hochhaus ein Substantiv, haushoch jedoch ein Adjektiv. Ein Determinativkompositum wie Schutzschirm besteht aus den UK Schutz + Schirm, zwei Grundmorphemen, die zueinander in einem Determinationsverhältnis stehen: Das Erstglied Schutz bestimmt das Zweitglied Schirm näher. Bei Kopulativkomposita wie Mausbiber stehen die beiden Konstituenten in einer nebengeordneten Beziehung. Ein durch Komposition entstandenes komplexes Wort wie Schutzschirm (Substantiv, Maskulinum) kann seinerseits zur UK einer sekundären Bildung werden: Im Korpus finden sich die sekundären Bildungen Schutzschirmglocke und Schutzschirmkuppel (Substantiv, Femininum). Der Genus der sekundären Komposita weicht vom Ausgangswort Schutzschirm ab. Die zweite Konstituente der sekundären Bildungen – Glocke bzw. Kuppel – hat das grammatische Geschlecht Femininum und bestimmt den Genus der ganzen WBK.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Wortneubildungen in der Science Fiction am Beispiel von Perry Rhodan zu untersuchen und linguistisch einzuordnen.
2. Theoretische Grundlagen: Begriffserklärung und -abgrenzung: Dieses Kapitel klärt die terminologische Abgrenzung zwischen Neologismen, Okkasionalismen und Wortneubildungen sowie die Besonderheiten des Genres Science Fiction.
3. Neue Wörter im Perryversum: Hier erfolgt eine detaillierte Kategorisierung der Wortbildungsarten sowie eine Untersuchung der vorherrschenden Wortbildungsmodelle und Interpretationsstrategien für neue Begriffe.
4. Namen als Elemente der Konstruktion von Feindbildern: Die Terminale Kolonne TRAITOR als Rekruten des Chaos: Das Kapitel analysiert die Funktion von Eigennamen bei der Konstruktion von Feindbildern und deren assoziationssteuernde Wirkung auf die Leserschaft.
5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Wortneubildung für die Authentizität und Verfremdungsstrategie des Science-Fiction-Genres.
Wortneubildung, Science Fiction, Perry Rhodan, Linguistik, Neologismus, Komposition, Derivation, Kurzwortbildung, Wortbildungsmodell, Namensforschung, Onomastik, Feindbildkonstruktion, Genrestil, Fachsprache, Wortkorpus
Die Arbeit untersucht die sprachwissenschaftlichen Besonderheiten von Wortneubildungen innerhalb der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan und analysiert deren Funktion für die Konstruktion von Zukunftsszenarien.
Die Arbeit deckt die Klassifikation verschiedener Wortbildungstypen, die Rolle von Namen bei der Feindbilddarstellung sowie die Bedeutung von fachsprachlichen Stilelementen in der Heftromanserie ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Genre durch die effektive Nutzung von Wortbildungsprozessen wissenschaftliche Nähe suggeriert und eine eigene, genrespezifische Ausdrucksweise entwickelt.
Es wird eine linguistische Korpusanalyse durchgeführt, bei der 510 aus der Serie entnommene Wortneubildungen nach morphologischen und semantischen Kriterien kategorisiert und nach der Theorie des gemeinsamen Wissens von Hans Jürgen Heringer interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Kategorisierung der Neuschöpfungen nach morphologischen Verfahren (Komposition, Derivation etc.) und eine Analyse, wie Namen durch Klang und Bedeutung Feindbilder wie die "Terminale Kolonne TRAITOR" konstruieren.
Wesentliche Begriffe sind Wortneubildung, Science Fiction, Wortbildungsmodell, Genrestil, Onomastik und linguistische Kreativität.
Die Arbeit bevorzugt den Terminus "Wortneubildung", da dieser präziser für noch nicht lexikalisierte Begriffe in der Heftromanserie ist, während "Neologismus" oft eine bereits begonnene Integration in den Allgemeinwortschatz voraussetzt.
Die Namen sind gezielt gewählt, um durch "dunkle" Vokale, "harte" Konsonanten und negativ konnotierte Begriffe wie "Mord" oder "Verrat" eine Assoziation von Bedrohlichkeit, Grausamkeit und Chaos beim Leser zu erzeugen.
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