Bachelorarbeit, 2021
91 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Stand der Forschung
1.3 Methodischer Zugang
1.4 Aufbau
2 Konzeptioneller Rahmen und theoretische Einbettung
2.1 Wohlfahrtsstaatliche Grundmodelle
2.2 Feministisch-kritische Perspektive
3 Deutschland
3.1 Deutschland: ein konservativ-korporatistisches Modell
3.2 Die ökonomische Funktionalität der Familie
3.3 Tatsächliche Effekte der Teilzeit
4 Schweden
4.1 Schweden: Ein sozialdemokratisches Modell
4.2 Die Trendwende der 1970er Jahre
4.3 Emanzipation als Sicherheit
5 Analyse der staatlichen Systeme Deutschlands und Schwedens
5.1 Vergleiche der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen
5.2 Anreize und Restriktionen
5.3 Einfluss der Kultur auf das Wohlfahrtsstaatsmodell
6 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen wohlfahrtsstaatlicher Familienpolitik auf die Erwerbsintegration von Müttern in Deutschland und Schweden. Durch einen systematischen Vergleich wird untersucht, wie unterschiedliche Wohlfahrtsregime und kulturelle Leitbilder das Erwerbsverhalten von Müttern beeinflussen und ob die gewählten familienpolitischen Instrumente tatsächlich zu einer gleichberechtigten Teilhabe am Arbeitsmarkt beitragen.
1.1 Fragestellung
Der Wohlfahrtsstaat kann einen signifikanten Einfluss auf das soziale Handeln von Frauen haben (Ullrich 2003). In Deutschland sind Ehe und Familie institutionalisiert und agieren als sachliche und persönliche Hilfsleistungen neben Staat und Markt. Auf den ersten Blick mag dies als geschlechterneutral erscheinen, doch wird dadurch eine „no-choice“-Situation und ein Abhängigkeitsverhältnis produziert sowohl für Mütter, welche die Pflege- und Sorgearbeit übernehmen, als auch für Mütter in atypischen Arbeitsverhältnissen (Langan und Ostner 1991, S. 302 f.; Kuller 2008, S. 199). Langan und Ostner (1991) führen aus, dass dies zu einer Segmentation des Arbeitsmarktes und zeitgleich zu divergenten Lebens- und Erwerbschancen geführt habe und dass Frauen als Ressourcen zur Lösung vielfältiger Probleme funktionalisiert worden seien. Insbesondere würden Frauen als die Gebärerinnen der zukünftigen Generationen der Fertilitätssicherung dienen.
Zudem haben sie den lange bekannten Fachkräftemangel im Bereich der Pflege auffangen, indem sie als gering oder unbezahlte Betreuerinnen von Hilfsbedürftigen und Kindern agieren. Für den Arbeitsmarkt wären sie zeitgleich sowohl als aktives Arbeitspotenzial als auch als stille Arbeitsmarktreserve geblieben. Eichhorst und Thode (2003) verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass Sozialpolitik zwar bestehende Ungleichheiten ausgleichen könnte, doch hätten getroffene Maßnahmen und Bemühungen häufig in weiteren beziehungsweise verlagerter Ungleichheit resultiert (Eichhorst und Thode 2003, S. 7). Es hat den Anschein, in Schweden sei man ähnlichen Probleme mit anderen Maßnahmen begegnet (Palme, J. et al. 2002). Daraus ergibt sich die Forschungsfrage: Welche Folgen haben wohlfahrtsstaatliche Arrangements auf die Arbeitsmarktpartizipation von Müttern? Die Forschungsfrage soll mittels eines internationalen Vergleiches der wohlfahrtsstaatlichen Systeme von Deutschland und Schweden beantwortet werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Erwerbsintegration von Müttern ein und definiert die Zielsetzung sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Konzeptioneller Rahmen und theoretische Einbettung: Dieses Kapitel erläutert das Regimemodell von Gøsta Esping-Andersen und ergänzt dieses um feministisch-kritische Perspektiven, um die Rolle der Frau theoretisch zu erfassen.
3 Deutschland: Deutschland wird als konservativ-korporatistisches Modell analysiert, wobei der Fokus auf der Rolle der Familie und der Bedeutung der Teilzeitbeschäftigung liegt.
4 Schweden: Das Kapitel charakterisiert Schweden als sozialdemokratisches Modell und beleuchtet die geschichtliche Trendwende sowie das Ziel der Emanzipation durch Sicherheit.
5 Analyse der staatlichen Systeme Deutschlands und Schwedens: Hier erfolgt der systematische Vergleich der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, Anreize und Restriktionen sowie der kulturelle Einfluss auf beide Wohlfahrtsmodelle.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Effekte der Familienpolitik auf die Erwerbsbiografien von Müttern.
Wohlfahrtsstaat, Familienpolitik, Erwerbsintegration, Mütter, Deutschland, Schweden, Teilzeitbeschäftigung, Geschlechterregime, Geschlechtersegregation, Vereinbarkeit, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Soziale Ungleichheit, Emanzipation, Pfau-Effinger.
Die Bachelorarbeit vergleicht die wohlfahrtsstaatlichen Systeme von Deutschland und Schweden, um zu untersuchen, wie diese die Arbeitsmarktintegration von Müttern durch familienpolitische Instrumente steuern.
Zentrale Felder sind die Analyse wohlfahrtsstaatlicher Regimemodelle, die Auswirkungen von Familienpolitik auf die Erwerbsbiografien von Müttern, kulturelle Leitbilder und geschlechtsspezifische Segregation am Arbeitsmarkt.
Ziel ist es zu analysieren, welche Folgen die Ausgestaltung der jeweiligen Familienpolitik auf die Erwerbsintegration von Müttern hat und wie sich die Länder bei identischen Problemlagen positionieren.
Die Arbeit nutzt einen systematischen, vergleichenden Ansatz (Most Similar Systems Design) nach Giovanni Sartori, um die wohlfahrtsstaatlichen Systeme beider Länder kritisch zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einbettung, die länderspezifische Analyse von Deutschland und Schweden sowie den abschließenden direkten Vergleich der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und Anreize.
Wichtige Begriffe sind Wohlfahrtsstaat, Geschlechterregime, Teilzeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die geschlechtsspezifische Segregation am Arbeitsmarkt.
Während Deutschland Teilzeit oft als Entlastung innerhalb eines konservativen Familienmodells nutzt, ist das schwedische Modell eher vollzeitnah angelegt und in das Konzept der Arbeitslinie eingebettet.
Die Autorin betont, dass wohlfahrtsstaatliche Politik nicht losgelöst von kulturellen Leitbildern betrachtet werden kann, da diese das soziale Handeln und die Erwartungen an Geschlechterrollen maßgeblich prägen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

