Diplomarbeit, 2007
167 Seiten, Note: Sehr Gut
Einleitung
Erster Abschnitt: Psychoanalytische Pädagogik am IRW zu DDR-Zeiten
1. Politische und historische Rahmenbedingungen
1.1. Erläuterungen zur Methode der Quellenkritik
1.2 Abriss der DDR-Geschichte
1.2.1 Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihre Herrschaftssicherung
1.2.2 Der Streik der Ost-Berliner Bauarbeiter am 17. Juni 1953 und seine Folgen
1.2.3 Der Mauerbau 1961
1.2.4 Ulbricht wird von Honecker abgelöst
1.2.5 Michail Gorbatschow und die Umgestaltung der Sowjetischen Gesellschaft
1.2.6 Öffnung der Mauer 1989
1.3 Psychoanalyse und Psychoanalytische Pädagogik in der DDR
1.4 Die Entwicklung des heutigen IRW von 1947/48 bis 1989/90
1.4.1 Die Abteilung für Sonderschulwesen
1.4.2 Das Institut für Sonderschulwesen
1.4.3 Die Sektion für Rehabilitationspädagogik und Kommunikationswissenschaft
1.5 Formulierung einer ersten These
Zweiter Abschnitt: Psychoanalytische Pädagogik am IRW nach der Wende 1989/90
2. Die Wiedervereinigung und die Umstrukturierungsprozesse am IRW
2.1 Die Struktur- und Berufungskommission des Fachbereichs Rehabilitationswissenschaften
2.1.1 Neuberufungen
2.2 Übergang zur gegenwärtigen Struktur
2.3 Zwischenresümee 1
3. Das Experteninterview – die Methode
3.1 Qualitative Forschung und das Experteninterview
3.2 Formen des Experteninterviews
3.3 Wer ist eigentlich Experte?
3.4 Wie wird ein Experte befragt?
3.5 Interviewführung in dieser Diplomarbeit
4. Experteninterviews mit Ulrich Bleidick, Uwe Koch und Helfried Teichmann
4.1 Auswertung des Experteninterviews
4.1.1 Antworten auf Frage 1
4.1.2 Antworten aus Frage 2
4.1.3 Antworten auf Frage 3
4.1.4 Antworten auf Frage 4
4.1.5 Antworten auf Frage 5
4.2 Formulierung einer zweiten These
5. Experteninterviews mit Stephan Becker, Bernd Ahrbeck, Bernhard Rauh und Karl-Ernst Ackermann
5.1 Fragebogen bezüglich psychoanalytisch-pädagogischer Lehre am IRW
5.1.1 Standardisierter Teil
5.1.2 Offene Fragestellungen
5.1.3 Publikationsliste
5.2 Experteninterview mit Stephan Becker
5.2.1 Auswertung des ersten, standardisierten Teils:
5.2.2 Auswertung des zweiten Teils: Offene Fragestellungen
5.2.3 Psychoanalytisch-pädagogische Publikationen
5.3 Experteninterview mit Bernd Ahrbeck
5.3.1 Auswertung des ersten, standardisierten Teils
5.3.2 Auswertung des zweiten Teils: Offene Fragestellungen
5.3.3 Auswertung des dritten Teils: Psychoanalytisch-pädagogische Publikationen
5.3.4 Kurze Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen
5.4 Experteninterview mit Bernhard Rauh
5.4.1 Auswertung des ersten, standardisierten Teils
5.4.2 Auswertung des zweiten Teils: Offene Fragestellungen
5.4.3 Auswertung des dritten Teils: Psychoanalytisch-pädagogische Publikationen
5.4.4 Kurze Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen
5.5 Experteninterview mit Karl-Ernst Ackermann
5.5.1 Auswertung des ersten, standardisierten Teils
5.5.2 Auswertung des zweiten Teils: Offene Fragestellungen
5.5.3 Auswertung des dritten Teils: Psychoanalytisch-pädagogische Publikationen
5.5.4 Kurze Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen
5.6 Zwischenresümee 2
6. Qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter psychoanalytisch-pädagogischer Publikationen
6.1 Die Methode und ihre Anwendung
6.1.1 Formen Qualitativer Inhaltsanalyse
6.1.2 Die strukturierende Inhaltsanalyse
6.1.3 Klärung der leitenden Fragestellungen des Kapitels
6.2 Was ist eine kasuistische Darstellung - und was eine Fallstudie?
6.3 Die 15 psychoanalytisch-pädagogischen Publikationen
6.3.1 Kategoriensystem 1
6.3.2 Auswertung des Ergebnisses zur Beantwortung der Fragestellung
6.4 Die drei psychoanalytisch-pädagogische Publikationen, die genauer analysiert werden
6.4.1 Kategoriensystem 2
6.5. Artikel von Ahrbeck
6.5.1 Auswertung
6.6 Artikel von Rauh
6.6.1 Auswertung
6.7 Artikel von Ackermann
6.7.1 Auswertung
6.8 Zwischenresümee 3
7. Zusammenfassung, abschließende These und offene Fragen
7.1 Eigene Reflexionen und Ausblick
Die Diplomarbeit dokumentiert die Verankerung der Psychoanalytischen Pädagogik in Lehre und Forschung am Institut für Rehabilitationswissenschaften (IRW) der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung von der DDR-Zeit bis zur Gegenwart, wobei der Fokus darauf liegt, wie sich diese Disziplin nach den institutionellen Umstrukturierungen infolge der Wiedervereinigung 1990 etablieren konnte und welche inhaltlichen Schwerpunkte sowie Forschungsmethoden dabei Anwendung finden.
1.1. Erläuterungen zur Methode der Quellenkritik
Volker Sellin (2001, 44 ff.) wendet sich in seiner „Einführung in die Geschichtswissenschaft“ der Frage zu, wie der/die HistorikerIn zur Kenntnis von Vorgängen in der Geschichte kommen kann und erläutert, dass dies durch das Studium von Quellen geschieht. Er bezieht sich auf Paul Kirn (1968), der Quellen als Überlieferungen definiert. Diese sind „alle Texte, Gegenstände und Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann“ (Kirn 1968, 29). In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie historische Tatsachen zu bezeichnen sind. Kirn (1968, 13) schreibt weiter:
„Wir müssen antworten: Sie sind nicht mehr da. Geschichte ist also die Wissenschaft von einem nicht mehr vorhandenen Gegenstande. Wie kann sie unter solchen Umständen ihren Aussagen Sicherheit verleihen
1. gegen Unsicherheit,
2. gegen Irrtum,
3. gegen Betrug?“
Kirn antwortet, dass die Geschichte vor Irrtum nicht gefeit ist, aber solange das Bemühen darum, Quellen aus der Vergangenheit immer wieder kritisch zu überprüfen nicht abreißt, „so lange werden zu den Punkten, in denen uns die fortschreitende Wissenschaft zum Umlernen genötigt hat, noch neue hinzukommen, in denen wir ebenfalls umlernen müssen“ (Kirn 1968, 14).
Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema der Psychoanalytischen Pädagogik am Standort Berlin und begründet das Forschungsinteresse durch den Verweis auf vorherige Untersuchungen im deutschsprachigen Raum.
Erster Abschnitt: Psychoanalytische Pädagogik am IRW zu DDR-Zeiten: Dieser Teil beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen in der DDR, die eine Etablierung psychoanalytischer Ansätze im universitären Bereich verhinderten, und zeichnet die Entwicklung des Instituts von 1947 bis 1989 nach.
Zweiter Abschnitt: Psychoanalytische Pädagogik am IRW nach der Wende 1989/90: Dieser Abschnitt thematisiert die institutionellen Umbrüche nach der Wiedervereinigung, die Rolle der Struktur- und Berufungskommissionen und die daraus resultierende Etablierung psychoanalytisch-pädagogischer Lehrinhalte.
Das Experteninterview – die Methode: Hier werden die forschungsmethodischen Grundlagen dargelegt, insbesondere die qualitative Methode des Experteninterviews und deren Anwendung im Kontext dieser Diplomarbeit.
Experteninterviews mit Ulrich Bleidick, Uwe Koch und Helfried Teichmann: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Befragung der Mitglieder der Struktur- und Berufungskommission hinsichtlich der Umstrukturierungsprozesse.
Experteninterviews mit Stephan Becker, Bernd Ahrbeck, Bernhard Rauh und Karl-Ernst Ackermann: Hier werden die Ansätze der Lehrenden in Lehre und Forschung sowie deren individuelle Hintergründe und Publikationen analysiert.
Qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter psychoanalytisch-pädagogischer Publikationen: In diesem Kapitel wird mittels qualitativer Inhaltsanalyse untersucht, welche Forschungsmethoden in ausgewählten Publikationen dominieren und wie diese mit den Inhalten der Experteninterviews korrespondieren.
Zusammenfassung, abschließende These und offene Fragen: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und formuliert die zentrale These der Arbeit, gefolgt von einer persönlichen Reflexion und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Psychoanalytische Pädagogik, Rehabilitationswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin, DDR, Wende, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Sonderpädagogik, Heilpädagogik, Schulpädagogik, Fallstudie, Institutsgeschichte, Struktur- und Berufungskommission, pädagogische Beziehungsqualität.
Die Arbeit dokumentiert die Entwicklung und Verankerung der Psychoanalytischen Pädagogik am Institut für Rehabilitationswissenschaften (IRW) der Berliner Humboldt-Universität von der Zeit der DDR bis heute.
Die zentralen Themen umfassen die historische Aufarbeitung der DDR-Bildungspolitik, die Umstrukturierungsprozesse nach 1990 an der HUB sowie die Analyse aktueller psychoanalytisch-pädagogischer Lehre und Forschung.
Ziel ist es zu klären, wie und unter welchen Umständen sich die Psychoanalytische Pädagogik am IRW nach der Wende etablieren konnte und welche Personen und methodischen Ansätze dabei eine Rolle spielten.
Es werden qualitative Forschungsmethoden angewandt, insbesondere Experteninterviews mit maßgeblichen Akteuren am IRW sowie eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter Fachpublikationen der Lehrenden.
Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen Rahmenbedingungen zu DDR-Zeiten, die strukturellen Veränderungen nach der Wiedervereinigung sowie die spezifischen Lehrmeinungen und Publikationen der am Institut tätigen Experten.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Psychoanalytische Pädagogik, Rehabilitationswissenschaften, DDR-Bildungssystem, Strukturwandel und Qualitative Inhaltsanalyse geprägt.
Die Psychoanalyse galt in der DDR als verpönter Ansatz, da sie ideologisch nicht in das auf der sowjetischen Defektologie und der Pawlowschen Lehre basierende Menschenbild passte und Kritik an der Gesellschaft hätte implizieren können.
Diese Kommission war entscheidend für die personelle und fachliche Neuausrichtung des Instituts, die zu einer pluralistischeren Forschung und Lehre führte und die Einstellung psychoanalytisch qualifizierter Lehrender ermöglichte.
Die Interviews verdeutlichten, dass die Psychoanalytische Pädagogik nicht aufgrund einer zentralen Vorgabe, sondern durch die Arbeit einzelner, qualifizierter Persönlichkeiten und als bereichernde Ergänzung zum bestehenden Angebot Einzug in das Institut fand.
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