Diplomarbeit, 2005
90 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Öffentliche Verwaltungen als Untersuchungsobjekt
2.1 Öffentliche Verwaltungen im Sinne dieser Arbeit
2.2 Betriebliche Eigenschaften von öffentlichen Verwaltungen
2.2.1 Ziele und Handlungsmaxime
2.2.2 Beziehung zum Leistungsempfänger
2.2.3 Eigenschaften der Leistungserstellung
2.3 Bewertungsrahmen für Verwaltungshandeln
2.4 Neues Steuerungsmodell und Reformansätze
2.4.1 Dezentrale Ressourcen-, Fach- und Ergebnisverantwortung
2.4.2 Outputorientierung
2.4.3 Modernisierung von Steuerungskonzepten und Informationssystemen
3 Neues Kommunales Finanzmanagement
3.1 Ziele des Neuen Kommunalen Finanzmanagements
3.2 Exkurs: Kameralistik und erweiterte Kameralistik
3.3 Komponenten des Neuen Kommunalen Finanzmanagements
3.3.1 Ergebnisrechnung
3.3.2 Finanzrechnung
3.3.3 Bilanz
3.3.3.1 Eigenkapital
3.3.3.2 Sonderposten
3.3.4 Ansatz-, Bewertungs- und Abschreibungsregeln
3.4 Haushaltsplan
4 Controlling als Managementunterstützungsfunktion
4.1 Controllingbegriff
4.2 Verwaltungscontrolling
5 Controllinginstrumente in öffentlichen Verwaltungen
5.1 Abgrenzung von operativen und strategischen Controllinginstrumenten
5.2 Instrumente des operativen Controlling
5.2.1 Kosten- und Leistungsrechnung
5.2.1.1 Leistungsrechnung
5.2.1.2 Quantitative Leistungserfassung und -planung
5.2.1.3 Qualitätserfassung und Wirkungsrechnung
5.2.1.4 Kostenrechnung
5.2.1.4.1 Messung und Planung der Inputmengen
5.2.1.4.2 Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
5.2.1.5 Traditionelle Kostenrechnungssysteme
5.2.1.5.1 Grenzplankostenrechnung
5.2.1.5.2 Starre und flexible Plankostenrechnung
5.2.1.6 Weiterentwicklungen von Kostenrechnungssystemen
5.2.1.6.1 Relative Einzelkostenrechnung
5.2.1.6.2 Prozesskostenrechnung
5.2.2 Benchmarking
5.2.2.1 Benchmarking als Informationsinstrument
5.2.2.2 Cost Benchmarking in öffentlichen Verwaltungen
5.2.2.3 Ergänzungen um Performance-Vergleiche
5.2.3 Budgetierung
5.2.3.1 Funktionen einer Budgetierung
5.2.3.2 Besonderheiten durch Kosteninformationen
5.2.4 Kennzahlensysteme
5.3 Instrumente des strategischen Controlling
5.3.1 Balanced Scorecard
5.3.1.1 Idee der Balanced Scorecard
5.3.1.2 Balanced Scorecard in öffentlichen Verwaltungen
5.3.2 Investitionsrechnung
5.3.2.1 Methodik der Kapitalwertentscheidung
5.3.2.2 Kapitalwertmethode in öffentlichen Verwaltungen
5.3.3 Lebenszykluskostenrechnung
5.3.3.1 Grundlagen der Lebenszykluskostenrechnung
5.3.3.2 Lebenszykluskostenrechnung als Instrument in öffentlichen Verwaltungen
5.3.4 Target Costing
5.3.4.1 Vorgehensweise des Target Costing
5.3.4.2 Public Target Costing
6 Resümee
Die Arbeit untersucht, wie Controllinginstrumente an die spezifischen betrieblichen Gegebenheiten öffentlicher Verwaltungen angepasst werden können, um eine betriebswirtschaftlich fundierte Steuerung im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) in Nordrhein-Westfalen zu ermöglichen.
5.2.1.4 Kostenrechnung
Schwerpunkt der Kostenrechnung in öffentlichen Verwaltungen war eher in der Gebührenkalkulation zu sehen. Dabei beschränkte sich ihr Einsatz zumeist auf kostenrechnerische Verwaltungseinrichtungen. Eine Kostenrechnung als Teil einer controllingorientierten KLR besitzt die Aufgabe, weitergehende Informationen bereitzustellen.
5.2.1.4.1 Messung und Planung der Inputmengen
Auch die mengen- und zeitmäßige Erfassung und Planung von Inputfaktoren ist Aufgabe der Kostenrechnung. Sie ist strikt von der mengen- und zeitmäßigen Abbildung von Verwaltungsprodukten zu trennen. Vorleistungen anderer Verwaltungseinheiten sind Inputfaktoren. Eine Erfassung dieser Faktoren innerhalb einer Leistungsrechnung hat ebenfalls zur Folge, dass diese innerhalb der Leistungsrechnung geplant werden. Damit kehrt man jedoch schleichend zu einer Inputorientierung zurück, so dass die Planung und Erfassung der Inputmengen Aufgabe der Kostenrechnung sein muss.76
Bei personalintensiven Verwaltungstätigkeiten kann die mengenmäßige Aufnahme des notwendigen Inputs durch Zeiterfassungen erfolgen. Ebenso sind interne Produkte für eine Leistungserstellung erfassbar. Durch die Erfassung des Inputs notwendige Input-Output-Verknüpfungen hergestellt, die die innerbetrieblichen Leistungsverflechtungen aufzeigen. Diese Eigenschaft ist umso interessanter, wenn Produktverantwortungen anhand der bestehenden Verwaltungsorganisation zugeordnet werden. Mit einer Kostenrechnung können dann Informationen bereitgestellt werden, um Änderungen innerhalb der Verwaltungsorganisation zu initiieren, die die internen Leistungsverflechtungen minimieren. Neben der Erfassung der Ist-Mengen ist auch die Planungsaufgabe aufzugreifen. Für standardisierbare Verwaltungstätigkeiten sind durch Arbeitsanalysen Richtzeiten bestimmbar. Produkte aus standardisierbaren Leistungen besitzen somit einen proportionalen Zusammenhang zwischen Input- und Outputmenge. Daraus können Planwerte für Inputfaktoren abgeleitet werden. Bei Produkten, die aus schwer oder gar nicht standardisierbaren Verwaltungstätigkeiten bestehen, können Richtzeiten für die Arbeitszeit nicht geplant werden. Hier kann allenfalls eine notwendige Inputmenge für die Herstellung einer Leistungsbereitschaft geplant werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Reformen öffentlicher Verwaltungen ein, erläutert die Notwendigkeit betriebswirtschaftlicher Führung und definiert das Ziel, Controllinginstrumente für den öffentlichen Sektor zu adaptieren.
2 Öffentliche Verwaltungen als Untersuchungsobjekt: Dieses Kapitel grenzt öffentliche Verwaltungen als Untersuchungsobjekte ab, analysiert deren spezifische betriebliche Eigenschaften und erläutert den Reformrahmen, insbesondere das Neue Steuerungsmodell.
3 Neues Kommunales Finanzmanagement: Der Abschnitt betrachtet das NKF als Reforminstrument für das kommunale Rechnungswesen, beschreibt dessen Drei-Komponenten-System und die Umstellung auf das Ressourcenverbrauchskonzept.
4 Controlling als Managementunterstützungsfunktion: Hier wird der Controllingbegriff definiert, eine koordinationsorientierte Konzeption für die Arbeit hergeleitet und das spezifische Verständnis für ein Verwaltungscontrolling begründet.
5 Controllinginstrumente in öffentlichen Verwaltungen: Dieses zentrale Kapitel prüft ausgewählte operative und strategische Controllinginstrumente wie KLR, Benchmarking, Budgetierung und Balanced Scorecard auf ihre Eignung und Modifikationsnotwendigkeit in der öffentlichen Verwaltung.
6 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass Controlling trotz spezifischer Merkmale der öffentlichen Verwaltung ein notwendiges Element der Verwaltungsmodernisierung ist und ein erfolgreicher Einsatz vom Reformfortschritt und der Anpassung der Instrumente abhängt.
Controlling, Öffentliche Verwaltung, Neues Kommunales Finanzmanagement, NKF, Verwaltungsreform, Kosten- und Leistungsrechnung, Benchmarking, Budgetierung, Balanced Scorecard, Investitionsrechnung, Lebenszykluskostenrechnung, Target Costing, Ressourcenverbrauchskonzept, Effizienz, Effektivität
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Anpassung betriebswirtschaftlicher Controllinginstrumente in öffentlichen Verwaltungen, insbesondere vor dem Hintergrund der Reformen in Nordrhein-Westfalen.
Zu den Kernbereichen zählen das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF), die Transformation der Verwaltung hin zu einer leistungsfähigeren Dienstleistungseinheit sowie die methodische Evaluierung von Controlling-Verfahren.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Controllinginstrumente trotz der Besonderheiten öffentlicher Verwaltungen (wie Sachzieldominanz und Fehlendes Gewinnstreben) modifiziert werden können, um eine effiziente und effektive Steuerung zu erreichen.
Die Arbeit analysiert theoretische Konzepte und Methoden des betriebswirtschaftlichen Controllings und prüft deren Adaptierbarkeit auf den spezifischen Kontext der kommunalen Verwaltung unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von operativen (Kosten- und Leistungsrechnung, Benchmarking, Budgetierung, Kennzahlen) und strategischen Controllinginstrumenten (Balanced Scorecard, Investitionsrechnung, Lebenszykluskostenrechnung, Target Costing).
Controlling, Öffentliche Verwaltung, NKF, Verwaltungsmodernisierung, Effizienz, Effektivität und Betriebswirtschaftliche Steuerung.
Aufgrund der spezifischen betrieblichen Eigenschaften – wie fehlender Marktmechanismen, der Ausrichtung an politischen Zielen statt Gewinnmaximierung und der Pflicht zur Rechtmäßigkeit – lassen sich Konzepte nicht eins zu eins übertragen.
Das NKF stellt vom reinen Geldverbrauchskonzept auf ein Ressourcenverbrauchskonzept um, das mittels einer doppischen Rechnungssystematik (Ergebnisrechnung, Finanzrechnung, Bilanz) ein detaillierteres Bild über Vermögen, Schulden und den tatsächlichen Werteverbrauch liefert.
Im NKF kann eine Verwaltungseinheit, die effizienter wirtschaftet und die Kosten unter den Vorgaben hält, die Differenz als Belohnungseffekt nutzen, was einen Anreiz für wirtschaftliches Handeln schafft, der im alten System fehlte.
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