Examensarbeit, 2008
101 Seiten, Note: 1,0
1. Inhaltliche Einführung
1.1. Anlass der Untersuchung
1.2. Fragestellungen
1.3. Zum Aufbau
1.4. Zu nicht behandelten Themenbereichen
2. Ist-Zustandsbeschreibung mit Blick zurück
2.1. Geschichte der Schulraumgestaltung
2.2. Schulbau heute
2.2.1. Der Architekt
2.2.2. Die „Richtlinien“
3. Neue Lernkultur
3.1. Veränderte Kindheit
3.2. Folgen für die Schule als „Haus des Lebens und Lernens“
4. Schulraumgestaltung
4.1. Mensch und Raum
4.2. Die Sinnesreize
4.2.1. Haptische Reize
4.2.2. Optische Reize
4.2.2.1. Farbe
4.2.2.2. Licht
4.2.2.3. Raum
4.2.2.4. Sitzordnung
4.2.3. Akustische Reize
5. Zusammenfassung, persönliches Resümee und Ausblick
5.1. Pädagogische Architektur
5.2. Der Stellenwert des Themas in der pädagogischen Literatur
5.3. Schulbau – eine Herausforderung
5.4. Handbuch
5.5. „Schulbauvorschriften“
5.6. Zur Relevanz des Themas für die pädagogische Ausbildung
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Stellenwert des Schulraums als „dritten Pädagogen“ und analysiert, wie moderne Lernkultur und veränderte gesellschaftliche Bedingungen der Kinder eine zeitgemäße Schularchitektur erfordern.
4.2.1. Haptische Reize
In diesem Kapitel soll der Frage nachgegangen werden, welche Materialien für Klassenräume der Grundschule, laut der verwendeten Literatur, besonders geeignet sind und warum das der Fall ist. Dabei wird in diesem Kapitel nicht auf das im Unterricht verwendete Material, wie Handpuppen, Rechenhilfen oder Plakate eingegangen. Vielmehr geht es darum, die Bedeutung, der im Klassenraum verwendeten Baumaterialien in Bezug auf ihre „Erlebnisqualitäten“, Raumatmosphäre und ihre Wirkung auf die „Befindlichkeit“ (Rogger 2007, S.134) der Schülerinnen und Lehrkräfte zu erörtern.
Anhand des Artikels „Asbest-Alarm in der Schule“ vom 1. März 2008 wird die Aktualität dieses Themas deutlich (vgl. Spannagel 2008, in BZ S.25). Der Anlass des Artikels war ein Gutachten des 36 Jahre alten Theodor-Heuss-Gymnasiums in Freiburg/Breisgau, durch dessen Messungen kritische Asbestwerte festgestellt wurden. Aufgrund dieses Ergebnisses werden nun auch weitere Schulen in Freiburg auf ihre Schadstoffwerte untersucht.
Solche und ähnliche erschreckende Berichte sind keine Seltenheit, da Asbestfasern häufig in den 70er Jahren „aufgrund ihrer großen Hitzebeständigkeit zum Brandschutz eingebaut wurden“ (Spannagel 2008, S.25). Diese sogenannten „Bausünden“ der 70er Jahre, in denen oft preisgünstige und leicht zu verarbeitende Materialien auf Kosten teils schwerer Gesundheitsschäden von Schülerinnen wie Lehrkräften verwendet wurden, bedeuten heutzutage für die meisten Gemeinden immense Folgekosten (vgl. Luley 2000, S.89). Viele der Schulen, in denen zu hohe Schadstoffwerte gemessen werden, müssen komplett saniert oder teilweise sogar abgerissen werden. Ein weiteres Beispiel schildert ein Bericht über ein Gymnasium in Kaltenkirchen vom Jahr 2002 (siehe Texte im Anhang 1 und 2).
1. Inhaltliche Einführung: Das Kapitel erläutert den Anlass der Arbeit, die zentralen Fragestellungen zur Bedeutung des Raumes und den inhaltlichen Aufbau der Untersuchung.
2. Ist-Zustandsbeschreibung mit Blick zurück: Hier wird die historische Entwicklung des Schulbaus beleuchtet und die aktuelle Situation in Deutschland im Kontext architektonischer und pädagogischer Einflüsse beschrieben.
3. Neue Lernkultur: Dieses Kapitel analysiert gesellschaftliche Veränderungen der Kindheit und die daraus resultierenden Notwendigkeiten für Schule als Lebens- und Lernraum.
4. Schulraumgestaltung: Der Hauptteil untersucht detailliert die Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum sowie die Bedeutung spezifischer Sinnesreize wie Haptik, Optik und Akustik.
5. Zusammenfassung, persönliches Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Relevanz des Themas für die zukünftige pädagogische Ausbildung und Architekturplanung.
Raum als dritter Pädagoge, Schularchitektur, Lernkultur, veränderte Kindheit, Sinneswahrnehmung, Raumgestaltung, Klassenraum, Schulbau, pädagogische Architektur, Raumakustik, Farbwahrnehmung, Wohlbefinden, Unterrichtsentwicklung, Lernumgebung, haptische Reize.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des architektonischen Raums in Schulen und dessen Einfluss auf Lernprozesse, Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern.
Zu den Schwerpunkten gehören historische Schulbauten, die Psychologie des Raumerlebens, die Auswirkungen moderner Lernkulturen sowie die sensorische Gestaltung (Farbe, Licht, Akustik, Material).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie räumliche Bedingungen durch gezielte Gestaltung sowohl durch Architekten als auch durch Pädagogen optimiert werden können, um eine anregende Lernatmosphäre zu schaffen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse erziehungswissenschaftlicher und architekturpsychologischer Quellen, ergänzt durch die Auswertung praktischer Fallbeispiele und Studien.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Gestaltung der Schulräume, der Bedeutung menschlicher Sinne (Haptik, Optik, Akustik) und deren Einfluss auf die psychische und soziale Entwicklung der Schüler.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der „Raum als dritter Pädagoge“, Schularchitektur, Lernumgebung und die ganzheitliche Förderung kindlicher Entwicklung durch die bauliche Umwelt.
Die Arbeit erläutert, dass sich klassische, starre „Vorschriften“ zunehmend in flexiblere „Empfehlungen“ gewandelt haben, was Architekten mehr Spielraum für eine pädagogisch orientierte Gestaltung gibt.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte die Auswirkungen des Raumes auf das Verhalten der Schüler kennen sollten, da auch kleine, selbst initiierte Veränderungen wie Raumteiler oder Leseecken das Lernklima maßgeblich verbessern können.
Farben und Formen wirken emotional und körperlich; während harmonische, anregende Gestaltungen die Konzentration fördern können, lösen monotone oder zu reizarme Räume Stress oder Unbehagen aus.
Nischen sind für Kinder essenziell, um Schutz vor Reizüberflutung zu finden, ihre Privatsphäre zu wahren und sich in einer komplexen schulischen Umgebung wohlzufühlen.
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