Masterarbeit, 2021
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historisch-pädagogischer Teil
2.1. Geißlers Blick auf die Lerngeschichte des Menschen
2.2. Die bisherige Weltanschauung
2.3. Geißlers Uminterpretation des Menschenbildes
2.4. Die Lerngeschichte des Menschen aus islamischer Perspektive
2.4.1. Die Scharia
2.4.2. Das Bildungskonzept des Islam
2.4.3. Das Diesseits und das Jenseits – die Rationalität und die Mystik
3. Gestaltungsorientiert-konzeptioneller Teil
3.1. Zum Entrepreneurship aus islamischer Perspektive (EIP)
3.2. Das Organisationale Lernen nach Geißler
3.2.1. Die Sicht Geißlers auf den Menschen
3.2.2. Die normative Orientierung durch die Organisationspädagogik
3.2.3. Bildung auf der Ebene der Organisation
3.2.4. Motivationsquellen für ein moralisch gelingendes gesellschaftlich normatives Identitätslernen
3.3. Zur Bedeutung des Organisationalen Lernens von Geißler für das EIP
4. Fazit und Ende
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Bildungskonzept des Islam mit dem Konzept des Organisationalen Lernens nach Harad Geißler zu verknüpfen, um die Relevanz dieser Synthese für muslimische Entrepreneure in einer post-säkularen Gesellschaft darzustellen und ihnen Orientierung für eine erfolgreiche, wertebasierte Unternehmensführung im Diesseits sowie spirituelle Erfüllung im Jenseits zu bieten.
2.3. Geißlers Uminterpretation des Menschenbildes
Für Geißler scheint klar: „Das Übel, das es zu bekämpfen gilt, scheint der Hochmut und die Selbstüberschätzung unserer wissenschaftlichen Zivilisation zu sein“ (ebd.) und fordert deshalb eine „Kultur kritischer Bescheidenheit“ (ebd.; Hervorh. im Original) und setzt dafür „eine Uminterpretation des Menschenbildes voraus“ (ebd., S. 217).
Er geht von einer grundsätzlichen, „d. h. mit der Natur des Menschen verbundene[n] Imperfektheit“ (ebd., S. 214) aus, die sich im physiologischen, kognitiven wie auch moralischen Bereich zeige und der Mensch „keine sozusagen in seine Natur ´eingebauten´ moralischen Normen und Werte hat, die seinem Wollen und ethischen Nachdenken einen sicheren Halt geben“ (vgl. ebd.). Geißler behauptet: „Diese dreifache Imperfektheit bestimmt das Handeln des Menschen“ (ebd., S. 215) und weil „die Unvollkommenheit des Menschen absolut“ sei, werde er mit „seinem existentiellen Problem der Leere und Angst konfrontiert“ (ebd., S. 216; Hervorh. im Original). Denn der Mensch habe „nichts, das ihm a priori letzte Sicherheit und Gewißheit gibt“ (ebd.).
Der Mensch könne immer wieder leicht einem Irrglauben erlegen, weil sein Wissen und Können beschränkt sei und könne nicht dagegen gefeit sein, fehlerhaft zu sein. Seine These, „daß das Wesen des Menschen, d. h. daß sich die grundsätzlichen empirischen und normativen Bedingungsmöglichkeiten des Menschen durch das Merkmal absoluter Unvollkommenheit auszeichnen“ (ebd., S. 213; Hervorh. im Original) bezieht er nicht auf eine bestimmte „Vollkommenheitsnorm […,] mit Bezug auf die man bestimmen und vielleicht sogar in Meßzahlen ausrücken könnte, wie weit man von jener Norm noch entfernt ist“ (ebd.), sondern diese These „hingegen sagt aus, daß dieses grundsätzlich nicht möglich ist“ (ebd.), weil „alle Maßstäbe und Normen, die Menschen entwickeln, um eine Richtschnur für ihre Vervollkommnung zu bekommen, […] grundsätzlich unvollkommen [sind]“ (ebd., vgl. hierzu auch Sedlacek 2011, S. 147). Des Menschen zentrales Merkmal sei „seine Offenheit, d. h. Unbestimmtheit und Unbestimmbarkeit (vgl. ebd., S. 209f; Hervorh. im Original). Das hieße nicht, dass der Mensch im Grunde seines Wesens schlecht sei, sondern „daß das Wesen des Menschen inhaltlich nicht festlegbar ist. Er ist unbestimmt und unbestimmbar, denn der Mensch hat im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen dieser Erde die Fähigkeit und Aufgabe, sich selbst zu entscheiden und festzulegen“ (ebd., S. 210).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen in einer VUCA(P)-Welt und die wachsende Bedeutung einer ethischen Werteorientierung im unternehmerischen Handeln, insbesondere für muslimische Akteure in der deutschen Migrationsgesellschaft.
2. Historisch-pädagogischer Teil: Dieses Kapitel ergründet die Lerngeschichte des Menschen durch eine Gegenüberstellung von Geißlers anthropologischer Sichtweise mit islamischen Quellen und Ansätzen, wobei insbesondere die Konzepte der Scharia, der Bildung und der Mystik integriert werden.
3. Gestaltungsorientiert-konzeptioneller Teil: Dieser zentrale Teil verbindet das Entrepreneurship aus islamischer Perspektive (EIP) mit den organisationstheoretischen Ansätzen von Harad Geißler, um eine Grundlage für verantwortungsbewusstes, moralisch gelingendes Identitätslernen zu schaffen.
4. Fazit und Ende: Das Fazit bestätigt die Anfangsthese, dass das Organisationale Lernen nach Geißler eine signifikante Bedeutung für muslimische Entrepreneure haben kann, indem es einen Reflexionsrahmen für die Balance zwischen religiösen Ansprüchen und weltlichem unternehmerischem Erfolg bietet.
Organisationale Pädagogik, Entrepreneurship, Islamische Perspektive, Bildung, Identitätslernen, Harad Geißler, Wertrationalität, Zweckrationalität, Menschenbild, Scharia, Tasawwuf, Organisationskultur, Subjektivität, Verantwortung, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept des Organisationalen Lernens nach Harad Geißler auf muslimisch geprägte Unternehmen angewendet werden kann, um eine Brücke zwischen islamischen Werten und zeitgemäßen Managementanforderungen zu schlagen.
Das Ziel ist es, eine theoretische Verknüpfung zwischen islamischen Bildungskonzepten und der Organisationspädagogik herzustellen, um muslimischen Entrepreneuren eine Orientierungshilfe für eine identitätsstiftende Unternehmensführung zu bieten.
Die Arbeit nutzt einen historisch-pädagogischen sowie einen gestaltungsorientiert-konzeptionellen Forschungszugang, um normative Lernprozesse in Organisationen aus einer interdisziplinären Sichtweise zu analysieren.
Religion wird nicht als Hindernis, sondern als essenzielle Motivationsquelle und Sinnhorizont betrachtet, der unternehmerisches Handeln ethisch fundiert und transformiert.
Diese Begriffe stammen aus Geißlers Theorie und beschreiben einen methodischen Ansatz, bei dem Organisationen ihre eigenen Annahmen und Zielsetzungen fortlaufend hinterfragen, anstatt sich auf starre Ideologien zu verlassen.
Der „perfekte Mensch“ (insan al-kamil) ist eine Person, die ihre Potenziale vollständig aktualisiert hat und in einem Zustand der Hingabe an Gott handelt, wobei er sein eigenes Handeln als Beitrag zum Gemeinwohl begreift.
Die Arbeit diskutiert dies als einen Prozess der inneren Reinigung und Disziplinierung des Selbst durch Praktiken wie Dhikr oder Muraqaba, um Mitarbeitende zu einem ethisch korrekten Verhalten und einer tieferen Verbundenheit mit der Unternehmensemission zu führen.
Der Begriff dient als Alternative zum Begriff "Therapie" und beschreibt Organisationen als Orte, an denen Menschen ihre ursprüngliche Integrität und Sinnhaftigkeit im beruflichen Kontext zurückgewinnen, anstatt lediglich "repariert" zu werden.
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