Examensarbeit, 1997
155 Seiten, Note: 1
0. Einleitung
1. Bewegungstheoretischer Bezugsrahmen
1.1 Abgrenzung von der Kybernetik
1.1.1 Entstehung unterschiedlicher Bewegungsauffassungen
1.1.2 Digitaler Mensch?
1.1.3 Kybernetik und Regelkreise
1.2 Ganzheitlicher Ansatz
1.2.1 Der Bewegungsbegriff
1.2.2 Bewegungshandlungen als Beziehung zwischen Mensch und Welt
1.2.3 Die Bewegung als Gestalt
1.2.3.1 Die Gesetze der Gestalt
1.2.3.2 Gestalt und Form
1.2.3.3 Bewegungsgestalt und Bewegungsform
1.2.4 Der Gestaltkreis
1.2.5 Innere Bilder
1.2.5.0 Exkurs zum Bewußtsein
1.2.5.1 Die Bewegungseinstellung
1.2.5.2 Die Reafferenzfigur
1.2.5.2.1 Die visuelle Orientierung
1.2.5.2.2 Der Zeitsinn
1.2.5.3 Das Bewegungsengramm
1.2.6 Lernen und Üben in schöpferischer Freiheit
1.2.6.1 Lernen als Organisationsprozeß
1.2.6.2 Maximen des Übens
1.2.6.3 Schöpferische Freiheit als erstrebenswerter Zustand des Sich-Bewegenden
1.3 Bewegungsformen im Trampolinturnen
1.3.1 Translations- und Rotationsbewegungen
1.3.2 Bewegungsformen des Wettkampfsports
1.3.3 Bewegungs- bzw. Sprungphasen
2. Das Phänomen des Blackout im Trampolinturnen
2.1 Definition und Schilderung
2.1.1 Blackout
2.1.2 Abgrenzung zu ähnlichen Erscheinungen
2.1.3 Erscheinungsarten des Blackout
2.2 Versuch einer theoretischen Eingrenzung - motorische Handlungsfehler
2.2.1 Merkmale des motorischen Handlungsfehlers
2.2.2 Entstehungsmöglichkeiten von Handlungsfehlern
3. Untersuchung
3.1 Fragestellung
3.2 Methode
3.3 Durchführung
3.3.1 Die geplante Voruntersuchung
3.3.2 Die narrativen Interviews
3.4 Ergebnisdarstellung und -interpretation
3.4.1 Beschreibung der Fälle
3.4.1.1 Erscheinungsarten und Entwicklungen
3.4.1.2 Betroffene Sprünge
3.4.2 Bezug der spezifischen Situation im Training zur Entstehung
3.4.3 Zusammenhang zur allgemeinen Lebenssituation
3.4.4 Die Rolle der Ichhaftigkeit bei ersten Fehlversuchen
3.4.5 Die Rolle der Ichhaftigkeit bei der Entwicklung eines BO
3.4.5.1 Angst vor dem Unvorstellbaren
3.4.5.2 Angst vor körperlichen Schäden
3.4.5.3 Angst vor dem Versagen
3.4.6 Zusammenhang zu den allgemeinen Trainingsbedingungen und den Lehr- und Lernmethoden
3.4.7 Innere Vorgänge
3.4.7.1 ... vor der BO-Bewegung
3.4.7.2 ... während der BO-Bewegung
3.4.7.3 ... nach der BO-Bewegung
3.4.8 Die Ähnlichkeit der Sprünge und das Problem der trennscharfen Codierung
4. Fazit
4.1 Zusammenfassende Erklärungsversuche
4.1.1 Die ersten Fehlhandlungen
4.1.2 Die Verfestigung
4.1.3 Die Erweiterung
4.2 Folgerungen für die Trainingspraxis
4.2.1 Prophylaxe
4.2.2 Rehabilitation
4.2.2.1 Der Kampf gegen die Ichhaftigkeit
4.2.2.2 Gewöhnung verhindern und Unterscheidung erleichtern
5. Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des sogenannten „Blackouts“ (BO) im Trampolinturnen, bei dem Leistungssportler scheinbar grundlos die Fähigkeit verlieren, zuvor sicher beherrschte Sprünge korrekt auszuführen. Ziel ist es, die subjektiven Erlebnisse der Betroffenen und die theoretischen Hintergründe dieser Bewegungsstörung durch qualitative narrative Interviews zu ergründen, um Erklärungsmodelle für Entstehung, Verfestigung und Erweiterung des Blackouts zu entwickeln und praxisnahe Empfehlungen für das Training und die Rehabilitation abzuleiten.
Die Ähnlichkeit der Bewegungen und das Problem der trennscharfen Codierung
Bereits bei der Beschreibung der untersuchten BO-Fälle ist aufgefallen, daß die Fehlhandlungen den geplanten Bewegungshandlungen zumeist sehr ähnlich waren. Besonders bei der Blackout-Art `Längenachsen-Hyperrotation´, aber auch bei der `Breitenachsen-Hyperrotation´ und beim `Unorthodoxen Abbrechen´ ist zu erkennen, daß die BO-Bewegung nur bis zu einem gewissen Grad von der `richtigen´ Handlung abweicht. Bei Mehrfachsalti wird der Fehler teilweise erst im letzten Moment der Bewegung deutlich. Könnte es nicht also sein, daß hier eine Art Verwechslung vorliegt?
Um diese Frage zu erleuchten, ist es zunächst notwendig zu untersuchen, wo, wann und wie denn im allgemeinen die für die verschiedensten Sprünge notwendigen Unterschiede sowohl im subjektiven Erleben als auch aus biomechanischer Sicht gemacht werden. Daß die Unterschiede zwischen den Bewegungselementen des Trampolinturnens z. T. äußerst gering sind, wird schon beim Anblick der Stammbäume von ÜBELACKER (1982, hier in 1.3.2) sehr deutlich. Um diese extremen Ähnlichkeiten jedoch noch anschaulicher zu machen, werden sie in den Bildreihen der Abbildungen 14 und 15 ad oculos demonstriert.
0. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des „Blackouts“ im Trampolinturnen ein, beschreibt die persönliche Betroffenheit des Autors und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
1. Bewegungstheoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel etabliert einen ganzheitlichen Ansatz der Bewegungslehre, der den Menschen als Subjekt und die Bewegung als gestaltete Beziehung zur Welt betrachtet, und kontrastiert dies mit kybernetischen Modellen.
2. Das Phänomen des Blackout im Trampolinturnen: Hier erfolgt die Definition des Blackouts als spezifische Bewegungsstörung, deren Abgrenzung zu normalen Lernfehlern und eine erste theoretische Einordnung als motorischer Handlungsfehler.
3. Untersuchung: Der Hauptteil beschreibt die methodische Durchführung qualitativer Interviews sowie die tiefgehende Ergebnisdarstellung und -interpretation der Blackout-Fälle und ihrer Ursachen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Erklärungsansätze für das Blackout-Phänomen zusammen und leitet daraus konkrete Folgerungen für die Prophylaxe und Rehabilitation in der Trainingspraxis ab.
5. Schluß: Eine abschließende Reflexion der Arbeit, die die Komplexität des Themas betont und auf den Bedarf an weiterer Forschung sowie die Übertragbarkeit auf andere Sportarten hinweist.
Trampolinturnen, Blackout, Lost-Skill-Syndrom, Bewegungslehre, Gestaltkreis, Ichhaftigkeit, motorische Handlungsfehler, Bewegungssteuerung, Reafferenzfigur, Angst, Versagensangst, Bewegungsgestalt, Training, Rehabilitation, Prophylaxe.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten „Blackout“ im Trampolinturnen – einem Phänomen, bei dem Leistungssportler plötzlich die Fähigkeit verlieren, zuvor beherrschte Sprünge korrekt auszuführen.
Zentrale Themen sind die qualitative Bewegungslehre, die psychologischen Ursachen von Bewegungsstörungen wie Angst und „Ichhaftigkeit“ sowie die motorische Kontrolle bei komplexen Sportarten.
Das Ziel ist es, das Phänomen „Blackout“ theoretisch zu fundieren, die auslösenden Faktoren durch qualitative Interviews mit Sportlern und Trainern zu identifizieren und konkrete Hilfestellungen für das Training zu formulieren.
Der Autor nutzt die Methode der narrativen Interviews, um das subjektive Erleben der Sportler zu erfassen, ergänzt durch eine phänomenologische Analyse der gesammelten Daten.
Der Hauptteil analysiert die konkreten Fälle von betroffenen Springern, die Rolle von Leistungsdruck und Stress, sowie die inneren Vorgänge und die Ähnlichkeit von Sprüngen, die zu Verwechslungen führen können.
Wichtige Fachbegriffe sind „Ichhaftigkeit“, „Reafferenzfigur“, „Bewegungsengramm“, „Gestaltkreis“ und „Erwartungsangst“.
Der Autor diskutiert den sogenannten „Ansteckungscharakter“, bei dem die Beobachtung eines Blackouts bei Trainingskollegen zu eigener Verunsicherung und zur Bildung einer „Ichhaftigkeit“ führen kann.
Nein, der Autor grenzt Blackouts bewusst von normalen Lernfehlern ab; ein Blackout liegt erst dann vor, wenn ein zuvor sicher beherrschter Sprung über einen längeren Zeitraum hinweg qualitativ erheblich verändert oder gar nicht mehr ausgeführt werden kann.
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