Examensarbeit, 2006
70 Seiten, Note: 14
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Kapitel 1 - Einleitung
A. Aufgabenstellung
B. Problemaufriss
C. Gang der Untersuchung
Kapitel 2 - Das Urteil vom 09.08.2005
A. Leitsatz
B. Tatbestand
I. Kernsachverhalt
II. KBS e.V. - Organisation und wirtschaftliche Tätigkeit
III. Das Leasinggeschäft
IV. Die vorinstanzlichen Entscheidungsgründe
C. Entscheidungsgründe
I. Haftung wegen Rechtsformmissbrauch
1. Wirtschaftliche Betätigung
2. Dogmatische Grundlage für die Mitgliederhaftung
II. Keine Haftung wegen existenzvernichtenden Eingriffs
Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften
A. Zulässigkeit der wirtschaftlichen Betätigung im Idealverein
I. Grundlagen und Vereinsklassenabgrenzung
1. Abgrenzung nach der gemischt subjektiv-objektiven Theorie
2. Die teleologisch-typologische Vereinsklassenabgrenzung
II. Wirtschaftliche Betätigung im Rahmen des Nebentätigkeitsprivilegs
1. Nebentätigkeitsprivileg in Literatur und Rechtsprechung
2. Nebentätigkeitsprivileg im Gesetzesänderungsentwurf
3. Nebentätigkeitsprivileg nach dem OLG Dresden
III. Zurechnungsfähigkeit wirtschaftlicher Betätigungen von Beteiligungsgesellschaften eines Idealvereins
1. Überblick über den Meinungsstand
a) Keine Zurechnung im ADAC-Urteil
b) Keine Zurechnung nach dem Gesetzesänderungsentwurf
c) Zurechenbarkeit nach der Literatur
aa) Keine Zurechnung wegen Organhaftung
bb) Zurechnung bei bloßer Abhängigkeit
cc) Zurechnung wegen Mediatisierung der Mitgliederkontrolle
dd) Zurechnung im faktischen Konzern
ee) Zurechnung im qualifiziert faktischen Konzern
d) Zusammenfassung
2. Geänderte Zurechnungsvoraussetzung nach „Bremer Vulkan“?
a) Grundsatz des existenzvernichtenden Eingriffs
b) Übertragbarkeit der Zurechnungsgrundsätze
B. Stellungnahme
C. Zurechung nach dem OLG Dresden - Rechtliche Würdigung
D. Zwischenergebnis
Kapitel 4 - Haftungsrechtliche Folgen der wirtschaftlichen Betätigung eines Idealvereins
A. Gesetzlich angeordnete Rechtsfolgen
I. Entziehung gem. § 43 Abs. 2 BGB
II. Entziehung gem. §§ 159, 142 FGG
III. Entziehung der Rechtsfähigkeit des KBS e.V.
B. Persönliche Haftung der Vereinmitglieder
I. Grundlagen der Durchgriffshaftung
1. Durchgriffstheorien im Schrifttum
a) Missbrauchslehre
b) Normzwecklehre
c) Bürgerlich-rechtlicher Ansatz
d) Absage an den Durchgriff
2. Der Durchgriff in der Rechtsprechung
a) Reichsgericht
b) Bundesgerichtshof
II. Fallgruppen der Durchgriffshaftung
1. Sphären- und Vermögensvermischung
2. Unterkapitalisierung
3. Existenzvernichtender Eingriff
4. Institutsmissbrauch
III. Die Durchgriffshaftung im Vereinsrecht
C. Durchgriffshaftung nach dem OLG Dresden - Rechtliche Würdigung
I. Durchgriffshaftung wegen Rechtsformmissbrauchs
1. Tatbestandsvoraussetzungen nach dem OLG Dresden
2. Einordnung in bekannte Durchgriffsfallgruppen
3. Treupflichtverletzung als Außenhaftungstatbestand
II. Stellungnahme
Kapitel 5 - Ergebnisse und Ausblick
A. Zusammenfassung der Ergebnisse
B. Ausblick
Die Arbeit analysiert die haftungsrechtlichen Implikationen einer wirtschaftlichen Betätigung von Idealvereinen, insbesondere im Kontext des Urteils des OLG Dresden vom 09.08.2005. Ziel ist es, die Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Aktivitäten abhängiger Tochtergesellschaften zum Verein zu klären und die Voraussetzungen für eine persönliche Haftung der Vereinsmitglieder (Durchgriffshaftung) unter Berücksichtigung neuerer Rechtsprechung zum "existenzvernichtenden Eingriff" zu untersuchen.
Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften
Einer gesonderten Betrachtung bedarf die Frage, ob das wirtschaftliche Tätigwerden eines Vereins mittels einer vom ihm abhängigen Tochtergesellschaft diesem als eigener wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb zugerechnet werden kann. Auszugehen ist in solchen Fällen von der grundsätzlichen Trennung des Geschäftsbetriebs des Vereins von dem der abhängigen Gesellschaft. Wegen der Selbstständigkeit der einzelnen Vermögenssphären bedarf es für eine Zurechung eines besonderen Grundes, der es rechtfertigt diese Trennung zu durchbrechen.
Diese Fragestellung hat schon eine lange Geschichte und verliert nicht an Aktualität, gewinnt letzten Endes aber auch nicht an Klarheit. Dabei stehen gerade Großvereine, wie etwa TÜV, DEKRA, DRK oder der Caritasverband, sowie mittlerweile auch die in professionellen Ligen spielenden Sportvereine wie bspw. Bayern München, Borussia Dortmund oder Herta BSC im besonderen Fokus.
Kapitel 1 - Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Aufgabenstellung der Arbeit vor dem Hintergrund des OLG Dresden Urteils und skizziert die Problemfelder der Zurechenbarkeit sowie der persönlichen Haftung.
Kapitel 2 - Das Urteil vom 09.08.2005: Das Kapitel liefert eine detaillierte Darstellung des Sachverhalts, der Organisation des betroffenen KBS e.V. sowie der Entscheidungsgründe des OLG Dresden, welches eine Haftung der Mitglieder wegen Rechtsformmissbrauchs annahm.
Kapitel 3 - Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigung von abhängigen Gesellschaften: Hier werden die dogmatischen Grundlagen der Vereinsklassenabgrenzung sowie das Nebentätigkeitsprivileg und die Zurechnungsfragen bei abhängigen Gesellschaften kritisch erörtert.
Kapitel 4 - Haftungsrechtliche Folgen der wirtschaftlichen Betätigung eines Idealvereins: Dieses Kapitel behandelt die registerrechtlichen Konsequenzen (Entziehung der Rechtsfähigkeit) und die Voraussetzungen einer persönlichen Haftung der Vereinsmitglieder durch Durchgriffshaftung.
Kapitel 5 - Ergebnisse und Ausblick: Die zentralen Ergebnisse werden zusammengefasst und ein kritischer Ausblick auf die Notwendigkeit einer Vereinsrechtsreform gegeben.
Idealverein, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, Nebentätigkeitsprivileg, Rechtsformmissbrauch, Durchgriffshaftung, Konzernrecht, existenzvernichtender Eingriff, Mitgliederhaftung, Vereinsrecht, Gläubigerschutz, Holdingverein, Zurechenbarkeit, Treupflicht, Vereinsregister, Rechtsfähigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit ein als Idealverein eingetragener Verein für wirtschaftliche Aktivitäten haftbar gemacht werden kann, die er über abhängige Tochtergesellschaften ausübt, und welche Konsequenzen dies für die persönliche Haftung der Vereinsmitglieder hat.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Abgrenzung zwischen Ideal- und Wirtschaftsverein, das Nebentätigkeitsprivileg, die Durchgriffshaftung im Vereinsrecht sowie die Übertragbarkeit aktienrechtlicher Konzernhaftungsgrundsätze auf das Vereinsrecht.
Ziel ist es, einen nachvollziehbaren Rahmen für die Zulässigkeit wirtschaftlicher Betätigungen in Tochtergesellschaften zu definieren und zu analysieren, unter welchen Bedingungen die Haftungsbeschränkung eines Vereins für dessen Mitglieder bei Rechtsformmissbrauch durchbrochen werden kann.
Die Arbeit folgt einer rechtswissenschaftlichen Methodik, die auf der Analyse von Rechtsprechung (insb. des OLG Dresden und des BGH) sowie der Auswertung einschlägiger juristischer Literatur und Gesetzesentwürfe basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Zurechenbarkeit wirtschaftlicher Betätigungen durch abhängige Gesellschaften und die anschließende Prüfung der haftungsrechtlichen Folgen, insbesondere im Hinblick auf die Durchgriffshaftung und die Treupflichten der Vereinsmitglieder.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere das Nebentätigkeitsprivileg, der existenzvernichtende Eingriff, der Rechtsformmissbrauch und die Struktur des Idealvereins als juristische Person.
Der Autor stimmt dem Ergebnis des OLG Dresden zu, kritisiert jedoch die Begründungsweise des Gerichts, da dieses versäumt habe, die Zurechnungsfragen im GmbH-Verbund präziser und im Einklang mit neuerer höchstrichterlicher Rechtsprechung dogmatisch fundiert zu begründen.
Angesichts wachsender wirtschaftlicher Aktivitäten von Vereinen, die oft über Tochtergesellschaften organisiert sind, zeigt die Arbeit die Dringlichkeit einer Reform des Vereinsrechts auf, um bestehende Kontrolldefizite und Risiken für den Rechtsverkehr zu minimieren.
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