Masterarbeit, 2021
103 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Ökonomische Bildung
2.1 Neoklassischer Mainstream
2.1.1 Begriffliche Herleitung
2.1.2 Entwicklung und Kernidee
2.2 Kritik an der konventionellen ökonomischen Bildung
2.3 Sozioökonomische Bildung
2.2.1 Entstehungsgeschichte
2.2.2 Grundgedanken
2.2.2.1 Pluralismus/ Multiperspektivität/ Diversität (Objektbezug)
2.2.2.2 Kontroversität, Urteilsbildung und Kritik
2.2.2.3 Subjektorientierung bzw. -zentrierung
2.2.2.4 Exemplarischer Lebensweltbezug bzw. -orientierung
2.2.2.5 (Sozial-) Wissenschaftsbezug – Kontextualisierung und Komplexität
2.4 Gegenüberstellung der Sozioökonomischen und Neoklassischen Bildung
3 Bedeutung der Sozioökonomie für die Wirtschaftspädagogik
4 Der (neu geordnete) Ausbildungsberuf ‚Bankkaufmann/ -frau‘
4.1 Plurale Wirtschaftslehre für die Bildung für Bankkaufleute
4.2 Rahmenlehrplan
4.3 Strukturmerkmale des Curriculums
5 Empirische Bildungsforschung
5.1 Forschungsdesign
5.1.2 Methodisches Vorgehen
5.1.2.1 Auswahl der Lehrkräfte
5.1.2.2 Leitfadengestütztes Experteninterview
5.1.2.3 Analyseverfahren
5.2 (Inhalts-) Analyse und Auswertung der Ergebnisse
5.2.1 Kategorie ‚Ökonomische Ausrichtungen und Denkweise‘
5.2.2 Kategorie ‚Curriculare Orientierung‘
5.2.3 Kategorie ‚Pädagogische/ Methodische Umsetzung‘
5.2.4 Kategorie ‚Herausforderungen/ Besonderheiten Berufsschule Bank‘
5.2.5 Fazit der Interviews
6 (Didaktische) Umgangs- und Bewältigungsstrategien
6.1 Prinzipien und Kompetenzen
6.2 Ausbildung der Lehrkräfte
6.3 Haltungen und Leitmotive
7 Kritische Reflexion
7.1 Reflexion der Theorie
7.2 Reflexion der Interviews
7.3 Reflexion des persönlichen Forschungsinteresses
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern zeitgemäße Lehr-/Lernarrangements im Spannungsfeld zwischen neoklassischen Ansätzen und sozioökonomischer Bildung gestaltet sein sollten und wie Lehrkräfte der beruflichen Ausbildung im Bankwesen mit diesen Anforderungen umgehen, um eine umfassende Urteils- und Handlungskompetenz zu fördern.
1.1 Ausgangssituation
In der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre dominiert die „neoklassische Schule“. Ihr wird vorgeworfen, die Ökonomisierung der realen Welt durch ihr menschliches Modell eines nach Eigennutz strebenden homo oeconomicus verursacht zu haben (vgl. Thole 2017: 116f., 118). Spätestens seit der Finanzkrise 2008, mit der Erweiterung zur Wirtschaftskrise, steht das neoklassische ökonomische Paradigma u. a. in der Kritik, weil eine am homo oeconomicus orientierte Praxis systematisch Gewinner1 und Verlierer produziere und Krisen nicht prophezeien konnte. Abseits der eng definierten Pfade der Mainstreamökonomie2 existieren auch in den Wirtschaftswissenschaften theoretische Strömungen, für die Pluralismus grundlegend ist, z. B. in der Sozioökonomie, der Verhaltensökonomie oder der Neuroökonomie (= heterodoxe Ökonomie) (vgl. Zurstrassen 2014: 13; vgl. Steffestun & Graupe 2020: 161).
In Frage gestellt wird das Paradigma, dass sich wirtschaftliche Entscheidungsprozesse ausschließlich am Prinzip der kurzfristigen Gewinn- und Nutzenmaximierung orientieren. Herkömmliche wirtschaftliche Ziele wie Marktanteil, Umsatz, Gewinn, Wachstum bleiben relevant, sie stellen aber keine finalen Ziele mehr dar, sondern werden durch gesellschaftliche und soziale Ziele aus ganzheitlicher Sicht differenziert (vgl. Dubs 2001: 2). Für den lernfeldorientierten Berufsschulunterricht ist von einer praktizierten Loslösung des Gegenstandsbereichs Wirtschaft aus seiner gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Verankerung die Rede. Gefordert wird ein neues ökonomisches Denken, hin zum Wagnis zu mehr Pluralismus, Persönlichkeits- sowie Handlungskompetenzförderung und Interdisziplinarität (vgl. Fischer & Hantke 2019: 105); damit bekommen alternative, plurale und sozioökonomische Ansätze eine Chance, aus dem Nischendasein hervorzudringen (vgl. Göpel 2021: 19).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung einer ökonomisierten Gesellschaft ein und begründet die Notwendigkeit, ökonomische Bildung zwischen neoklassischen und sozioökonomischen Ansätzen zu diskutieren.
2 Ökonomische Bildung: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über den neoklassischen Mainstream sowie die sozioökonomische Bildung, inklusive ihrer Entstehungsgeschichte und Grundgedanken wie Pluralismus und Lebensweltbezug.
3 Bedeutung der Sozioökonomie für die Wirtschaftspädagogik: Hier wird diskutiert, warum eine reflexive Wirtschaftspädagogik über das rein ökonomische Fachwissen hinausgehen und soziale sowie ethisch-moralische Aspekte integrieren muss.
4 Der (neu geordnete) Ausbildungsberuf ‚Bankkaufmann/ -frau‘: Dieses Kapitel stellt das aktuelle Berufsbild sowie den Rahmenlehrplan und die Strukturmerkmale des Curriculums unter Berücksichtigung der Kundenorientierung vor.
5 Empirische Bildungsforschung: Der Abschnitt erläutert das Forschungsdesign und das methodische Vorgehen mittels Experteninterviews mit Lehrkräften, um deren Praxiserfahrungen und Bewältigungsstrategien zu analysieren.
6 (Didaktische) Umgangs- und Bewältigungsstrategien: Hier werden auf Basis der Theorie und der Experteninterviews Strategien abgeleitet, wie Lehrkräfte den Wirtschaftsunterricht pluralistischer und kritischer gestalten können.
7 Kritische Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert den Forschungsprozess, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Theorie und den Interviews sowie das persönliche Forschungsinteresse des Autors.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Weiterentwicklung einer sozioökonomisch orientierten beruflichen Bildung.
Ökonomische Bildung, Sozioökonomie, Neoklassik, Bankkaufmann/ -frau, Rahmenlehrplan, Wirtschaftspädagogik, Multiperspektivität, Lebensweltorientierung, Handlungskompetenz, empirische Bildungsforschung, Experteninterviews, Lernfeldkonzept, Pluralismus, Kritische Reflexion, berufliche Bildung.
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem dominanten neoklassischen Bildungsansatz und der sozioökonomischen Bildung im Kontext der beruflichen Ausbildung von Bankkaufleuten.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung ökonomischer Bildung, die Analyse des Rahmenlehrplans für Bankkaufleute sowie die empirische Untersuchung der Sichtweisen und Unterrichtspraxis von Berufsschullehrkräften.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern sollten zeitgemäße Lehr-/Lernarrangements – im Zusammenhang der Neoklassik und der Sozioökonomie – gestaltet sein und wie gehen Lehrkräfte damit um?“
Der Autor führt eine qualitative empirische Bildungsforschung durch, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit sechs Lehrkräften, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Auseinandersetzung mit Bildungsparadigmen, eine detaillierte Betrachtung des Curriculums für Bankkaufleute und eine umfangreiche Auswertung der geführten Interviews zu den Herausforderungen im Unterricht.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Ökonomische Bildung, Sozioökonomie, Multiperspektivität, Bankenausbildung, Handlungskompetenz und Rahmenlehrplan definieren.
Die Lehrkräfte sind zwar weitgehend zufrieden, kritisieren jedoch die immer noch starke neoklassische Ausrichtung sowie den Zeitdruck, der eine tiefergehende sozioökonomische Auseinandersetzung im Unterricht erschwert.
Sie wird als entscheidendes Instrument genannt, um trotz vorgegebener Lehrpläne eigene Schwerpunkte zu setzen, aktuelle Themen wie die Pandemie einzubinden oder alternative, sozioökonomische Perspektiven in den Unterricht zu integrieren.
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