Bachelorarbeit, 2008
67 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Entwicklung soziologischer Theorien abweichenden Verhaltens und dem damit einhergehenden Paradigmenwechsel. Im Fokus steht die Analyse der Erklärungspotenziale dieser Theorien im Hinblick auf das Phänomen der Jugendgewalt. Ziel ist es, die unterschiedlichen theoretischen Ansätze vorzustellen, ihre Entwicklung zu beleuchten und ihre Relevanz für das Verständnis von Gewalt durch Jugendliche zu untersuchen.
Die Einleitung führt in das Thema Jugendgewalt ein und beleuchtet die aktuelle öffentliche Debatte. Im ersten Kapitel werden wichtige Begriffe und Definitionen zum Verständnis abweichenden Verhaltens geklärt. Zudem werden alternative Erklärungsansätze aus anderen Disziplinen vorgestellt, um die soziologische Herangehensweise zu verdeutlichen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den traditionellen soziologischen Basistheorien der Anomie, der Subkultur und des differentiellen Lernens. Anschließend werden die Etikettierungsansätze im Rahmen des symbolischen Interaktionismus vorgestellt, wobei der Labeling Approach und der radikale Ansatz im Vordergrund stehen. Im dritten Kapitel werden die Ergebnisse auf das Problemfeld der Gewalt durch Jugendliche übertragen. Dabei werden die einzelnen Theorien auf ihre Erklärungskraft im Hinblick auf Jugendgewalt analysiert und die Konsequenzen eines Perspektivenwechsels aufgezeigt. Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Relevanz der verschiedenen Theorien für die Analyse von Jugendgewalt.
Abweichendes Verhalten, Devianz, Delinquenz, Jugendgewalt, Kriminalsoziologie, Paradigmenwechsel, Anomietheorien, Subkulturtheorien, Theorien differentiellen Lernens, Etikettierungsansätze, Labeling Approach, Symbolischer Interaktionismus, Radikaler Ansatz.
Devianz bezeichnet ein Abweichen von gesellschaftlichen Normen im Allgemeinen, während Delinquenz spezifisch strafrechtlich relevantes Verhalten meint.
Dieser soziologische Ansatz besagt, dass abweichendes Verhalten oft erst dadurch entsteht oder verstärkt wird, dass die Gesellschaft eine Person als „kriminell“ abstempelt (etikettiert).
Der Wechsel erfolgte von ätiologischen Ansätzen (Suche nach den Ursachen beim Täter) hin zu interaktionistischen Ansätzen, die die Reaktion der Gesellschaft in den Fokus rücken.
Sie erklären Gewalt als Ergebnis der Zugehörigkeit zu Gruppen, die eigene Normen entwickeln, welche im Widerspruch zur Mehrheitsgesellschaft stehen.
Die Anomietheorie (z. B. nach Merton) besagt, dass Kriminalität entsteht, wenn Menschen gesellschaftlich anerkannte Ziele (z. B. Wohlstand) nicht mit legalen Mitteln erreichen können.
Die Arbeit betont, dass jugendliche Gewalttäter – unabhängig von ihrer Herkunft – Produkte der Gesellschaft sind und die Ursachen oft in sozialen Strukturen liegen.
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