Examensarbeit, 2005
100 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Spezifische Aspekte der Sehschädigung
2.1 Menschen mit Sehschädigung
2.2 Orientierung und Mobilität
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.1.1 Orientierung
2.2.1.2 Mobilität
2.2.2 Trainingsziel
2.2.3 Theoretisches Modell zur zielorientierten Lokomotion
2.2.3.1 Bestätigung des Orientierungskonzepts
2.2.3.2 Umorientierung
2.2.3.3 Orientierungsverlust
3. Technische Aspekte
3.1 Global Positioning System (GPS)
3.1.1 Entwicklung
3.1.2 Aufbau und Funktionsweise
3.1.3 Ziele und Anwendungsbereiche
3.1.4 Probleme und Ausblick
3.2 GPS-Navigationsgeräte für Menschen mit Sehschädigung: Forschungsstand, bisherige Ergebnisse und Ausblick
3.3 Trekker
3.3.1 Entwicklung
3.3.2 Technische Daten (Trekker – Version 2.5)
3.3.3 Bedienelemente und Funktionsweise
3.3.3.1 Arbeitsmodi
3.3.3.2 Offline-Nutzung
3.3.3.3 Online-Nutzung
3.3.4 Preise und Kostenübernahme
4. Didaktische Reihe
4.1 Didaktische Analyse
4.1.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
4.1.2 Inhaltliche Strukturierung und Lernziele
4.1.3 Exemplarischer Ansatz
4.1.3.1 Praxisrelevante und organisatorische Testvoraussetzungen
4.1.3.2 Strukturierung der Einheiten
4.1.4 Methoden, Medien und Formen
4.2 Didaktische Reduktion der Lerninhalte
4.3 Anforderungsprofil
4.4 Verlaufsskizzen
4.4.1 Erste Einheit
4.4.2 Zweite Einheit
4.4.3 Dritte Einheit
5. Durchführung und Auswertung der didaktischen Reihe
5.1 Praxisrelevante und organisatorische Aspekte
5.2 Vergleich der Trainingspartner untereinander
6. Bilanz der Ergebnisse
6.1 Didaktische Reihe
6.2 Nutzen des Trekkers
6.3 Probleme und Verbesserungsvorschläge
7. Resümee und Ausblick
7.1 Resümee
7.2 Ausblick
Das primäre Ziel der Arbeit ist die Erstellung und empirische Erprobung einer didaktischen Reihe zur Einführung von Menschen mit Sehschädigung in den Gebrauch des GPS-Navigationsgerätes „Trekker“. Die Forschungsarbeit untersucht dabei, wie der Umgang mit diesem technischen Hilfsmittel systematisch vermittelt werden kann, um die Orientierung und Mobilität der Anwender zu verbessern und deren Unabhängigkeit im Alltag zu fördern.
1. Einleitung
Orientierung und Mobilität stellen für sehgeschädigte Personen komplexe und schwierig zu erlernende Kompetenzen dar. In Deutschland sind davon ca. 155.000 blinde Menschen und ca. 500.000 Menschen mit Sehbehinderung betroffen (vgl. DBSV). Der Langstock oder der Blindenführhund ermöglicht es ihnen sich weitestgehend frei zu bewegen. Diese Autonomie endet allerdings, wenn sie sich ohne Hilfe in einer unbekannten Umgebung orientieren müssen (vgl. HARRASSER 2003: 6). Massive Einschränkungen in der geographischen Orientierung bewirken, dass sich Menschen mit Sehschädigung nur in Ausnahmefällen eigenständig neue Wegstrecken aneignen können. In der Regel benötigen sie eine präzise und umfassende Routenbeschreibung oder eine sehende Begleitung, damit sie die Landmarks kennen lernen, die ihnen beim erneuten Abgehen eine Orientierung ermöglichen.
Seit dem Jahr 2003 ist ein Personal Digital Assistant (PDA) mit der Software „Trekker“ auf dem Markt, ein „Orientierungshilfsmittel für sehgeschädigte Menschen mit dem Global Positioning System (GPS) und digitalem Kartenmaterial“ (Trekker 2.0 – Benutzerhandbuch). Die Firma VisuAide in Kanada hat dieses Gerät entwickelt und vertreibt es in Deutschland über die Firma Papenmeier (BEHRENDT, 10. Juni 2004). Das Gerät verspricht eine „wesentlich bessere Orientierung, sowohl in der Stadt als auch in ländlicher Umgebung“ (VISUAIDE: Trekker – Version 2.0 Benutzerhandbuch). Der Benutzer kann sich ansagen lassen, wo genau er sich auf einem Streckenabschnitt befindet. Zusätzlich erhält er Informationen über lokale Sehenswürdigkeiten. Hierdurch wächst die Unabhängigkeit sehgeschädigter Menschen. Als Orientierungshilfe ergänzt der „Trekker“ den Langstock oder den Blindenführhund, vermag diese Mobilitätshilfen jedoch nicht zu ersetzen (vgl. Trekker 2.0 – Benutzerhandbuch).
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung von Orientierung und Mobilität für Menschen mit Sehschädigung und führt das GPS-Gerät Trekker als unterstützendes Hilfsmittel ein.
2. Spezifische Aspekte der Sehschädigung: Erläutert medizinische Klassifikationen der Sehschädigung sowie die zentralen Konzepte der Orientierung und Mobilität.
3. Technische Aspekte: Detaillierte Betrachtung des GPS-Systems, des Forschungsstandes zu Navigationsgeräten und der spezifischen Funktionen und Arbeitsmodi des Trekkers.
4. Didaktische Reihe: Umfassende Darstellung der didaktischen Analyse, des Aufbaus der Trainingsreihe, der Lernziele und der detaillierten Verlaufsskizzen für die Trainingseinheiten.
5. Durchführung und Auswertung der didaktischen Reihe: Reflexion über die praktischen Erfahrungen der Testphase und Vergleich der individuellen Leistungen der Trainingspartner.
6. Bilanz der Ergebnisse: Kritische Aufarbeitung des Nutzens des Trekkers sowie Identifikation technischer Probleme und konkreter Verbesserungsvorschläge.
7. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Ziele und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung von Navigationshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen.
Sehschädigung, Orientierung, Mobilität, GPS, Trekker, O&M-Training, Navigationssystem, Barrierefreiheit, PDA, didaktische Reihe, Rehabilitation, Technik, Inklusion, Testphase, Routenplanung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erstellung und Erprobung eines didaktischen Konzepts, um Menschen mit Sehschädigung den praktischen Umgang mit dem GPS-Navigationsgerät „Trekker“ zu vermitteln.
Die zentralen Themen umfassen die Grundlagen der Orientierung und Mobilität, die technische Funktionsweise von GPS, die Anforderungen an ein Training für sehbehinderte Menschen und die Evaluation des Geräts im Praxiseinsatz.
Das Hauptziel ist es, einen methodischen Ansatz zu entwickeln, mit dem Anwender befähigt werden, die Funktionen des Trekkers optimal für eine sicherere und unabhängigere Fortbewegung zu nutzen.
Die Arbeit stützt sich auf eine didaktische Analyse, eine Literaturrecherche und einen empirischen Ansatz in Form einer Testphase mit fünf Trainingspartnern, deren Ergebnisse ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Sehschädigung und GPS-Technik sowie eine detaillierte Ausarbeitung der didaktischen Reihe inklusive Verlaufsskizzen für drei Trainingseinheiten.
Wichtige Begriffe sind Sehschädigung, Orientierung, Mobilität, GPS, Trekker, O&M-Training, Barrierefreiheit und didaktische Reihe.
Das Anforderungsprofil definiert notwendige Vorkenntnisse in O&M-Techniken und Computernutzung, um den Erfolg des Trainings sicherzustellen und eine Überforderung der Teilnehmer zu vermeiden.
Die Stadtplanfunktion ist essenziell, da sie dem Nutzer erlaubt, Routen im Offline-Modus zu Hause zu erkunden und sich so eine mentale Landkarte der Strecke zu erstellen, ohne auf GPS angewiesen zu sein.
Sie betont die Notwendigkeit, dass der Anwender stets auf sein klassisches Orientierungskonzept (Langstock/Blindenführhund) vertrauen muss und das Gerät lediglich eine ergänzende Hilfe darstellt.
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