Bachelorarbeit, 2021
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition der Lebensversicherung
2.1 Formen der Lebensversicherung
3. Vermögensbildung in der Lebensversicherung
3.1 Risikoausgleichsfunktionen
4. Überschussbeteiligungssystem
4.1 Überschussermittlung und Überschusszuteilung
4.2 Überschussverwendung
4.3 Rückstellung für Beitragsrückerstattung
5. Probleme der klassischen Lebensversicherung in der Niedrigzinsphase
6. Alternative Gestaltung des Überschussbeteiligungssystems
6.1 Modell des kollektiven Sparprozesses
6.2 Auswirkungen des kollektiven Sparprozesses auf den Vermögensaufbau
7. Evaluation des Modells von Goecke
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Probleme des klassischen Geschäftsmodells der Lebensversicherung in einem Niedrigzinsumfeld und evaluiert das Modell des kollektiven Sparens nach Prof. Dr. Oskar Goecke als mögliche Alternative zur Modifikation des Überschussbeteiligungssystems.
3.1 Risikoausgleichsfunktionen
Ein Wesentlicher Bestandteil der Vermögensbildung in der Lebensversicherung ist die Risikotransformation sowohl im Kollektiv als auch in der Zeit. Der Risikoausgleich im Kollektiv zeichnet sich dadurch aus, dass für die einzelnen Mitglieder eines Versichertenkollektivs jährlich jeweils entweder weniger oder mehr Schäden entstehen, als ursprünglich kalkuliert wurden. Im gesamten Versicherungsbestand eines Versicherungsunternehmens gleichen sich diese Unter- und Überschäden jedoch größtenteils aus. Die Mitglieder eines Versichertenkollektivs ersetzen somit ihre individuellen Risikopositionen mit dem Durchschnitt aller Risikopositionen des Kollektivs. Durch diese Risikoumwandlung wird zwar nicht die Höhe des erwarteten Schadens verringert, die Standardabweichung wird aber deutlich reduziert, sodass der Gesamtschaden für das Versicherungsunternehmen deutlich kalkulierbarer ist. Mit zunehmender Größe des Versichertenkollektivs reduziert sich der Unsicherheitsgrad des Gesamtschadens deutlich und nähert sich dem Wert Null an. Dies bezieht sich jedoch lediglich auf den Risikoanteil der Prämie. Für den Sparanteil der Prämie kann es einen derartigen Risikoausgleich im Kollektiv nicht geben, da alle Versicherungsnehmer am selben Kapitalmarkt agieren. Einen Risikoausgleich im Spargeschäft ergibt sich also nur durch die Risikoteilung zwischen verschiedenen Sparergenerationen, also einem Risikoausgleich in der Zeit. Durch den Risikoausgleich kann das durch den Sparanteil individuell angesparte Kapital von den Erträgen, die das Versicherungsunternehmen mit diesem Kapital durch Investitionen erwirtschaftet, getrennt werden. Der Risikoausgleich in der Zeit ist elementarer Bestandteil des Überschussbeteiligungssystems, welches im folgenden Kapitel genauer erläutert werden soll.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Schwierigkeiten der Lebensversicherung in der Niedrigzinsphase und führt das Alternativmodell von Prof. Dr. Goecke ein.
2. Definition der Lebensversicherung: Es werden die Grundlagen und die verschiedenen Formen der Lebensversicherung erläutert.
3. Vermögensbildung in der Lebensversicherung: Dieses Kapitel erklärt die Prämienkalkulation, die Deckungsrückstellungen und die Funktionen des Risikoausgleichs.
4. Überschussbeteiligungssystem: Die Mechanismen der Ermittlung, Zuteilung und Verwendung von Überschüssen sowie die Rolle der Rückstellung für Beitragsrückerstattung werden detailliert beschrieben.
5. Probleme der klassischen Lebensversicherung in der Niedrigzinsphase: Hier werden die Herausforderungen durch sinkende Garantiezinsen, Solvency II und Interessenkonflikte aufgezeigt.
6. Alternative Gestaltung des Überschussbeteiligungssystems: Das Modell des kollektiven Sparprozesses wird vorgestellt und seine Auswirkungen auf den Vermögensaufbau analysiert.
7. Evaluation des Modells von Goecke: Es folgt eine kritische Würdigung des Modells im Hinblick auf Flexibilität, Kundenakzeptanz und rechtliche Umsetzbarkeit.
8. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Notwendigkeit einer Anpassung des Geschäftsmodells sowie des Versicherungsaufsichtsgesetzes unterstrichen.
Lebensversicherung, Niedrigzinsphase, Überschussbeteiligung, Kollektiver Sparprozess, Risikoausgleich, Altersvorsorge, Deckungsrückstellung, Zinsgarantien, Solvency II, Modell von Goecke, Kapitalmarktrisiken, Generationengerechtigkeit, Asset-Liability Management, RfB, Rendite.
Die Arbeit analysiert das Geschäftsmodell der klassischen Lebensversicherung, identifiziert dessen Schwächen in der aktuellen Niedrigzinsphase und untersucht alternative Lösungsansätze.
Zentrale Themen sind das Überschussbeteiligungssystem, die Risikotransformation im Zeitablauf sowie die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit privater Altersvorsorgeprodukte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das System der kollektiven Vermögensbildung modifiziert werden kann, um die Lebensversicherung an die Herausforderungen des aktuellen Marktumfeldes anzupassen.
Es wurde eine theoretische Analyse des klassischen Modells vorgenommen, gefolgt von einer Evaluation des Modells von Prof. Dr. Goecke unter Einbeziehung historischer Kapitalmarktdaten.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Vermögensbildung, eine detaillierte Analyse des aktuellen Überschussbeteiligungssystems sowie die Vorstellung und Simulation eines kollektiven Sparprozesses.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Niedrigzinsphase, Überschussbeteiligung, kollektiver Sparprozess und Risikoausgleich.
Sie können unter den aktuellen Marktbedingungen nicht mehr risikofrei erwirtschaftet werden und zwingen Unternehmen zu einer investitionsschwachen Anlagestrategie, was wiederum die Renditechancen der Kunden schmälert.
Die kollektive Reserve fungiert als Glättungsmechanismus, der es ermöglicht, Schwankungen am Kapitalmarkt abzufedern, ohne dass dies direkt auf das individuelle Guthaben des Versicherungsnehmers durchschlägt.
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