Examensarbeit, 2021
85 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Forschungsinteresse und Forschungsfrage
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffserklärung BNE
2.1 Zum Versuch eine BNE zu definieren
2.2 Verständnis einer BNE im Sinne der Nationalen Staatsgemeinschaft
2.3 Zum Verständnis einer BNE an allgemeinbildenden Schulen
3 BNE–Anforderungen für Lehrpersonen
3.1 Themenschwerpunkte finden
3.2 Interdisziplinäres Arbeiten
3.3 Kompetenzerwerb der Lernenden in einer BNE
3.4 Persönliche Gewohnheiten ändern
4 Implementierung einer BNE in allgemeinbildenden Schulen
4.1 Handlungsmöglichkeiten für Lehrpersonen
4.2 Wie eine förderliche Zusammenarbeit gelingen kann
5 BNE-Kompetenzen einer Lehrkraft
5.1 Zum Versuch Kompetenzen zu definieren
5.2 Konstruktivistischer Ansatz
5.3 BNE–Kompetenzmodelle für Lehrpersonen
5.4 Das KOM–BiNE Konzept nach Rauch, Steiner & Streissler
5.4.1 Das (inhaltliche) Wissen und (methodische) Können
5.4.2 Werten und Fühlen
5.4.3 Kommunizieren und reflektieren
5.4.4 Visionen entwickeln, planen, organisieren und netzwerken
5.4.5 Handlungsfelder und Verwendung des KOM–BiNE–Konzepts
6 Chancen und Grenzen der BNE–Kompetenzen im Lehrsetting
6.1 Der Einfluss einer Lehrperson auf die Unterrichtsqualität
6.2 Fachwissen
6.3 Didaktische Kompetenzen
6.4 Klassenführung und pädagogische Orientierung
6.5 Engagement/Enthusiasmus
6.6 Erwartungen und Ziele
6.7 Humor und Geduld einer Lehrperson und ihre Vorbildfunktion
6.8 Die Lehrperson in Kooperation
6.9 Relevante Ergebnisse für den Lehrplan
7 Aktueller Bekanntheitsgrad einer BNE
7.1 Studie in Sachsen zum Bekanntheitsgrad einer BNE
7.2 Studie in Deutschland zum Bekanntheitsgrad einer BNE
8 Von Gesetzen bis zur Ausführung im Bildungswesen
8.1 Regulierungsprozesse im Bildungswesen
8.2 Vorgaben für eine BNE–Implementierung
8.2.1 Allgemeine BNE–Ziele im Sächlichem Lehrplan der Oberschule
8.2.2 BNE–Verankerung im Fach Deutsch
8.2.3 BNE Eckwertpapiere in Sachsen
8.3 Klimaschule in Sachsen werden
8.3.1 Ein Beispiel: Zentralschule Adorf
8.3.2 Die Klimaschule als eine Vorreiterin für BNE
8.4 Untersuchungen zu Curricularen Vorgaben im Sinne einer BNE
9 Schlussbetrachtungen und Ausblick
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, inwiefern die Sächsischen Lehrpläne der Oberschule Lehrpersonen bei der Implementierung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unterstützen. Ziel ist es, Ansätze für günstige sowie erschwerte Vorgaben zu analysieren und zu bewerten, um die Umsetzung einer BNE in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu fördern.
3.4 Persönliche Gewohnheiten ändern
BNE fordert eine kritische Reflektion über das eigene Handeln und die individuellen Wertevorstellungen (Ernst, 2008, S. 50ff.). Inwiefern eine persönliche Gewohnheit Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft, Umwelt und Soziales haben kann, soll mit dem folgenden Beispiel veranschaulicht werden.
Im Unterricht mit BNE–Bezug wird die Fragestellung Ist täglicher Fleischkonsum vertretbar? kritisch diskutiert. Dabei informiert die Lehrperson die Schülerinnen und Schüler über allgemeine Eckdaten rund um das Thema. Beispiel: Eine Kuh produziert im Durchschnitt 300g Methan pro Tag. Methan ist ein Treibhausgas, welches nachweislich 21–mal stärker als ein Kilo Kohlenstoffdioxid zur Klimaerwärmung beiträgt (Oelgeklaus & Hössle, 2021). Im Jahr 2020 isst jeder Deutsche im Durchschnitt 70 Kilogramm Fleisch, wovon zehn Kilogramm Rindfleisch sind (Ahrens, 2021). Die hohe Nachfrage führt dazu, dass immer mehr Rinder für den Fleischkonsum gezüchtet werden (Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, 2018). Auch ein Konsumwechsel auf andere Fleischsorten ist problematisch, denn Nutztiere fressen allgemein sehr viel. Circa ein Drittel des weltweit produzierten Getreides wird an die Tiere verfüttert (Oelgeklaus & Hössle, 2021). Um Agrarflächen für die Pflanzen zu schaffen, müssen natürliche Ökosysteme, beispielsweise Wälder, weichen. Diese Flächen werden meist nicht in Deutschland bewirtschaftet, sondern in anderen nicht EU–Ländern. Diese Länder und deren Bevölkerung sind dann mit den negativen Folgen konfrontiert, wie zum Beispiel Trinkwasserverschmutzung durch Pestizidverwendung (Schropp, 2013, S. 30). Ein Mensch in Deutschland isst heutzutage ungefähr doppelt so viel Fleisch wie ein Mensch vor 100 Jahren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass Personen eine emotionale Bindung mit dem Fleischkonsum haben. So assoziieren manche Menschen Traditionen, zum Beispiel die Weihnachtsgans, Männlichkeit oder Fitness mit dem Konsum (Schropp, 2013, S. 31). Zudem hat Fleisch viele positive Eigenschaften für den menschlichen Körper, denn es beinhaltet Aminosäuren, Eisen und Vitamin B. Bei zu viel Verzehr kann es jedoch zu schweren Krankheitsverläufen kommen, zum Beispiel Krebs oder Herz–Kreislauf–Problemen (Friedrichsen, 2015). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen und Männern nicht mehr als 600 Gramm Fleisch pro Woche zu verzehren (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., 2015).
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Forschungsinteresse sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau.
2 Begriffserklärung BNE: Hier werden Definitionen einer BNE und ihre Bedeutung im Kontext der Vereinten Nationen sowie allgemeinbildender Schulen erläutert.
3 BNE–Anforderungen für Lehrpersonen: Das Kapitel analysiert allgemeine Herausforderungen bei der BNE-Umsetzung, wie etwa das Finden von Themenschwerpunkten und interdisziplinäres Arbeiten.
4 Implementierung einer BNE in allgemeinbildenden Schulen: Es werden Handlungsmöglichkeiten für Lehrpersonen und Bedingungen für eine gelingende Zusammenarbeit im Kollegium aufgezeigt.
5 BNE-Kompetenzen einer Lehrkraft: Dieses Kapitel definiert BNE-Kompetenzen und stellt das KOM–BiNE-Konzept als Modell für Lehrkräfte vor.
6 Chancen und Grenzen der BNE–Kompetenzen im Lehrsetting: Hier werden der Einfluss der Lehrperson, Fachwissen, didaktische Fähigkeiten und die Kooperation auf die Unterrichtsqualität kritisch untersucht.
7 Aktueller Bekanntheitsgrad einer BNE: Das Kapitel fasst Studien aus Sachsen und Deutschland zum Wissensstand von Lehrpersonen über BNE zusammen.
8 Von Gesetzen bis zur Ausführung im Bildungswesen: Hier werden die Regulierungsstrukturen im Bildungswesen analysiert und die Vorgaben im Sächsischen Lehrplan sowie Eckwertpapiere kritisch bewertet.
9 Schlussbetrachtungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert weiterführende Forschungsfragen.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Implementierung einer BNE, Lehrplan Oberschule Sachsen, Lehrperson, BNE-Kompetenzen, KOM-BiNE-Konzept, Unterrichtsqualität, Nachhaltigkeit, Klimaschulen, Interdisziplinäres Arbeiten, Gestaltungskompetenzen, Lehrerbildung, Schulentwicklung, didaktische Fähigkeiten.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die aktuellen Sächsischen Lehrpläne für Oberschulen Lehrkräfte bei der Umsetzung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unterstützen und welche Anforderungen damit für die Lehrpersonen verbunden sind.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von BNE, die spezifischen Anforderungen an Lehrkräfte, Kompetenzmodelle (KOM-BiNE), die Rahmenbedingungen für die schulische Implementierung und die Analyse offizieller curricularer Vorgaben.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern unterstützen die Sächsischen Lehrpläne der Oberschule die Lehrpersonen bei der Implementierung einer BNE?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche sowie einer textanalytischen Untersuchung und Bewertung der Vorgaben des Sächsischen Lehrplans der Oberschule anhand selbst aufgestellter Kriterien.
Der Hauptteil befasst sich mit Kompetenzmodellen für Lehrpersonen, der Analyse von Chancen und Grenzen im Unterrichtsalltag sowie der vergleichenden Prüfung staatlicher Vorgaben und Eckwertpapiere in Sachsen.
Die wichtigsten Begriffe sind Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), BNE-Kompetenzen, Lehrplan-Analyse, schulische Implementierung und professionelles Handeln von Lehrkräften.
Es dient als zentrales Modell, um die spezifischen professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen bei der Planung und Reflexion von BNE-Unterricht zu systematisieren und zu definieren.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Vorgaben keine ausreichenden Hilfestellungen bieten, da sie ein hohes fachliches Vorwissen voraussetzen und keine konkreten didaktischen Unterstützungsmaterialien liefern.
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