Diplomarbeit, 2007
130 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
1.1 Persönliche Motivation
1.2 Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit
1.3 Abgrenzung der verwendeten Begriffe
II. Merkmale modernisierter Kindheit
2. 1 Die veränderten Lebensbedingungen des Aufwachsens von Kindern
2.2 Merkmale der Bewegungswelt heutiger Kinder
2.2.1 Lebensräume moderner Kindheit
2.2.2 Bewegungsarme Kindheit?
2.3 Das Modell der Salutogenese
III. Die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die kindliche Entwicklung
3.1. Zur Funktion von Bewegungserfahrungen für die kindliche Entwicklung
3.2 Wirkungen von Bewegung auf die kognitive Entwicklung des Kindes
3.2.1 Welche Effekte von Bewegungsförderung gibt es in Bildungseinrichtungen auf die Lernleistung?
3.3 Entwicklung des Selbst – Bewegungs- und Körpererfahrungen prägen das Selbstkonzept
3.3.1 Erfahrung durch Bewegung
3.3.2 Sportliche Aktivität und Selbstkonzept
3.3.3 Identitätsbildende Prozesse im Sport
3.3.4 Der Leistungsbegriff im Sport
3.4 Wirkungen von Bewegung auf das soziale Handeln der Kinder
3.4.1 Sozialerziehung – ein Auftrag der Schule?
IV. Erfahrungsraum GanztagsSchule
4.1 Der Trend der Ganztagsschulen
4.2 Mehrwert der Schule
4.2.1 Bewegungsbezogene Gesichter der Schule
4.2.2 Wie lassen sich moderne Konzepte der Bewegungsförderung in der Schule umsetzen?
4.3 Erkenntnisse zum Thema Bewegte Grundschule
4.4 Modellbeispiel einer Ganztagsgrundschule
V. Bewegte Schulen aus der Perspektive von Kindern
5.1 Warum wollen sich Kinder in der Schule bewegen?
5.2 Was stellen sich Kinder unter einer „Bewegten Schule“ vor?
5.2.1 Möglichkeiten von Bewegung, Spiel und Sport im Klassenzimmerunterricht aus Kindersicht
5.2.2 Die Rolle der Lehrkraft im Klassenzimmerunterricht
5.3 Kinderideen zum Sportunterricht
5.3.1 Möglichkeiten von Bewegung, Spiel und Sport im Sportunterricht aus der Kinderperspektive
5.3.2 Die Rolle der Lehrkraft im Sportunterricht
5.4 Der Spaßfaktor als Hauptbeweggrund in der Schule
VI. Beweggründe der Sozialpädagogik
6.1 Bewegungsbezogene Sozialpädagogik
6.2 Reflexive Bewegungserfahrungen als Erziehungsziel
6.3 Perspektiven und Handlungsfelder sozialpädagogischer Arbeit in Schulen
VII. Schluss
7.1 Fazit
7.2 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die kindliche Entwicklung im schulischen Kontext und adressiert die Notwendigkeit einer Neuorientierung der Sozialpädagogik hin zu einem gesundheitsorientierten Handlungsfeld, um den negativen Trends moderner Kindheit wie Bewegungsarmut entgegenzuwirken.
3.2.1 Welche Effekte von Bewegungsförderung gibt es in Bildungseinrichtungen auf die Lernleistung?
Motorische Aktivität hat für GASSE zwei Effekte auf das Lernen. Durch Bewegung kann eine Rhythmisierung des Lernens hervorgerufen werden, da kognitive Anstrengungen durch motorische Aktivitäten ergänzt bzw. unterbrochen werden. Diese Wirkungen führt er als unspezifische Effekte auf. Ist Bewegung mit dem Lerninhalt eng verbunden, wie z. B. körperliche Darstellung von Zahlen oder Buchstaben, für die Beteiligung des Körpers zum besseren Behalten, wird dies als spezifischer Effekt kategorisiert (vgl. ebd., 2007, S.136f zit. HOLLMANN et al. 2003; GERLOFF 2003). Des Weiteren zeigen die sportwissenschaftlichen Arbeiten von BÖS und DORDEL (2003) auf, dass Bewegung die Konzentrationsfähigkeit und Lernmotivation fördern (vgl. ebd., S.37). Kinder, die im Schulalltag vielfältige Bewegungsmöglichkeiten haben, bzw. durch Bewegungspausen wieder „auftanken“, können sich besser konzentrieren, stellt ULRIKE UNGERER-RÖHRICH in ihrem Beitrag zur „Bewegten Schule“ fest (vgl. ebd., 2003, S.100).
Positive Wirkungen von Bewegung auf die Lernleistung im Unterricht ergeben sich aus der vierjährigen Längsschnittuntersuchung in „Bewegten Schulen“ von MÜLLER & PETZOLD (vgl. 2003, S.101ff). Bereits im Jahre 1994 im ersten Projektjahr ließ sich eine verbesserte Konzentration und Aufmerksamkeit bei 86 % der Schüler beobachten.
Aus der neurowissenschaftlicher Perspektive sorgt Bewegung für ein gut funktionierendes und abgestimmtes Botenstoffsystem und ist zentral in alle Lern- und Entwicklungskurven des Gehirns eingebunden (vgl. GASSE 2007, S.137 zit nach Teuchert-Noodt; SPITZER 2006; HÜTHER 2007).
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Bewegungsmangels bei Kindern ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Sozialpädagogik im Kontext der Bewegungsförderung zu beleuchten.
II. Merkmale modernisierter Kindheit: Das Kapitel analysiert die durch gesellschaftliche Veränderungen geprägten Lebensbedingungen von Kindern, die zu einem veränderten Spiel- und Bewegungsverhalten führen.
III. Die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die kindliche Entwicklung: Hier wird der ganzheitliche Einfluss von Bewegung auf die kognitive, soziale und personale Entwicklung des Kindes, inklusive des Selbstkonzepts, detailliert dargelegt.
IV. Erfahrungsraum GanztagsSchule: Das Kapitel befasst sich mit der Rolle der Ganztagsschule als Bildungsraum und der notwendigen qualitativen Reform des schulischen Alltags durch Bewegungsangebote.
V. Bewegte Schulen aus der Perspektive von Kindern: Basierend auf einer Studie wird die subjektive Sicht von Kindern auf Bewegung in der Schule und ihre Wünsche für eine „Bewegte Schule“ authentisch dargestellt.
VI. Beweggründe der Sozialpädagogik: Dieses Kapitel verknüpft sportpädagogische Ziele mit sozialpädagogischen Handlungsansätzen, um Kinder in ihrer Entwicklung ganzheitlich zu begleiten.
VII. Schluss: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Bewegung als festen Bestandteil in Bildungseinrichtungen zu etablieren und zeigt zukünftige Perspektiven für die Zusammenarbeit von Schule und Sozialpädagogik auf.
Bewegungserziehung, Sozialpädagogik, Ganztagsschule, Kindheit, Selbstkonzept, Bewegte Schule, körperliche Entwicklung, kognitive Entwicklung, Gesundheitsförderung, Lernleistung, Sport, Spiel, Kinderperspektive, Bewegungsarmut, Salutogenese.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die kindliche Entwicklung und wie diese in den schulischen Alltag integriert werden können.
Zentrale Themen sind die veränderte Kindheit, der Einfluss von Bewegung auf die kognitive und soziale Entwicklung, das Konzept der "Bewegten Schule" sowie die Rolle der Sozialpädagogik in diesem Bereich.
Das Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für die Wirkfaktoren von Bewegung zu liefern und eine Neuorientierung der Sozialpädagogik hin zu einem bewegungsfreundlichen und gesundheitsorientierten Handlungsfeld in Schulen zu fordern.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgreifenden Literaturrecherche zu sportwissenschaftlichen, entwicklungspsychologischen und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen sowie der Analyse spezifischer Studien, darunter eine Studie zur Kinderperspektive.
Der Hauptteil behandelt die Auswirkungen von Bewegung auf die Hirnentwicklung und Lernleistung, die Bedeutung des Selbstkonzepts, die Rolle der Ganztagsschule sowie die spezifische Sichtweise von Kindern auf ihre Schule.
Wichtige Begriffe sind Bewegungserziehung, Sozialpädagogik, Ganztagsschule, Bewegte Schule, Kindheit, Selbstkonzept und Gesundheitsförderung.
Die Kinderperspektive ist zentral, da die Arbeit die Wünsche und Vorstellungen von Kindern zur Gestaltung ihres Schullebens einbezieht, um den aktuellen Bildungsdiskurs um authentische Sichtweisen zu erweitern.
Weil bisher wenig Interesse an der Diskussion über Sozialpädagogik als bewegungsfreundliches Handlungsfeld bestand, obwohl dies ein großes Potenzial bietet, um Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung zu begleiten.
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