Bachelorarbeit, 2008
127 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Literacy – eine Begriffsbestimmung
3. Der Erwerb von Literacy
3.1 Der Spracherwerb
3.2 Der Schriftspracherwerb
3.3 Emergent Literacy
3.3.1 Interesse an Büchern und Schrift
3.3.2 Erzähl- und Ausdrucksfähigkeit
3.3.3 Erweiterung des Wortschatzes
3.3.4 Kenntnisse über Schrift
3.3.5 Phonologische Bewusstheit
4. Die Bedeutung der Bilderbuchbetrachtung für den Schriftspracherwerb
4.1 Befunde zur Bilderbuchbetrachtungen in Familie und Kindertageseinrichtung
4.1.1 Merkmale einer entwicklungsunterstützenden Interaktion
4.1.2 Eltern-Kind Interaktionen während der Bilderbuchbetrachtung
4.1.3 ErzieherIn-Kind-Interaktion während der Bilderbuchbetrachtung
4.2 Dialogic Reading – eine Methode zur Optimierung der Interaktionen
4.2.1 Die spezifischen Techniken des Dialogischen Lesens
4.2.2 Effektivität der Methode
4.2.3 Hinweise zur Durchführung von Bilderbuchbetrachtungen nach der Methode des Dialogischen Lesen
5. Rahmenbedingungen für eine effektive Literacy-Erziehung mit Bilderbüchern in der Kindertageseinrichtung
5.1 Kooperation mit Eltern, Bibliotheken und LehrerInnen
5.2 Raumgestaltung
5.3 Auswahl- und Qualitätskriterien von Bilderbüchern
5.4 Qualifikation der pädagogischen Fachkräfte
6. Analyse des Bilderbuches „Wie Findus zu Pettersson kam“ (Nordquist 2002)
6.1 Inhaltliche Qualität
6.2 Bildnerische Qualität
6.3 Sprachliche Qualität
6.4 Narrative und dramaturgische Qualität
6.5 Text-Bild-Verhältnis
7. Analyse der videographierten Bilderbuchbetrachtung
7.1 Das Verhältnis von Vorlese- und Dialogaktivität
7.2 Lenkungsverhalten, Sensitivität und Responsivität der Erzieherin
7.3 Sicht- und Gelegenheitsstrukturen
7.3.1 Analyse der weiten Gelegenheitsstrukturen
7.3.2 Analyse der eingeschränkten Gelegenheitsstrukturen
7.3.3 Analyse der geringen und sehr geringen Gelegenheitsstrukturen
7.4 Abschließende Bewertung der Bilderbuchbetrachtung
8. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung von Literacy-Erfahrungen in Kindertageseinrichtungen für den Schriftspracherwerb von Kindern. Zentrales Ziel ist es, den Beitrag von Bilderbuchbetrachtungen zu analysieren und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte durch gezielte Interaktionsstrategien die sprachliche und schriftsprachliche Entwicklung in der frühen Kindheit fördern können.
4.1.1 Merkmale einer entwicklungsunterstützenden Interaktion
Entsprechend dem Sozialkonstruktivismus, der auf Wygotski (1896-1934) rekurriert und die gegenwärtige Vorstellung von Bildung und Lernen dominiert (vgl. BMFSFJ 2003, S. 71f.), erfolgt Sozialisation und Entwicklung heranwachsender Kinder hauptsächlich durch soziale Interaktion. „Die Entwicklung des kindlichen Denkens verläuft nicht vom Individuellen zum Sozialisierten, sondern vom Sozialen zum Individuellen“ (Wygotski 1977; zit. n. Gold 2003, S.105). „Sozialisationsrelevant sind die direkten Partner des Kindes“ (Fliedner 2004, S. 29), welche sich auf das kindlichen Entwicklungsniveau einstellen müssen, „um die schon vorhandenen Möglichkeiten der nächsten Entwicklung zu erkennen, damit sie den Entwicklungsprozeß in angemessener Weise fördernd unterstützen können“ (ebd., S. 21). Es gilt das aktuelle und potentielle Entwicklungsstadium zu erfassen (vgl. Textor 2000, S. 77) und „solche Lerngelegenheiten und –anforderungen bereit zu stellen, die eine optimale Balance zwischen einer Unter- und Überforderung des Lernens herstellen“ (Gold 2003, S. 106). Die Aufgabe der Interaktionspartner besteht darin, dem Kind zu helfen, sich von seinem Ausgangspunkt zu entfernen und es mit seiner Unterstützung zu fördern. Die Mittel können beispielsweise Hinweise, Erklärungen, Ermutigungen oder Lenkung der Aufmerksamkeit des Kindes sein (vgl. Fliedner 2004, S. 22).
Wenn „es darum geht, sich dem Denken der Kinder anzunähern bzw. sich am bereits vorhandenen Wissen der Kinder zu orientieren“ (König 2007, S. 145) um optimale Lerngelegenheiten anzubieten, die das Kind ohne es zu überfordern in die „Zone nächster Entwicklung“ (Wygotski 1938 in Wieler 1995, S. 47) führen, sind wie bereits erwähnt Angemessenheit, sowie Sensitivität Responsivität in der Erwachsenen-Kind Interaktion von hoher Relevanz (vgl. Fliedner 2004, S. 31f.). Sensitivität „äußert sich in einem einfühlsamen und unterstützenden Verhalten dem Kind gegenüber“ (BMFSFJ 2003, S. 89). „Neben der Emotionalität ist Sensitivität ein Ausdruck dafür, daß Erwachsene in der Wechselseitigkeit der Interaktion die aktuellen Signale und Bedürfnisse des Kindes erkennen, die sie selbst oftmals noch nicht benennen können und darauf reagieren“ (Fliedner 2004, S. 31).
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Wichtigkeit sprachlicher Bildung für den schulischen Erfolg und die gesellschaftliche Teilhabe und identifiziert Literacy als zentrales Konzept zur Unterstützung dieses Prozesses in Kindertageseinrichtungen.
2. Literacy – eine Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel erläutert das breite Bedeutungsspektrum von Literacy, grenzt es von rein schulischer "Lese- und Schreibkompetenz" ab und verortet es im Kontext lebenslangen Lernens.
3. Der Erwerb von Literacy: Hier werden die Grundlagen des Sprach- und Schriftspracherwerbs sowie das Konzept der "Emergent Literacy" dargestellt, wobei insbesondere die Rolle von Interesse, Erzähl- und Ausdrucksfähigkeit sowie phonologischer Bewusstheit hervorgehoben wird.
4. Die Bedeutung der Bilderbuchbetrachtung für den Schriftspracherwerb: Dieses Kapitel analysiert das Bilderbuch als zentrales Medium zur Förderung von Literacy und vergleicht verschiedene Interaktionsstile in Familie und Kindertageseinrichtung.
5. Rahmenbedingungen für eine effektive Literacy-Erziehung mit Bilderbüchern in der Kindertageseinrichtung: Hier werden konkrete Voraussetzungen wie Kooperation mit Eltern und Bibliotheken, eine lernförderliche Raumgestaltung sowie Kriterien zur Literaturauswahl thematisiert.
6. Analyse des Bilderbuches „Wie Findus zu Pettersson kam“ (Nordquist 2002): Anhand der zuvor erarbeiteten Qualitätskriterien wird dieses konkrete Bilderbuch hinsichtlich seiner Eignung für die Literacy-Förderung im Elementarbereich bewertet.
7. Analyse der videographierten Bilderbuchbetrachtung: Dieses Kapitel liefert eine empirische Untersuchung der Interaktion zwischen einer Erzieherin und einem Kind, wobei Struktur, Lenkungsverhalten und Gelegenheitsstrukturen analysiert werden.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflektierten, Literacy-orientierten Praxis in Kindertageseinrichtungen sowie der entsprechenden Qualifizierung der Fachkräfte.
Literacy, Bilderbuchbetrachtung, Schriftspracherwerb, Elementarpädagogik, Dialogisches Lesen, Interaktionsqualität, Sprachförderung, Emergent Literacy, Scaffolding, Sprachbewusstheit, Kindertageseinrichtung, Lesemotivation, Dialogizität, kognitive Stimulation, Bild-Text-Korrelation.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Literacy-Erfahrungen in Kindertageseinrichtungen und deren gezielte Förderung durch die Bilderbuchbetrachtung.
Die zentralen Themen sind der Spracherwerb im Vorschulalter, das Konzept "Emergent Literacy", die Interaktionsqualität zwischen Erwachsenen und Kindern sowie die methodische Gestaltung von Vorlesesituationen.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch entwicklungsunterstützende Interaktionsstrategien während der Bilderbuchbetrachtung sprachliche und schriftsprachliche Kompetenzen bei Kindern im Kindergartenalter effektiv gefördert werden können.
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Grundlagen der Sprachwissenschaft und Pädagogik. Zudem wird eine empirische Analyse einer videographierten Bilderbuchbetrachtung mittels Transkription und der Untersuchung von Interaktionsmustern (Sicht- und Gelegenheitsstrukturen) durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung von Literacy, die Analyse der Bedeutung des Bilderbuchs, die Vorstellung von "Dialogic Reading" sowie eine detaillierte Auswertung einer praktischen Interaktionssequenz zwischen einer Erzieherin und einem fünfjährigen Jungen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Literacy, Bilderbuchbetrachtung, Dialogisches Lesen, Interaktionsqualität, Schriftspracherwerb und kognitive Stimulation.
Die Erlebnisqualität bestimmt, ob das Kind aktiv am Gespräch teilnimmt. Nur wenn ein Dialog entsteht und die Anmerkungen des Kindes konstruktiv aufgegriffen werden, kann ein geteiltes Verständnis erzielt und die kognitive Entwicklung optimal angeregt werden.
Sie zeichnet sich durch Sensitivität, Responsivität und einen didaktischen Interaktionsstil aus, bei dem der Erwachsene das Kind in der "Zone der nächsten Entwicklung" abholt und durch "Scaffolding" (Lernstützen) beim Lernen unterstützt.
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