Diplomarbeit, 2004
148 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
1.1 Deutsche Banken im Umbruch
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Sourcing-Strategien
2.2 Outsourcing
2.2.1 Definition und Begriffserklärung
2.2.2 Abgrenzung gegenüber Make-or-Buy
2.2.3 Eine historische Betrachtung
3. Outsourcing-Formen
3.1 Inhouse-Partnerschaft
3.2 Kooperations-Partnerschaft
3.3 Dienstleistungs-Partnerschaft
4. Outsourcing–Überlegungen
4.1 Chancen
4.1.1 Kostenbasierte Motive
4.1.2 Strategiebasierte Motive
4.2 Risiken
4.2.1 Kostenbasierte Nachteile
4.2.2 Strategiebasierte Nachteile
4.3 Aufsichtsrechtliche Anforderungen bei Banken
5. Ursachenanalyse – Outsourcing-Trend
5.1 Externe Einflussfaktoren
5.1.1 Globalisierung
5.1.2 Technologisierung und IT-Kostendruck
5.1.3 Verändertes Kundenverhalten
5.1.4 Sinkende Markteintrittsbarrieren und neue Konkurrenz
5.1.5 Wachsender Risikomanagement-Bedarf
5.2 Krisensituation im deutschen Bankensektor
5.2.1 Kostenkrise
5.2.2 Ertragskrise
5.2.3 Strukturkrise
6. Strategien zur Krisenbewältigung
6.1 Konsolidierung
6.2 Dekonstruktion
6.2.1 Konzentration auf Kernkompetenzen
6.2.2 Spezialisierung und Komplexitätsreduzierung
6.2.3 Dekonstruktion in der Bankenpraxis
6.3 Industrialisierung von Geschäftsprozessen
6.3.1 Prozessorientiertes Denken
6.3.2 Standardisierung
6.3.3 Automatisierung
7. Transaction Banking
7.1 Transaktionsbank
7.2 Transaktionskostentheorie als Entscheidungsbasis
7.2.1 Transaktionskosten
7.2.2 Unsicherheit
7.2.3 Spezifität
7.2.4 Empfehlung für das Back-Office
7.2.5 Häufigkeit und Stückkostendegression
7.3 Ausprägungsformen – Transaction Banking
7.3.1 Zahlungsverkehr
7.3.1.1 Marktbetrachtung
7.3.1.2 Leistungs- und Produktspektrum
7.3.2 Wertpapier
7.3.2.1 Marktbetrachtung
7.3.2.2 Leistungs- und Produktspektrum
7.3.3 Kredit
7.3.3.1 Marktbetrachtung
7.3.3.2 Leistungs- und Produktspektrum
7.3.3.3 Prozessbetrachtung
7.3.3.4 IT-Schnittstellenproblematik
7.3.3.5 Nutzenaspekte einer Kreditfabrik
8. Praxisvergleich zweier Kreditfabriken
8.1 norisbank AG
8.1.1 Unternehmensprofil
8.1.2 Aufbauorganisation
8.1.3 Produktbetrachtung
8.1.4 Vertriebswege und Prozessbetrachtung
8.2 Aareal Hypotheken-Management GmbH
8.2.1 Unternehmensprofil
8.2.2 Produktbetrachtung
8.2.3 Prozessbetrachtung
9. Netzwerke als Bankenmodell der Zukunft?
9.1 Dynamisches Netzwerk
9.2 Stabiles Netzwerk
10. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die operative und strategische Bedeutung von Outsourcing im deutschen Bankensektor, insbesondere innerhalb des standardisierten Massengeschäfts (Retail Banking). Dabei steht die industrielle Auslagerung von Kreditbearbeitungsprozessen in sogenannten „Kreditfabriken“ als zentraler Forschungsgegenstand im Fokus, um Strategien zur Kosteneffizienz und Prozessoptimierung in einem krisengeprägten Marktumfeld aufzuzeigen.
1.1 Deutsche Banken im Umbruch
Deutschlands Banken befinden sich seit dem abrupten Ende des letzten Börsenbooms in unruhigem Fahrwasser. Der externe Druck von Konjunktur, Kunden, neuen und alten Wettbewerbern bedroht eine Branche, die noch bis vor wenigen Jahren als krisenfest galt.
Bereits im Jahre 1990 wies das ehemalige Vorstands- und jetzige Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank Cartellieri darauf hin, dass grundlegende Strukturveränderungen im Bankensektor bevorstehen würden. Damals formulierte er dies mit folgenden Worten: „Die Banken sind die Stahlindustrie der neunziger Jahre.“
Anfangs wurde diese Aussage nur am Rande wahrgenommen und der Ernst der Lage von vielen Branchenkennern unterschätzt, da die Banken - allen voran die Großbanken - prächtig verdienten und Jahr für Jahr mit neuen Rekordergebnissen aufwarteten. Erst mit dem Platzen der New-Economy-Börsenblase zur Jahrhundertwende wurde deutlich aufgezeigt, dass die Kosten der Banken seit längerem aus dem Ruder gelaufen waren und ein tiefgreifender Strukturwandel unausweichlich sein würde, um sich den Veränderungen im Hinblick zukünftiger globaler Anforderungen stellen zu können.
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die aktuelle Krisensituation deutscher Banken ein, erläutert die Relevanz des Outsourcings und skizziert das Ziel sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert Sourcing-Strategien und den Begriff Outsourcing, erläutert die Abgrenzung zum Make-or-Buy-Konzept und gibt eine historische Einordnung der Outsourcing-Entwicklung.
3. OUTSOURCING-FORMEN: Hier werden die verschiedenen organisatorischen Erscheinungsformen von Outsourcing, wie Inhouse-Partnerschaften, Kooperations- und Dienstleistungspartnerschaften, detailliert vorgestellt.
4. OUTSOURCING–ÜBERLEGUNGEN: Dieses Kapitel behandelt die Chancen (z.B. Kosteneffizienz) und Risiken (z.B. Abhängigkeit) von Outsourcing sowie die relevanten aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Deutschland.
5. URSACHENANALYSE – OUTSOURCING-TREND: Eine tiefgehende Analyse externer Faktoren (Globalisierung, IT-Kostendruck) und der spezifischen Kosten-, Ertrags- und Strukturkrisen im deutschen Bankensektor als Auslöser für Outsourcing.
6. STRATEGIEN ZUR KRISENBEWÄLTIGUNG: Beschreibung aktueller Managementstrategien zur Restrukturierung, darunter Konsolidierung, Dekonstruktion und die Industrialisierung von Geschäftsprozessen.
7. TRANSACTION BANKING: Dieses Kapitel untersucht das Transaction Banking mittels der Transaktionskostentheorie und analysiert die Anwendungsbereiche Zahlungsverkehr, Wertpapier und Kredit.
8. PRAXISVERGLEICH ZWEIER KREDITFABRIKEN: Ein konkreter Vergleich der Geschäftsmodelle der norisbank AG und der Aareal Hypotheken-Management GmbH als Praxisbeispiele für Kreditfabriken.
9. NETZWERKE ALS BANKENMODELL DER ZUKUNFT?: Ein Exkurs zu möglichen zukünftigen Organisationsmodellen, wie dynamischen oder stabilen Netzwerken, für moderne Banken.
10. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der vernetzten Leistungserstellung im Bankensektor.
Outsourcing, Transaction Banking, Kreditfabrik, Retail Banking, Wertschöpfungstiefe, Transaktionskosten, Industrialisierung, Prozessoptimierung, Kostenkrise, Bankensektor, Konsolidierung, Dekonstruktion, Skaleneffekte, IT-Schnittstellen, Strategie.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Strukturwandel im deutschen Bankensektor und der zunehmenden Bedeutung von Outsourcing, insbesondere des Transaction Bankings, zur Bewältigung von Kosten- und Ertragsproblemen.
Die Themenfelder umfassen theoretische Sourcing-Modelle, Outsourcing-Formen, die Ursachenanalyse der Bankenkrise sowie Strategien wie Industrialisierung, Dekonstruktion und die Implementierung von Kreditfabriken.
Das Ziel der Arbeit ist es, die operative und strategische Bedeutung des Outsourcings aufzuzeigen und dem Leser einen praxisnahen Überblick über die notwendigen organisatorischen Veränderungen bei Universalbanken zu vermitteln.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse unter Einbeziehung von Fachbeiträgen, Internetpublikationen und Marktstudien, ergänzt durch einen konkreten Praxisvergleich zweier Kreditfabriken.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Ursachen des Outsourcing-Trends, Strategien zur Krisenbewältigung sowie das Transaction Banking in den Bereichen Zahlungsverkehr, Wertpapier und Kredit untersucht.
Zentrale Begriffe sind Outsourcing, Transaction Banking, Kreditfabrik, Industrialisierung, Prozessorientierung, Skaleneffekte, Transaktionskosten, Retail Banking und Bankenkrise.
Eine Kreditfabrik zeichnet sich durch einen hohen Grad an Prozessstandardisierung, Automatisierung, Fokus auf ein hohes Transaktionsvolumen und die Nutzung modernster IT aus, um Stückkosten zu minimieren und eine hohe Bearbeitungsqualität zu gewährleisten.
Das Kreditwesengesetz (KWG) setzt mit dem § 25a klare aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen für die Auslagerung wesentlicher Bereiche, um die Ordnungsmäßigkeit der Bankgeschäfte sowie die Kontrollrechte der Aufsichtsbehörden zu sichern.
Die norisbank AG fungiert als Retail-Bank mit eigenem Filialnetz, die ihr Konsumentenkredit-Modell als Kreditfabrik intern industrialisiert hat, während die Aareal Hypotheken-Management GmbH als spezialisierter Insourcer ohne eigene Vertriebsfunktion für externe Mandanten agiert.
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