Bachelorarbeit, 2016
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen der institutionellen beruflichen Weiterbildung
2.1 Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)
2.2 Bildungsträger in der institutionellen beruflichen Weiterbildung
2.3 Lehrende in der institutionellen beruflichen Weiterbildung
2.4 Lernende in der institutionellen beruflichen Weiterbildung
3. Selbstgesteuertes Lernen (SGL)
3.1 Die Bedeutung des SGL im Konzept des Lebenslangen Lernens
3.2 Erläuterungen zum Begriff des SGL in der Theorie
3.3 Lerntheoretische Einordnung
3.4 Umsetzung von SGL in der Praxis
3.4.1 Anforderungen an die Bildungsträger
3.4.2 Anforderungen an die Lehrenden
3.4.3 Anforderungen an die Lernenden
4. Kompetenz, Performanz und Kompetenzerwerb
4.1 Erläuterungen zu den Begriffen Kompetenz und Performanz
4.2 Berufliche Handlungskompetenz
4.3 Lernkompetenz als Schlüsselkompetenz
4.4 Kompetenzerwerb
5. Möglichkeiten zur Verbesserung des Lernprozesses
5.1 Förderung der Kompetenzen für SGL
5.2 Förderung der Lernbereitschaft
5.3 Kritische Betrachtung der Fördermöglichkeiten
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie der Prozess des selbstgesteuerten Lernens (SGL) bei geringqualifizierten, erwerbslosen Erwachsenen im Rahmen der institutionellen beruflichen Weiterbildung verbessert werden kann. Dabei wird analysiert, inwiefern eine positivere Gestaltung des Lernprozesses die Bereitschaft zur lebenslangen Weiterbildung sowie zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz erhöhen kann.
3.4.2 Anforderungen an die Lehrenden
Der mit SGL einhergehende Wechsel von der Erzeugungsdidaktik zur Ermöglichungsdidaktik erfordert von den Lehrenden in erster Linie ein neues Rollenverständnis. Die Lehrenden sehen sich damit konfrontiert, dass ihr bisheriges Professionsverständnis infrage steht. Die Tätigkeiten der Lernbegleiter verlagern sich von der Bühne des Lehrens hinter die Bühne, wo Lernmöglichkeiten (z.B. Lernaufgaben für Leittexte) entwickelt, organisiert und umgesetzt werden. Nicht mehr das Lehren, der Vortrag oder eine gelungene Präsentation sind gefragt, sondern vielmehr der individuelle Kontakt mit den Lernenden, die Betreuung und Lernberatung. „Nicht das Ergebnis steht im Mittelpunkt, sondern der Weg zum Ergebnis, nicht die Antwort auf Fragen, sondern der Hinweis zur Selbsthilfe.“ (Gnahs & Seidel, 1999, S.85).
Die Lehrenden müssen nun optimale unterrichtliche Voraussetzungen für Lernprozesse schaffen und bei Bedarf in geeigneter Form steuernd eingreifen, um die Erreichung der Lernziele zu ermöglichen (Dubs, 1999, S.69). Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes erfordert allerdings eine positive Einstellung der Lehrenden zur Methode sowie ein Einstellungswechsel gegenüber den Lernenden. Sie müssen deren individuelle Vorgehensweise akzeptieren, ihnen auf Augenhöhe begegnen und den Lernergebnissen mit Offenheit gegenübertreten. Die „prinzipielle Offenheit des Lernprozesses“ steht nun im Fokus (Gnahs & Seidel, 1999, S.85).
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der Weiterbildungsschere und stellt die Forschungsfrage zur Verbesserung des selbstgesteuerten Lernens bei geringqualifizierten Erwerbslosen.
2. Rahmenbedingungen der institutionellen beruflichen Weiterbildung: Das Kapitel analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen, die Förderpolitik und die prekäre Situation von Lehrenden sowie Lernenden in diesem Bereich.
3. Selbstgesteuertes Lernen (SGL): Dieses Kapitel beleuchtet das Konzept des SGL aus bildungswissenschaftlicher Perspektive und stellt dessen praktische Umsetzung sowie Anforderungen an alle Beteiligten dar.
4. Kompetenz, Performanz und Kompetenzerwerb: Hier werden die zentralen Begriffe Kompetenz und Performanz theoretisch definiert und die berufliche Handlungskompetenz sowie Lernkompetenz in den Kontext des lebenslangen Lernens eingeordnet.
5. Möglichkeiten zur Verbesserung des Lernprozesses: Dieses Kapitel erörtert Ansätze zur Förderung von SGL-Kompetenzen und Lernbereitschaft und diskutiert diese kritisch vor dem Hintergrund bestehender Rahmenbedingungen.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die institutionellen Rahmenbedingungen die angestrebte Förderung der Lernkompetenz aktuell erheblich erschweren.
Selbstgesteuertes Lernen, Geringqualifizierte, berufliche Weiterbildung, Lernkompetenz, Kompetenzerwerb, institutionelle Weiterbildung, Leittextmethode, Scaffolding, Bildungsferne, Handlungskompetenz, Lernbereitschaft, Weiterbildungsschere, Qualitätssicherung, Arbeitsförderung, Erwachsenenbildung
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, wie selbstgesteuertes Lernen bei geringqualifizierten, erwerbslosen Menschen in institutionellen Weiterbildungskontexten besser gefördert werden kann.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Lernarrangements, den Anforderungen an Bildungsträger und Lehrende, der Bedeutung von Kompetenzen sowie der Analyse von Weiterbildungsbarrieren.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie der Prozess des selbstgesteuerten Lernens verbessert werden kann, um Geringqualifizierten eine berufliche Handlungskompetenz und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte bildungswissenschaftliche Untersuchung, die Konzepte mit der aktuellen Weiterbildungspraxis und empirischen Befunden verknüpft.
Der Hauptteil behandelt die Rahmenbedingungen beruflicher Weiterbildung, das theoretische Konzept des selbstgesteuerten Lernens, die Begriffe Kompetenz und Performanz sowie konkrete Möglichkeiten zur Lernförderung.
Wichtige Begriffe sind Selbstgesteuertes Lernen, Geringqualifizierte, berufliche Weiterbildung, Lernkompetenz, Leittextmethode und institutionelle Weiterbildung.
Strenge Zertifizierungsvorgaben und standardisierte Fehlzeitenkonzepte stehen oft im Konflikt mit der benötigten Flexibilität und individuellen Lernbegleitung, die für einen Erfolg von Geringqualifizierten notwendig wäre.
Viele Lehrende sind in prekären Beschäftigungsverhältnissen, verfügen über wenig Planungssicherheit und sind durch starre Vorgaben der Bildungsträger sowie hohe Dokumentationsaufwände bei gleichzeitigem Mangel an Fortbildungsmöglichkeiten stark belastet.
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