Fachbuch, 2008
82 Seiten
1. Vorwort
2. Die Tracht in der heutigen Wahrnehmung
3. Die Tracht in der zu ihr zeitgenössischen Literatur
4. Die Tracht in der Wahrnehmung eigentlicher Trachtenträgerinnen
5. Die Bestandteile der Hinterländer Frauentrachten im Zeitenwandel
6. Die Farbenlehre der Tracht
Schwarz
Rot-Grün
Weiß
7. „Kleiderordnung“ für Frauen des Untergerichts des Breidenbacher Grundes
8. Die Männertracht
9. Die Kindertracht
10. Nachwort
Das Ziel dieses Buches ist es, die Trachten des Hessischen Hinterlandes, insbesondere die Tracht des Untergerichts des Breidenbacher Grundes, als lebendige und veränderliche Kleidung zu beschreiben und das Verständnis für ihre historischen Regeln und deren Wandel zu fördern. Der Autor möchte den verloren gegangenen Alltag dieser Trachten dokumentieren und die fehlerhafte oder oberflächliche Wahrnehmung heutiger Trachtenbegeisterter korrigieren.
Die Tracht in der heutigen Wahrnehmung
Das 20. Jahrhundert war das erklärte Jahrhundert der Individualisten. Zumindest flammte der Individualismus z.B. in Gestalt der Wandervogelbewegung immer wieder als Gegengewicht zu staatlicher Obrigkeit, Militarismus und Uniformität auf, seit dem Zweiten Weltkrieg noch politisch antifaschistisch motiviert, seit der 68er-Bewegung allgemein akzeptiert und in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung anerkannt. Dieses Experiment muss zu Beginn des 21. Jahrhunderts zumindest als zum Teil gescheitert betrachtet werden, besteht die Unangepasstheit und Individualität der meisten erklärten Individualisten doch in der Auswahl von Moden, Schuhen und sogar Möbelstücken aus einem fest umgrenzten Sortiment. Individualist ist dann, wer die „richtigen Klamotten“ trägt, oder seine uniform vorgefertigten Möbel immerhin selbst zusammengeschraubt hat.
„Tracht“ im eigentlichen althergebrachten Sinn ist daher für viele Menschen ein nicht mehr sicher einzuordnender Begriff, nicht nur in den Städten, sondern sogar in Gebieten, die bis vor weniger als 10 Jahren noch selbst lebendiges Trachtengebiet waren. Nur noch selten ist tatsächlich ein Verständnis dafür anzutreffen, dass so genannte „Trachtenmode“ nichts mit echter Tracht zu tun hat und dass in Hessen tatsächlich nie Dirndl getragen wurden, weder solche aus echter Tracht noch aus der Trachtenmode, obwohl inzwischen selbst im Hessenpark zur Begrüßung Trachtenmoden ohne Tradition und Geschichte angeboten werden, aber kein einziges hessisches Trachtenstück. Dazu passt auch, dass selbst Ältere aus benachbarten Trachtengebieten heute kaum noch die Trachten der anderen Gebiete erkennen, wenn sie sie von jungen Frauen getragen sehen.
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, ein Denkmal für die verschwundene Tracht des Untergerichts zu setzen und die Notwendigkeit, das vorhandene Wissen über die Tracht kritisch zu hinterfragen.
2. Die Tracht in der heutigen Wahrnehmung: Es wird die Entfremdung der heutigen Gesellschaft vom Begriff „Tracht“ thematisiert und aufgezeigt, dass moderne „Trachtenmode“ oft nichts mit der authentischen regionalen Kleidung zu tun hat.
3. Die Tracht in der zu ihr zeitgenössischen Literatur: Dieses Kapitel analysiert die Sichtweisen zeitgenössischer Autoren und Künstler auf die ländliche Tracht im 19. Jahrhundert.
4. Die Tracht in der Wahrnehmung eigentlicher Trachtenträgerinnen: Der Fokus liegt auf der subjektiven Sicht der Trägerinnen selbst und wie diese ihre Kleidung im Alltag und bei besonderen Anlässen verstanden und modifizierten.
5. Die Bestandteile der Hinterländer Frauentrachten im Zeitenwandel: Eine detaillierte Aufzählung und Analyse der einzelnen Kleidungsstücke wie Hemd, Halstuch, Unterrock, Wamst, Rock und Schürze.
6. Die Farbenlehre der Tracht: Das Kapitel widmet sich der symbolischen und sozialen Bedeutung von Farben in der Tracht sowie der speziellen Symbolik von Schwarz, Rot-Grün und Weiß.
7. „Kleiderordnung“ für Frauen des Untergerichts des Breidenbacher Grundes: Eine systematische Auflistung der Trachtenausprägungen je nach Anlass und Lebensphase der Trägerin.
8. Die Männertracht: Eine Untersuchung zur Männertracht, ihrem schnelleren Verschwinden und den Schwierigkeiten bei ihrer bildlichen Rekonstruktion.
9. Die Kindertracht: Kurze Betrachtung zur einfachen Kleidung von Kindern, die oft in Mädchenkleidern begann.
10. Nachwort: Ein abschließendes Plädoyer für ein tieferes Verständnis und den Stolz auf das kulturelle Erbe der regionalen Tracht.
Tracht, Hinterland, Untergericht, Breidenbacher Grund, Wallau, Stilpchen, Wamst, Trachtenträgerin, Volkskunde, Kleiderordnung, Festtracht, Arbeitstracht, Identität, Kleidungshistorie, Trachtenmode
Es ist eine wissenschaftlich fundierte Dokumentation der Frauentrachten des Untergerichts des Breidenbacher Grundes, die den Wandel und die Bedeutung dieser Kleidung als identitätsstiftendes Merkmal aufzeigt.
Das Buch behandelt die Entwicklung der Tracht vom 19. Jahrhundert bis zu ihrem Aussterben im 20. Jahrhundert, die symbolische Bedeutung einzelner Stücke, Farbenlehre und den Einfluss von sozialen Faktoren.
Das Ziel ist, die historischen Trachten authentisch zu dokumentieren und die Fehlinterpretationen, die durch oberflächliche „Trachtenmode“ oder moderne Inszenierungen entstanden sind, zu korrigieren.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Analyse historischer Quellen, Abbildungen, Literatur, Grabsteine und persönlicher Interviews mit Zeitzeuginnen sowie eigene volkskundliche Expertise.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der einzelnen Bestandteile der Frauentracht, der Männertracht, der Farbenlehre und der spezifischen Kleiderordnungen für verschiedene Anlässe.
Hinterländer Tracht, Untergericht, Stilpchen, historische Kleidungsgewohnheiten und authentische Brauchtumspflege.
Das Stilpchen ist eine charakteristische Kopfbedeckung der Hinterländer Frauentracht, deren Form und Stickerei je nach Lebensalter und Anlass variierte.
Weiß war im Hinterland nicht nur Hochzeitsfarbe, sondern stand primär für „weiße“ Arbeiten, hochwertige Hemden und Kirmeskleidung, und erforderte aufgrund der Reinigungspflicht einen hohen Arbeitsaufwand.
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