Examensarbeit, 2008
72 Seiten, Note: 2,3
1) Einleitung
2) Zur Theorie der Autobiographie
2.1) Georges Gusdorf und Philippe Lejeune, oder die Erfolgsstory des weißen männlichen Autobiographen
2.2) Zur Kritik am traditionellen Modell nach Gusdorf und Lejeune
2.3) Erinnerung, Gedächtnis und die subjektive Wirklichkeit des autobiographischen Subjekts
2.4) “Our need for story“: Gründe für das Bedürfnis nach Autobiographie
3) Rebecca Walker: Black, White and Jewish. Autobiography of a Shifting Self
3.1) Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts
3.2) Erinnerung und Gedächtnis bei Rebecca Walker
3.3) Zur narrativen Struktur in Black, White and Jewish
4) Yvette Melanson: Looking for Lost Bird. A Jewish Woman Discovers Her Navajo Roots
4.1) Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts
4.2) Erinnerung und Gedächtnis bei Yvette Melanson
4.3) Zur narrativen Struktur in Looking for Lost Bird
5) Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des "hybriden autobiographischen Subjekts" anhand der Lebensgeschichten von Rebecca Walker und Yvette Melanson. Dabei wird analysiert, wie diese Autorinnen ihre Identität in einer von kultureller Pluralität geprägten Umwelt konstruieren und welche Rolle dabei Erinnerung und narrative Strukturen spielen.
Identitätssuche des hybriden autobiographischen Subjekts
Der Titel der zu behandelnden Autobiographie suggeriert einen Zwiespalt des multikulturellen autobiographischen Subjekts hinsichtlich seiner familiären Zugehörigkeit. Diese Zerrissenheit wird schon zu Beginn dieser Autobiographie deutlich, wenn Rebecca Walker sich fragt “Who am I and why am I here? I cannot remember how we all are related“. Die hiermit ausgedrückte Ungewissheit der eigenen Person, wurzelt vor allem, so wird kurz darauf deutlich, in der unbekümmerten Erziehung ihrer Eltern: “My parents did not hold me tight, but encouraged me to go. They did not buffer, protect, watch out for, or look after me. I was watered, fed, admired, stroked, and expected to grow. I was mostly left alone to discover the world and my place in it. [...] I remember coming and going, going and coming. That, for me, was home”.
Die Sorglosigkeit der Eltern und die damit einhergehende Disharmonie des autobiographischen Subjekts, manifestieren sich jedoch erst nach der elterlichen Scheidung. Zuvor beschreibt Rebecca ihre Mutter und ihren Vater als aufopfernde Menschen, die sich heroisch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) engagierten und die, mit ihrer Eheschließung, den Integrationssinn symbolisierten.
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des hybriden Subjektbegriffs ein und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung autobiographischer Traditionen.
2) Zur Theorie der Autobiographie: In diesem Kapitel werden klassische gattungstheoretische Ansätze (Gusdorf/Lejeune) diskutiert und durch feministische sowie poststrukturalistische Gegenentwürfe kritisch hinterfragt.
3) Rebecca Walker: Black, White and Jewish. Autobiography of a Shifting Self: Hier erfolgt eine Analyse von Rebeccas Walker Werk, wobei insbesondere ihre Identitätssuche zwischen verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten sowie die narrative Verarbeitung ihrer Kindheit beleuchtet werden.
4) Yvette Melanson: Looking for Lost Bird. A Jewish Woman Discovers Her Navajo Roots: Dieser Abschnitt widmet sich Yvette Melansons Prozess der Identitätsfindung, nachdem sie im Erwachsenenalter von ihrer indianischen Herkunft erfährt.
5) Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Walker und Melanson durch ihre assoziative Schreibweise und den Fokus auf relationale Identität das traditionelle Modell der Autobiographie maßgeblich erweitern.
Autobiographie, Hybrides Subjekt, Identitätssuche, Gedächtnis, Erinnerung, Narrativität, Rebecca Walker, Yvette Melanson, Poststrukturalismus, Feministische Literaturtheorie, Ethnische Identität, Gemeinschaftsbildung, Diskontinuität, Traumaverarbeitung.
Die Arbeit untersucht, wie sich das autobiographische Schreiben verändert, wenn Autoren nicht mehr in ein traditionelles, autonomes und männlich geprägtes Modell passen, sondern eine hybride Identität repräsentieren.
Die zentralen Themen umfassen Hybridität, die Konstruktion von Identität in multikulturellen Kontexten, die Rolle des Gedächtnisses und die Bedeutung der narrativen Struktur für den Prozess der Selbstfindung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das autobiographische Subjekt durch das Schreiben eine Aufarbeitung der eigenen Geschichte betreibt und wie individuelle Erfahrungen mit kollektiven Traditionen verknüpft werden.
Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, bei der gattungstheoretische Modelle der Autobiographie auf die spezifischen Texte von Walker und Melanson angewandt und kritisch evaluiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie in detaillierte Werkanalysen, die die Zerrissenheit der Protagonistinnen zwischen verschiedenen Kulturen und die Suche nach einem integrierten Selbst untersuchen.
Wichtige Begriffe sind Hybridität, Relationalität, Identitätskonflikt, kollektives Gedächtnis, narrative Diskontinuität und die Abkehr vom klassischen "autobiographischen Pakt".
Er symbolisiert sowohl die politische Herkunft aus der Bürgerrechtsbewegung als auch die psychologische Rastlosigkeit und die ständigen Ortswechsel, die Walkers frühe Entwicklung und ihre Zerrissenheit prägten.
Sie markiert einen entscheidenden rituellen Schritt in der indianischen Navajo-Kultur, um die Harmonie zwischen einer belasteten Vergangenheit und einer neuen, indigenen Identität wiederherzustellen.
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