Masterarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Der Untersuchungszeitraum und die Fragestellung der Arbeit
1.2. Methodik und Quellenüberblick
1.3. Forschungsstand
1.4. Hinweise zu Transkription und Gendering
2. Die Phänomene des Nationalismus und Imperialismus
3. Nationalismus und Imperialismus in Georgien und Deutschland um die Jahrhundertwende
3.1. Georgischer Nationalismus
3.1.1. Annexion Georgiens und ihre Folgen
3.1.2. Georgische Nationalbewegung und Alphabetisierungsgesellschaft
3.2 Deutscher (Radikal-)Nationalismus und (Neu-)Imperialismus
3.2.1. Förderer des deutschen Imperialismus
3.2.2. „Ethischer Imperialismus“
4. Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen Georgien und Deutschland
4.1. Georgische Interessen
4.1.1. Ziele der Menschewiki
4.1.2. Ziele der Exilgeorgier
4.1.3. Unabhängigkeitsfrage ab 1917
4.2. Deutsche Interessen
4.2.1. Die „Entdeckung“ Kaukasiens und Georgiens
4.2.2. Das deutsche Kapital in Georgien
4.2.3. Insurgierungs- und Revolutionierungspolitik
5. Zusammenarbeit zwischen Georgien und Deutschland
5.1. Revolutionierungspolitik und indirekte Propaganda
5.1.1. Die Liga der Fremdvölker Rußlands
5.1.2. Nachrichtenstelle für den Orient
5.1.3. Kriegsgefangenenpolitik
5.1.4. Die Georgische Legion
5.2. Revolutionierungspolitik und direkte Propaganda
5.2.1. Transkaukasische Demokratisch-Föderative Republik
5.2.2. Die deutschen Truppen in Tbilisi
5.3. Die Frage der Anerkennung der Staatsunabhängigkeit Georgiens
5.4. Politische und wirtschaftliche Verträge
5.5. Erweiterung der Brest-Litowsker Verträge
6. Zerplatzte Träume
7. Ein Fall des Imperialismus?
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsch-georgischen Beziehungen im Zeitraum von 1911 bis 1921. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit die deutsche Georgienpolitik während des Ersten Weltkriegs als Ausdruck imperialistischer Interessen oder als Unterstützung für die georgische Sezessionsbewegung vom Russischen Reich zu bewerten ist, insbesondere vor dem Hintergrund des georgischen Nationalismus.
4.2.2. Das deutsche Kapital in Georgien
Mit dem zunehmenden Interesse am Kaukasus wuchs auch die Höhe des deutschen Kapitals im Kaukasusgebiet und in Georgien. Die erste ansässige Firma in Georgien war Siemens und Halske, die dort in den 50ern des 19. Jahrhunderts die internationale Telegrafenleitung legte und somit Georgien zum „Zentrum des Welttelegrafensystems“ machte. Dadurch rückte der Kaukasus noch mehr in den Fokus des deutschen Kapitals, sodass der Elektrofirma weitere deutsche (industrielle) Firmen folgten. Dazu zählten u. a. Thyssen, Krupp und Kirchdorf.
Gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und den Aufbau von Infrastruktur expandierte das deutsche Kapital im Kaukasus. Während in Aserbaidschan Erdöl und Eisenerze und in Armenien Kupfer vorkamen, lieferte Georgien weltweit Manganerze. Wichtige wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich der Manganerzvorkommen in Tschiatura (Georgien) machte Dr. Hermann von Abich bereits im Jahre 1846. Dieser Ort wurde später der Zielort des deutschen Kapitals. So beuteten ab 1877 die deutschen Firmen die Manganerzgruben bei Tschiatura aus, so dass Georgien noch vor dem Ersten Weltkrieg den Hauptlieferanten der Erze für Deutschland darstellte.
In Folge der sozialen Krise und Revolution von 1905 gelang es dem deutschen Kapital, seinen Einfluss im Kaukasusgebiet zu verstärken, indem es die Bergwerke in Georgien aufkaufte oder Kooperationen mit georgischen Firmen einging. Allerdings war diese „Zusammenarbeit“ nach Thörner keineswegs gleichberechtigt. Sie machte „die georgischen Bergwerksbesitzer von der deutschen Industrie abhängig“. Zugleich unterstützten die deutschen Firmen die Kriegsziele, indem sie die für die Kriegswirtschaft wichtigen ungehinderten Rohstofflieferungen ermöglichten. Darum „kämpfte der deutsche Imperialismus während des ersten Weltkrieges mit allen möglichen offenen und verdeckten Mitteln.“ So Thörner.
1. Einleitung: Vorstellung des historischen Untersuchungsrahmens und der zentralen Forschungsfrage bezüglich der deutsch-georgischen Beziehungen.
2. Die Phänomene des Nationalismus und Imperialismus: Theoretische Einordnung der Begriffe und deren Bedeutung für die internationale Politik der Moderne.
3. Nationalismus und Imperialismus in Georgien und Deutschland um die Jahrhundertwende: Analyse der Entstehung des Nationalbewusstseins in Georgien und des radikalen Neuimperialismus in Deutschland.
4. Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen Georgien und Deutschland: Untersuchung der georgischen Wünsche nach Unabhängigkeit und der deutschen Wirtschafts- und Kriegsziele.
5. Zusammenarbeit zwischen Georgien und Deutschland: Detaillierte Darstellung der diplomatischen, militärischen und wirtschaftlichen Kooperationsformen sowie der Propagandatätigkeiten.
6. Zerplatzte Träume: Reflexion über das Scheitern der deutsch-georgischen Hoffnungen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem sowjetischen Einmarsch.
7. Ein Fall des Imperialismus?: Kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen historischen Deutungen der deutschen Georgienpolitik.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der informellen imperialistischen Dynamiken und der wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Georgien und Deutschland.
Georgien, Deutschland, Nationalismus, Imperialismus, Erster Weltkrieg, Kaukasus, Unabhängigkeit, Rohstoffpolitik, Mangan, Sowjetisierung, Geopolitik, Außenpolitik, Kollaboration, Wirtschaftsinteressen, Sezessionsbewegung
Die Arbeit analysiert die komplexen Beziehungen zwischen Deutschland und Georgien im Zeitraum von 1911 bis 1921, insbesondere die Verknüpfung von nationalen Bestrebungen und imperialistischen Interessen.
Die Untersuchung umfasst den georgischen Nationalismus, den deutschen Neuimperialismus, die Rolle des deutschen Kapitals im Kaukasus sowie die diplomatische und militärische Zusammenarbeit während des Ersten Weltkriegs.
Die Forschungsfrage lautet, ob die deutsche Georgienpolitik primär als Ausdruck imperialistischer Ziele oder als gezielte Unterstützung für die georgische Unabhängigkeitsbewegung gegenüber dem Russischen Reich zu interpretieren ist.
Die Autorin verwendet eine systematische Analyse politisch-militärischer und wirtschaftlicher Aspekte, basierend auf der Auswertung von Primärquellen wie diplomatischen Akten und zeitgenössischen Denkschriften.
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Stufen der Zusammenarbeit, von der indirekten Revolutionierungspolitik über die Bildung der Georgischen Legion bis hin zu den konkreten politisch-wirtschaftlichen Verträgen von 1918.
Nationalismus, Imperialismus, Kaukasus-Politik, Mangan-Exporte, deutsch-georgische Beziehungen und informeller Imperialismus sind die wesentlichen Begriffe.
Die Arbeit zeigt auf, dass führende Akteure der deutschen Industrie und des Finanzwesens maßgeblich in die politische Entscheidungsfindung involviert waren und ihre wirtschaftlichen Interessen in die deutschen Kriegsziele integrierten.
Die Gegenüberstellung dient dazu, die unterschiedlichen Sichtweisen auf die deutsche Georgienpolitik – einerseits als expansiver Imperialismus bei Fischer und andererseits als kooperative, wenn auch ungleiche Partnerschaft bei Zürrer – zu differenzieren.
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