Diplomarbeit, 2008
83 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Principal-Agent-Beziehungen und der Kapitalmarkt
2.1 Neue Institutionenökonomik und Agency-Theorie
2.2. Principal-Agent-Konflikt
2.3 Adverse Selection und Moral Hazard
2.4 Adverse Selection am Beispiel der Kapitalmärkte
2.5 Banken und Adverse Selection
2.6 Rechnungslegung und Adverse Selection
2.7 Rechnungslegung und Rechnungslegungssysteme
3. Subprime Crisis
3.1 Subprime-Kredit
3.1.1 Kreditvergabepraktiken der Banken in den USA
3.1.2 Entwicklung des Immobilienmarkts ab 2007
3.2 Wie die Subprime-Krise Europa erreichte
3.2.1 Financial Engineering
3.2.2 Collateralized Debt Obligations
3.2.3 Kreditkrise
3.2.3.1 Auswirkungen der Krise auf ABS, CDOs, ABCPs
3.2.3.2 Quasi-Banken in der Kreditkrise
3.2.3.3 Der Geldmarkt und die Subprime-Krise
3.3 Zwischenfazit
4 Problemaufriss am Beispiel der IKB
4.1 Geschäftsmodell der RFCC
4.1.1 Fristentransformation
4.1.2 Das ABCP-Programm der RFCC
4.2 Die scheinbare Disintermediation von Banken
5 Bilanzierung von Zweckgesellschaften
5.1 Definition einer Zweckgesellschaft nach IFRS
5.2 Definition einer Zweckgesellschaft nach HGB
5.3 Allgemeine Grundsätze nach HGB
5.3.1 Das Konzept der einheitlichen Leitung
5.3.2 Das Control-Konzept
5.3.2.1 Mehrheit der Stimmrechte
5.3.2.2 Recht zur Bestellung und Abberufung
5.3.2.3 Beherrschender Einfluss
5.3.3 Konsolidierung von Zweckgesellschaften nach HGB
5.3.3.1 Zweckgesellschaften nach § 290 Abs. 1 HGB
5.3.3.2 Zweckgesellschaften nach § 290 Abs. 2 HGB
5.3.3.3 Die Besonderheiten bei Kreditinstituten
5.3.4 Die Generalnorm
5.3.4.1 Die Vermögenslage
5.3.4.2. Die Finanzlage
5.3.4.3 Die Ertragslage
5.3.4.4 Die Bilanzwahrheit
5.3.4.5 Die Bilanzklarheit
5.4 Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)
5.4.1 Der Referentenentwurf und die Aufstellungspflicht
5.4.2 Der Referentenentwurf und die Größenmerkmale
5.4.3 Der Referentenentwurf und die Anhangangaben
5.4.4 Der Referentenentwurf und der Lagebericht
5.4.5 Der Referentenentwurf und die Generalnorm
5.5 Die Bilanzierung von Zweckgesellschaften nach IFRS
5.5.1 Annahmen und Prinzipien der Rechnungslegung nach IFRS
5.5.2 Der Konzernabschluss nach IAS 27
5.5.2.1 Das Control-Konzept nach IFRS
5.5.2.2 Unterschiede zwischen HGB und IFRS
5.5.3 Die Konsolidierung von Zweckgesellschaften nach SIC-12
5.5.3.1 Fehlen einer eng definierten Zwecksetzung der SPE
5.5.3.2 SPE als Tochterunternehmen
5.5.3.3 Risk and Reward Approach
5.5.3.4 Zellulare Strukturen
5.6 Asset Backed Securities nach HGB und IFRS
5.6.1 ABS nach HGB
5.6.1.1 ABS nach § 290 Abs. 1 HGB – einheitliche Leitung
5.6.1.2 ABS nach § 290 Abs. 2 HGB – Control-Konzept
5.6.1.3 Ausbuchungsvorschriften: ABS nach HGB
5.6.2 ABS nach IFRS
5.6.2.1 ABS nach SIC-12
5.6.2.2 Ausbuchungsvorschriften: ABS nach IAS 39
6 Basel II
6.1 Grundsatz I
6.2 Liquiditätsfaszilitäten
6.3 Auswirkungen auf das Eigenkapital durch Basel II
7 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Zweckgesellschaften (SPVs) im Kontext der Subprime-Krise und analysiert kritisch die Rechnungslegungsvorschriften nach HGB, IFRS und dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) hinsichtlich ihrer Eignung, ein zutreffendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Konzernen zu vermitteln.
3.2.2 Collateralized Debt Obligations
CDOs sind eine spezielle Variante der Asset Backed Securities (ABS).44 ABS sind das Resultat einer Asset Securitization45 (Verbriefung), dabei werden durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Parteien komplexe Finanzierungstechniken realisiert.46 Am Ende der Asset Securitization stehen die bereits genannten ABS in Form von verbrieften Wertpapieren oder Schuldscheinen, die gesichert sind durch unverbriefte, möglichst homogene Forderungen z. B. Hypothekenkredite, Konsumentenkredite, Leasingforderungen, Kreditkartenforderungen.47 Der Unterschied zwischen den ABS und den CDOs ist, dass bei den CDOs i. d. R. nicht nur ausschließlich homogene Forderungen verbrieft werden, sondern die Struktur der Verbriefung differenzierter ist und dabei meist auf einen Pool diversifizierter Forderungen zurückgegriffen wird.48
Bei den CDO-Konstruktionen handelt sich es i. d. R. um Kreditinstitute (Originator), die ihre Forderungen50 regresslos (True Sale) an eine Zweckgesellschaft veräußern, welche lediglich für diesen Zweck gegründet wird.51 Der Vorteil der Forderungsübertragung an die Zweckgesellschaft ist, dass gegenüber einer synthetischen Übertragung eines Kreditportfolios (CLNs) der Erwerber der CDOs nicht mehr an das Adressenausfallrisiko des ursprünglichen Kreditnehmers gekoppelt ist.52 Die Refinanzierung der Zweckgesellschaften erfolgt über die Emission von eigenen Schuldtiteln (ABS, CDOs, ABCPs).53 Die Refinanzierungsprodukte werden dabei in Tranchen eingeteilt, diese weisen unterschiedlich hohe Verlustrisiken auf. Eine grobe Tranchenunterteilung gibt die folgende Aufstellung wieder: Senior Tranche, Mezzanine Tranche und Junior Tranche oder auch Equity Tranche genannt. Die Tranchenunterteilung spiegelt dabei die Bedienungspriorität der unterschiedlichen Tranchen bei Ausfall der hinterlegten Sicherheiten wider. So wird bei Störungen oder Ausfall die Senior Tranche zuerst bedient, danach die Mezzanine Tranche; falls dann noch ausreichend Liquidität vorhanden ist, wird die Junior Tranche bedient.54 Einer Tranche wird dabei nicht explizit eine bestimmte Forderung zugeordnet, sondern vielmehr das Adressenausfallrisiko bzw. das Verlustrisiko des Pools der Forderungen. Es handelt sich ergo um einen Vorgang von rein fiktiver Natur.55 Diese Tranchen werden von unterschiedlichen Investoren je nach deren Risikopräferenz und Diversifikationsüberlegungen erworben.
1 Einleitung: Überblick über den thematischen Rahmen der Arbeit mit Fokus auf die Relevanz von Zweckgesellschaften im Zuge der Subprime-Krise.
2 Principal-Agent-Beziehungen und der Kapitalmarkt: Theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomik zur Erklärung von Informationsasymmetrien und der Rolle der Rechnungslegung.
3. Subprime Crisis: Analyse der Ursachen der Subprime-Krise, des Verbriefungsprozesses und der Ausbreitung der Krise auf europäische Kreditinstitute.
4 Problemaufriss am Beispiel der IKB: Konkretisierung der Problematik anhand des Geschäftsmodells der RFCC als Zweckgesellschaft der IKB.
5 Bilanzierung von Zweckgesellschaften: Detaillierte Untersuchung und Vergleich der Bilanzierungs- und Konsolidierungsvorschriften für Zweckgesellschaften nach HGB, IFRS und BilMoG.
6 Basel II: Darstellung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für Kreditinstitute und deren Auswirkungen auf die Eigenkapitalunterlegung.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der untersuchten Rechnungslegungsstandards hinsichtlich der Transparenz von Zweckgesellschaften.
Zweckgesellschaft, Subprime-Krise, Rechnungslegung, Konsolidierung, HGB, IFRS, BilMoG, Principal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrie, Asset Backed Securities, CDO, Basel II, Fristentransformation, Risikomanagement, Finanzintermediation
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Zweckgesellschaften (SPEs/SPVs) vor dem Hintergrund der Subprime-Krise und bewertet, ob diese Strukturen die Transparenz der Rechnungslegung beeinträchtigen.
Im Fokus stehen die Agency-Theorie, die Mechanismen der Verbriefung (ABS/CDOs), die Unterschiede zwischen HGB- und IFRS-Konsolidierungsregeln sowie die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes.
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die aktuellen Rechnungslegungsstandards in der Lage sind, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Finanzlage eines Konzerns zu vermitteln, insbesondere bei Nutzung von Zweckgesellschaften.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Problemanalyse mittels der Neuen Institutionenökonomik sowie einer rechtsvergleichenden und anwendungsbezogenen Untersuchung der Bilanzierungs- und Konsolidierungsvorschriften.
Der Hauptteil umfasst die Herleitung theoretischer Grundlagen, die Genese der Subprime-Krise, eine Fallstudie zur IKB-Zweckgesellschaft RFCC, eine detaillierte Prüfung der Konsolidierungskriterien nach HGB und IFRS sowie eine Analyse der aufsichtsrechtlichen Aspekte durch Basel II.
Zweckgesellschaft, Subprime-Krise, Konsolidierung, Rechnungslegung, HGB, IFRS, BilMoG, Asset Backed Securities und Risikomanagement sind die zentralen Begriffe.
Der Autor sieht im BilMoG einen Versuch, die nationale Rechnungslegung an internationale Standards anzupassen, warnt jedoch, dass es in der Praxis nur begrenzt und im Einzelfall Abhilfe schaffen kann, um Zweckgesellschaften aus dem Konzernabschluss herauszuhalten.
Die RFCC dient als exemplarisches Fallbeispiel, um aufzuzeigen, wie ein Kreditinstitut ein Vehikel nutzte, um außerbilanzielles Geschäft zu generieren und Eigenkapitalanforderungen zu umgehen, ohne dass dies im Lagebericht ausreichend transparent kommuniziert wurde.
Der Autor kritisiert, dass weder nach HGB noch nach IFRS ein zufriedenstellendes Ergebnis hinsichtlich eines "getreuen Bildes" des Konzerns erzielt wird, da Zweckgesellschaften oft nicht konsolidiert werden müssen und Adressaten durch die Komplexität überfordert sind.
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