Diplomarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Grundlagen: Gesundheit, Gesundheitsförderung und Wellness
2.1 Aspekte des Gesundheitsbegriffs
2.1.1 Historische Entwicklung von Ansätzen der Gesundheitsförderung
2.1.2 Entstehung des heutigen Gesundheitsförderungskonzepts
2.2 Der Wandel des Gesundheitsbegriffs
2.3 Das Wellnesskonzept
2.3.1 Pragmatische Definitionsansätze von Wellness
2.3.2 Aspekte von Wellness
2.4 Ab- und Begrenzungversuche beider Konzepte
3 Wellness in den USA
3.1 Entstehung und Verbreitung der Wellnessbewegung
3.1.1 Wellness in nordamerikanischen Unternehmen
3.1.2 Evaluation von Wellnessprogrammen
3.2 Problematik von transnationaler und -kultureller Übertragbarkeit auf Deutschland
4 Wellness in Deutschland
4.1 Der Megatrend Gesundheit und die Entwicklung eines Lifestylephänomens
4.2 Der Wellnessmarkt
4.2.1 Wellness im 2. und 3. Gesundheitsmarkt
4.2.2 Rehabilitations-, Kurkliniken und Sanatorien als neuer Markt ?
5 Medical Wellness
5.1 Definitionsansätze zwischen Wellness und Medical Wellness
5.2 Das Vorbild der Medical Spa`s in den USA
5.3 Neue Märkte, neue Anbieter und neue Zielgruppen
5.4 Medical Wellness Angebote in Deutschland
6 Diskussion
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff "Medical Wellness" als exemplarische Darstellung bei der Adaption amerikanischer Wellnesskonzepte in Deutschland. Ziel ist es, den Ursprung, die inhaltliche Ausgestaltung sowie die wirtschaftliche Einordnung dieses in Deutschland entwickelten Konzepts kritisch zu analysieren, insbesondere im Vergleich zur ursprünglichen US-amerikanischen Wellnessphilosophie und im Kontext aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen.
3.1.1 Wellness in nordamerikanischen Unternehmen
In den USA werden seit den 70 er Jahren betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme häufig auch als „Wellnessprogramme“, „Corporate Wellness“ oder sogar synonym für „Health Promotion“ verwendet und propagiert. Es wurde damit begründet, um Unterschiede zu klassischen Risikoreduktionsprogrammen zum Ausdruck zu bringen und den Wellness-Begriff unter Marketingaspekten in interner und externer Kommunikation integrieren zu können (vgl. Hertel 1992, S. 36 und S. 41).
Das gestiegene Interesse amerikanischer Unternehmen an Wellness und Gesundheitsförderung war unter anderem in der genannten Kostenentwicklung des Gesundheitssystems begründet. Zusätzlich wurden jedoch auch die bis dahin vorwiegend eingesetzten individualzentrierten Präventivstrategien, die Risikoreduktions-Modelle und eine „blaming the victim“- Strategie in der betrieblichen Gesundheitsförderung zunehmend kritisiert und ein Schwerpunktwechsel zum Einbezug sozialer und kultureller Lebensweisen gefordert worden. Es wurden systemorientierte Konzepte der betrieblichen Gesundheitsförderung entwickelt, die vier Faktoren herausstellten (ebd.):
• Der Mensch wird als Teil eines offenen, dynamischen Systems aufgefasst.
• Gesundheitsgefährdende Faktoren sollten stärker identifiziert werden.
• Die Epidemiologie von Gesundheit ist als wichtig und erforderlich herauszustellen.
• Die Struktur und Natur von Arbeit muss stärker als bisher berücksichtigt werden.
• Für die Entwicklung und Beibehaltung eines gesunden Lebensstils ist die Einbeziehung von Arbeitskollegen, Familie und Kommune bedeutsam.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Alltagsphänomen Wellness dar und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Übertragbarkeit US-amerikanischer Modelle auf den deutschen Markt und die Bedeutung von Medical Wellness.
2 Die Grundlagen: Gesundheit, Gesundheitsförderung und Wellness: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente, inklusive der WHO-Definition und verschiedener Wellness-Modelle nach Ardell, Hettler und Travis, erarbeitet.
3 Wellness in den USA: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung der US-amerikanischen Wellnessbewegung, den Fokus auf betriebliche Programme und die Herausforderungen einer transnationalen Adaption.
4 Wellness in Deutschland: Es wird die Entwicklung von Wellness als Lifestylephänomen und der "Megatrend Gesundheit" in Deutschland analysiert, wobei der Fokus auf dem wachsenden Wellnessmarkt liegt.
5 Medical Wellness: Das Kapitel definiert Medical Wellness als spezifische deutsche Wortschöpfung, beleuchtet das US-amerikanische Vorbild der Medical Spas und analysiert die aktuelle Marktsituation in Deutschland.
6 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse kritisch und hinterfragt, inwiefern Medical Wellness als wissenschaftlich fundiertes Konzept oder primär als Marketingprodukt zu bewerten ist.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf den Bedarf an weiterer wissenschaftlicher Grundlagenforschung gegeben.
Medical Wellness, Wellness, Gesundheitsförderung, Prävention, Gesundheitsmarkt, betriebliche Gesundheitsförderung, Lifestyle, Selbstverantwortung, US-Wellnesskonzept, Gesundheitsgesellschaft, Lebensqualität, Wellness-Tourismus, Public Health, Salutogenese.
Die Arbeit untersucht das in Deutschland entstandene Konzept "Medical Wellness" und dessen Verhältnis zum ursprünglichen US-amerikanischen Wellness-Ansatz.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Gesundheit und Gesundheitsförderung, die Geschichte der Wellnessbewegung, betriebliche Präventionsmodelle sowie die kommerzielle Entwicklung des Gesundheitsmarktes.
Die Forschungsfrage befasst sich damit, ob Medical Wellness eine inhaltlich fundierte Adaption des US-Modells darstellt oder lediglich ein neues Marketinginstrument im deutschen Gesundheitsmarkt ist.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, der Auswertung wissenschaftlicher Studien zur betrieblichen Gesundheitsförderung und der kritischen Analyse aktueller Marktkonzepte.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, den Vergleich zwischen US-amerikanischen und deutschen Gesundheitssystemen sowie die spezifische Positionierung von Medical Wellness in Hotels und Kliniken.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Medical Wellness, Gesundheitsmarkt, Lebensqualität, Prävention und Gesundheitsförderung charakterisieren.
Ja, Medical Wellness betont stärker den medizinisch-therapeutischen Aspekt, während klassisches Wellness in Deutschland oft mit passivem Wohlbefinden und Lifestyle assoziiert wird.
Die Autorin äußert Skepsis bezüglich der wissenschaftlichen Fundierung und beklagt ein Qualitätsgefälle, da viele Anbieter lediglich Marketingstrategien nutzen, ohne echte medizinische Mehrwerte zu bieten.
Die Arbeit kritisiert, dass sich Medical Wellness durch hohe Preise oft an eine finanzkräftige Klientel richtet und somit der ursprünglichen Intention eines für jeden erreichbaren Gesundheitszustands widerspricht.
In der Regel sind Medical Wellness Leistungen Selbstzahlerangebote, da sie oft nicht den Kriterien der "evidence based medicine" oder der medizinischen Notwendigkeit für eine Kostenübernahme entsprechen.
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