Diplomarbeit, 2007
126 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Frühkindlicher Autismus
2.1 Ätiologie und Pathogenese
2.2 Prävalenz
2.3 Klassifikation und Symptomatik
2.4 Diagnostik
3 Die Entwicklung von Kindern mit frühkindlichem Autismus
3.1 Sensorik
3.2 Motorik
3.3 Stereotypien und Verhaltensauffälligkeiten
3.4 Kognition
3.4.1 Aufmerksamkeit und Wahrnehmung
3.4.2 Reiz- und Informationsverarbeitung
3.4.3 Problemlösungsverhalten
3.4.4 Gedächtnisleistung und Lernverhalten
3.5 Affektive und Soziale Entwicklung
3.5.1 Frühes Bindungsverhalten
3.5.2 Ausdruck eigener Emotionen und Fähigkeit zur Empathie
3.5.3 Soziale Interaktion
3.5.4 Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein
3.6 Spielverhalten
3.7 Sprachentwicklung und Kommunikationsverhalten
3.8 Zusammenfassung
4 Der TEACCH-Ansatz
4.1 Grundlagen des pädagogisch-therapeutischen Ansatzes
4.2 Structured Teaching: Strukturierung und Visualisierung
4.2.1 Raum
4.2.2 Zeit bzw. Abfolge von Ereignissen
4.2.3 Arbeitsorganisation bzw. Arbeitssystem
4.2.4 Aufgaben und Tätigkeiten (Instruktionen und Material)
4.2.5 Routinen
4.3 Curricula im TEACCH-Ansatz
4.3.1 Förderung des Sozialverhaltens
4.3.2 Förderung der Kommunikationskompetenz
4.4 Kritische Punkte und Effektivität
4.5 Zusammenfassung und Anwendung in Deutschland
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Entwicklungsverlauf von Kindern mit frühkindlichem Autismus, um auf dieser Basis Möglichkeiten der pädagogischen Unterstützung aufzuzeigen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Forschungsfrage, wie diese Kinder durch spezifische Ansätze wie das TEACCH-Programm in ihrer individuellen Entwicklung gefördert und in eine Welt ohne Autismus integriert werden können.
3.1 Sensorik
Verschiedene Autoren sind sich einig, dass es keine autismusspezifischen Beeinträchtigungen im Bereich der Sensorik gibt. Frith begründet ihre These mit der Annahme einer Störung der zentralen Kohärenz: „Eine Funktionsstörung auf zentraler Ebene wirkt sich nachhaltig auf Wahrnehmung und Handeln aus. Sie impliziert jedoch keine Funktionsstörung der peripheren, sensorischen oder motorischen Prozesse.“ Allerdings wird immer wieder von einer ungewöhnlichen Art und Weise berichtet, wie Kinder mit frühkindlichem Autismus ihre Sinne einsetzen.
Im typischen Entwicklungsverlauf bevorzugen Säuglinge kurz nach der Geburt die Nahsinne, d.h. Riechen, Schmecken und Tasten. Innerhalb des ersten Lebensjahres findet eine Umkehrung statt und die Priorität liegt nun bei den Fernsinnen Hören und Sehen. Häufig wird berichtet, dass Kinder mit frühkindlichem Autismus bei der Präferenz für die Nahsinne bleiben. Jedoch ist diese Auffälligkeit eher auf eine zusätzliche geistige Behinderung zurückzuführen. „Experimentelle Befunde zeigten jedoch bald, daß der übermäßige Gebrauch körpernaher Sinne nicht spezifisch mit Autismus zusammenhängt.“
Im Gegensatz zu oben angeführter These, vertritt Ayres die Ansicht, dass sich bei Autismus zahlreiche Symptome einer mangelhaften sensorischen Verarbeitung finden lassen. Die Ursache sieht sie in einer Störung im limbischen System, die auch, abhängig vom Schweregrad, Auswirkungen auf die jeweilige Therapie hat. Sie beschreibt ebenfalls die Dominanz der Nahsinne, setzt sich jedoch nicht mit der Problematik der Autismusspezifität auseinander. Vielmehr sieht sie die Probleme in der Sensorik als Teil der autistischen Störung. „Das autistische Gehirn kann aufgenommene Sinnesreize nicht nur nicht zum Bewußtsein kommen lassen, sondern in manchen Fällen fällt es ihm auch schwer, diese Reize, und zwar besonders die vom Gleichgewichtssystem und Tastsinn, so abzustimmen, daß das Nervensystem in der richtigen Weise mit ihnen umgehen kann.“
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Entwicklungsverlauf autistischer Kinder zu skizzieren und das TEACCH-Fördermodell als Unterstützungsmöglichkeit vorzustellen.
2 Frühkindlicher Autismus: Dieses Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über die Autismusforschung, Ursachenforschung, Prävalenz sowie die diagnostischen Kriterien gemäß ICD-10 und DSM-IV-TR.
3 Die Entwicklung von Kindern mit frühkindlichem Autismus: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Entwicklungsbereiche wie Sensorik, Kognition, Sozialverhalten und Sprache, um Besonderheiten und Herausforderungen für die betroffenen Kinder aufzuzeigen.
4 Der TEACCH-Ansatz: Hier wird das psychoedukative Fördermodell TEACCH, seine Grundlagen (Structured Teaching) und die spezifische Anwendung in Deutschland ausführlich dargestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und stellt offene Fragen sowie den Bedarf an weiterer empirischer Forschung zur Effektivität von Förderansätzen heraus.
frühkindlicher Autismus, Entwicklung, Förderung, TEACCH-Ansatz, Structured Teaching, Kognition, Sensorik, soziale Interaktion, Kommunikation, Echolalie, Bindungsverhalten, Diagnostik, Inklusion, pädagogische Unterstützung, Verhaltensauffälligkeiten.
Die Arbeit befasst sich mit dem Entwicklungsverlauf von Kindern mit frühkindlichem Autismus und zeigt auf, wie diese durch den TEACCH-Ansatz pädagogisch gefördert werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinisch-psychologischen Einordnung von Autismus, der Analyse kognitiver und sozialer Defizite sowie der detaillierten Beschreibung von Förderkonzepten für den Schul- und Alltagskontext.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das autistische Entwicklungsprofil zu schaffen und aufzuzeigen, wie das TEACCH-Modell Stärken der Kinder nutzt, um deren Schwächen auszugleichen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und Publikationen zum Autismus und zum TEACCH-Ansatz basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den autistischen Besonderheiten in Sensorik, Motorik, Kognition, Sprache und Sozialverhalten sowie der praktischen Umsetzung des TEACCH-Ansatzes.
Die zentralen Konzepte sind Autismus-Spektrum, Strukturierung, Visualisierung, individuelle Lernprofile, soziale Inklusion und pädagogische Förderstrategien.
Der Ansatz wird als ein in der Literatur überwiegend als effektiv eingestuftes Modell beschrieben, wobei die Autorin gleichzeitig betont, dass noch weiterer Bedarf an empirischer Forschung besteht.
Eltern nehmen eine zentrale Rolle als "Co-Therapeuten" ein, da ihre Expertise über ihr Kind für eine kontinuierliche und konsistente Förderung im häuslichen Umfeld essenziell ist.
Strukturierung und Visualisierung bieten Kindern mit Autismus die notwendige Vorhersagbarkeit und Sicherheit, die sie benötigen, um sich in einer für sie oft unübersichtlichen und stressigen Welt orientieren zu können.
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