Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Herausforderungen der Istanbul-Konvention
2.1 Inhaltliche Aspekte und Forderungen
2.2 Der Gewaltbegriff der Istanbul-Konvention
2.2.1 Geschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen
2.2.2 Häusliche Gewalt
3 Umsetzung der Istanbul- Konvention in Deutschland
3.1 Analyse des aktuellen Standes der Umsetzung der Aufgaben und Forderungen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
3.2 Vergleich mit der Umsetzung in Finnland und Österreich
3.2.1 Finnland
3.2.2 Österreich
4 Rolle der Sozialen Arbeit
4.1 Umgang mit Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in der Sozialen Arbeit
4.2.1 Prävention (Aufklärung- Enttabuisierung, Studium, Täterarbeit)
4.2.1.1 Aufklärung Enttabuisierung Studium
4.2.1.2 Täterarbeit
4.2.2 Intervention (Interventionsstellen/ Frauenhäuser/Jugendamt)
4.2.2.1 Interventionsstellen
4.2.2.2 Frauenhäuser
4.2.2.3 Jugendamt
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Anforderungen der Istanbul-Konvention an Deutschland, analysiert den aktuellen Umsetzungsstand unter Berücksichtigung von Lücken und Vergleichen mit anderen europäischen Ländern und beleuchtet die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention und Intervention von geschlechterspezifischer und häuslicher Gewalt.
2.2.1 Gewalt gegen Frauen
Im Allgemeinen definiert die Konvention diese als die sogenannte geschlechterspezifische Gewalt, also die Form von Gewalt, die sich gegen eine Frau richtet aufgrund dessen, dass sie eine Frau ist oder Frauen unverhältnismäßig stark betrifft. (vgl. Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt Art.3) Die Konvention prägt einen umfassenden Gewaltbegriff der sowohl die psychische, körperliche, sexuelle, als auch die wirtschaftliche Dimension von geschlechterspezifischer Gewalt mit einbezieht. Durch die Einbeziehung der wirtschaftlichen Dimension von Gewalt, erweitert die Istanbul-Konvention das bisherige Gewaltverständnis. Bei der geschlechtsspezifischen Gewalt ist das Hauptmotiv das Geschlecht des Opfers und wird in der Konvention mit der historischen Unterordnung der Frau begründet, als Folge von ungleichen Machtverhältnissen. (vgl. Henneberger in Lembke, Steinl 2018, 207)
Auch die Autorin Hagemann-White und der Autor Lenz beschreiben im Wörterbuch Soziale Arbeit und Geschlecht Gewalt mit dem Aspekt der kulturellen Prägung. Der Begriff mit seiner Bedeutung ändert sich mit dem gesellschaftlichen Wandel. Wo in früheren Zeiten Gewalt von Männern als Normalität betrachtet wurde und zu Kriegszeiten sogar erwünscht, ist dieses Verhalten heute gesellschaftlich unerwünscht. In der Sozialen Arbeit wird Gewalt als Handeln eines Individuums gesehen, welches sich in systemischen Kontexten bewegt. Somit ist Gewalt zwar die Tat eines Menschen aber mit gesellschaftlichen Hintergründen, welche vor allem bei geschlechterspezifischer Gewalt gegen Frauen meistens mit der Geschlechtsidendität verbunden ist. Das Machtgefälle, das durch die ungleichen Machtverhältnisse von Männern und Frauen entsteht, ermöglicht Gewalt. In der Forschung wird intensiv zur Gewaltkonstellation männlicher Täter und weibliches Opfer geforscht, woraufhin sozialpolitische Maßnahmen erfolgen.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die fortdauernde Relevanz von Gewalt gegen Frauen, insbesondere im digitalen Wandel und während der Pandemie, und führt in die Istanbul-Konvention als völkerrechtliches Instrument ein.
2 Herausforderungen der Istanbul-Konvention: Dieses Kapitel erläutert den inhaltlichen Aufbau der Konvention, ihre vier Säulen (Prävention, Schutz, Strafverfolgung, koordinierte Politik) und definiert die zentralen Gewaltbegriffe.
3 Umsetzung der Istanbul- Konvention in Deutschland: Es wird analysiert, inwieweit Deutschland die Konvention umsetzt, wobei erhebliche Lücken aufgezeigt und ein Vergleich mit den Systemen in Finnland und Österreich gezogen wird.
4 Rolle der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel verknüpft die Anforderungen der Konvention mit der professionellen Praxis der Sozialen Arbeit, unterteilt in spezifische Präventions- und Interventionsaufgaben.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont den dringenden Handlungsbedarf für Deutschland und verweist auf die Notwendigkeit zukünftiger empirischer Forschung.
Istanbul-Konvention, Gewalt gegen Frauen, Häusliche Gewalt, Soziale Arbeit, Menschenrechte, Gewaltschutz, Prävention, Intervention, Geschlechterspezifische Gewalt, GREVIO, Frauenhäuser, Opferhilfe, Täterarbeit, Rechtsgrundlage, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland und beleuchtet die Rolle, die die Profession Soziale Arbeit dabei einnimmt.
Zentral sind der Schutz vor Gewalt gegen Frauen, die Definition von häuslicher Gewalt, die rechtliche Verankerung von Gewaltschutzmaßnahmen und die professionelle Ausgestaltung von Prävention und Intervention.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Forderungen die Konvention stellt, den aktuellen Umsetzungsstand kritisch zu bewerten und die Bedeutung für die Soziale Arbeit sowie mögliche Handlungsbedarfe aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Abgleich der Konventionsforderungen mit Analysen von Fachinstituten (wie dem DIMR) und einem Vergleich mit internationalen Umsetzungsbeispielen.
Der Hauptteil analysiert die Konvention, den Stand der deutschen Umsetzung, vergleicht diesen mit Finnland und Österreich und leitet daraus Aufgaben für die Soziale Arbeit in den Feldern Prävention und Intervention ab.
Die wichtigsten Schlagworte sind Istanbul-Konvention, Gewaltschutz, geschlechterspezifische Gewalt, Soziale Arbeit und Menschenrechte.
Wie die Analyse zeigt, führt die unterschiedliche Regelungskompetenz zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu einer uneinheitlichen Finanzierung und Umsetzung des Hilfesystems, was den Kriterien der Konvention entgegensteht.
Die Täterarbeit wird als präventive Maßnahme verstanden, um Gewaltkreisläufe zu durchbrechen und die Ursachen für geschlechterspezifische Gewalt nachhaltig zu bearbeiten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

