Bachelorarbeit, 2008
39 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Protest- oder Reformpartei
2.1 ökologisch – Ökologie
2.2 sozial – Selbstbestimmung
2.3 basisdemokratisch – Demokratie
2.4 gewaltfrei – Gerechtigkeit
2.5 programmatische Entwicklung
3. Bewegungs- oder Wählerpartei
3.1 Herausbildung und Verfestigung der Parteielite
3.2 Veränderung der Parteielite
3.3 Parteiveränderung durch ihre Elite
3.4 Kritik
4. Oppositions- oder Koalitionspartei
4.1 retrospective voting
4.2 programmatische Umsetzung(sprobleme)
4.3 Korrektiv statt Alternative
5. Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die Transformation der Grünen von ihrer Gründung als Anti-Parteien-Partei und Gegenmodell zu den etablierten Parteien hin zu einer etablierten Reformpartei, wobei insbesondere der Anpassungsprozess an parlamentarische Gegebenheiten analysiert wird.
3. Bewegungs- oder Wählerpartei
Michels untersuchte und beschrieb wie sich die SPD von einer anfänglich revolutionären Sozialdemokratie allmählich zu einer Reformpartei, kurz zur sozialdemokratischen Partei im heutigen Sinne entwickelte. Dieser Entwicklungsprozess wird allgemein als Revisionismus bezeichnet.
Da eine direkte Entscheidung aller über alles unmöglich sei, sind Michels zufolge Delegierte notwendig. Nach Michels entstand der Revisionismus aus der Tatsache, dass eine Partei ihren führenden Mitgliedern die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs bot. Es konnte dadurch beispielsweise aus einem Maurer ein Gewerkschaftsfunktionär oder aus einem Gewerkschaftler ein Abgeordneter werden. Michels stellte fest, dass sobald es in einer Partei, wie z.B. in der SPD, diese Möglichkeit des sozialen Aufstieg gab, die revolutionären Züge der Partei allmählich verschwänden: „Was interessiert sie das Dogma von der sozialen Revolution [noch]? Sie haben ihre eigene bereits durchgeführt.“
Dieser Veränderungsprozess einer Partei besteht Michels zufolge aus drei aufeinander folgenden Schritten. Im ersten Schritt entsteht eine stabile Führungsschicht, die Parteielite. Nachdem diese ihre Position in der Partei gefestigt hat, beginnt sie sich im zweiten Schritt zu verändern und durch den Umgang mit den Parteieliten der anderen Parteien „ruhiger“ und angepasster zu werden. Der dritte und letzte Schritt ist, nach Michels, dadurch charakterisiert, dass die Parteielite beginnt ihre Partei zu verändern und sich damit insgesamt den anderen, bereits bestehenden Parteien, anpasst.
1. Einleitung: Darstellung der Gründungsgeschichte der Grünen als Gegenmodell zu den etablierten Parteien und Formulierung der Forschungsfrage nach ihrer heutigen Normalisierung.
2. Protest- oder Reformpartei: Analyse der inhaltlichen und programmatischen Transformation anhand der vier Säulen des Gründungsprogramms von 1980 im Vergleich zum Grundsatzprogramm von 2002.
3. Bewegungs- oder Wählerpartei: Anwendung von Robert Michels' Theorie der Oligarchisierung zur Untersuchung der Herausbildung und Wandlung grüner Parteieliten.
4. Oppositions- oder Koalitionspartei: Untersuchung der Handlungsspielräume und Anpassungszwänge der Grünen durch die Regierungsbeteiligung und den Mechanismus des "retrospective voting".
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, dass die Grünen den Status einer Alternative verloren haben und zu einer etablierten Reformpartei geworden sind.
Die Grünen, Parteientwicklung, Oligarchisierung, Reformpartei, Protestpartei, Parteielite, Regierungsverantwortung, Grundsatzprogramm, Realos, Fundis, Koalitionsfähigkeit, Anpassung, parlamentarische Demokratie, Selbstverständnis, Macht.
Die Arbeit analysiert, ob sich die Partei "Die Grünen" von ihrem ursprünglichen Selbstverständnis als "Anti-Parteien-Partei" und außerparlamentarisches Gegenmodell zu einer "ganz normalen" etablierten Partei im deutschen Parteiensystem gewandelt hat.
Die Themen umfassen die programmatische Entwicklung über zwei Jahrzehnte, die Professionalisierung der Parteistrukturen, das Phänomen der Elitenbildung sowie die strategischen Herausforderungen durch Regierungsbeteiligungen.
Ziel ist es, den Transformationsprozess der Partei wissenschaftlich nachzuzeichnen und zu bewerten, inwieweit die Grünen die für etablierte Parteien typischen Prozesse wie Institutionalisierung und Entradikalisierung durchlaufen haben.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von Parteiprogrammen sowie die Anwendung der klassischen Oligarchisierungstheorie nach Robert Michels, um den Wandel der Grünen theoretisch zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Analyseschritte: den programmatischen Wandel, die soziologische Untersuchung der Parteielitenbildung und die Analyse des Verhaltens der Grünen als Regierungspartei im parlamentarischen Wettbewerb.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Oligarchisierung, Reformpartei, Regierungsverantwortung, Grundsatzprogramm, Parteielite sowie das Konzept des "retrospective voting".
Der Regierungsbeitritt erzwang eine programmatische Anpassung an institutionelle Zwänge und Koalitionslogiken, was dazu führte, dass viele ehemalige Kernpunkte der Identität hinter den Zielen des Regierungserhalts und der Machtteilhabe zurücktreten mussten.
Die Arbeit zeigt auf, dass das ursprüngliche Rotationsprinzip zur Vermeidung von Machtkonzentration mit der Zeit systematisch aufgeweicht oder umgangen wurde, da die Parteielite die Notwendigkeit von Kontinuität und spezifischer Qualifikation betonte.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Institutionen die Grünen stärker verändert haben als umgekehrt, obwohl die Partei durch das Einbringen neuer Themen und Perspektiven dennoch den politischen Diskurs und die Maßstäbe im System nachhaltig beeinflusst hat.
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