Diplomarbeit, 2009
98 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Das Konstrukt Alter
2.2 Positivität im Alter?
2.3 Zur Lebenssituation älterer Menschen
2.3.1 Körperliche und geistige Abbauprozesse
2.3.2 Kognitive Veränderungen im Sinne von Positivitätseffekten?
2.3.3 Die Langsamkeit des Alters
2.3.4 Verluste im sozialen Leben
2.3.5 Schwindende Lebenszeit und unverwirklichte Ziele
2.3.6 Psychische Erkrankungen im Alter
2.4 Differentielles Altern
2.5 Das erfolgreiche Altern und seine Indikatoren
2.6 Die Bedeutung von Emotionen und Emotionsregulation im Lebenslauf
2.7 Das Zwei-Prozess-Modell der Entwicklungsregulation
2.8 Die Sozioemotionale Selektivität der Emotionsregulation
2.9 Empirische Befundlage zum erfolgreichen Altern und zu Positivitätseffekten
2.9.1 Empirische Befundlage zum erfolgreichen Altern
2.9.2 Empirische Befundlage zu Positivitätseffekten
2.10 Das Konstrukt Gelassenheit
2.10.1 Philosophische Annäherung
2.10.2 Gelassenheit als psychologischer Begriff
2.10.3 Einordnung der Gelassenheit in den Emotionskanon
2.10.4 Die Emotion Ärger: der Gegenspieler zur Gelassenheit (State)
2.10.5 Gelassenheit als Persönlichkeitseigenschaft (Trait)
2.10.6 Forschungsbefunde zu Gelassenheit im Lebenslauf
2.10.7 Die Verknüpfung von Gelassenheit und Weisheit (Lebenserfahrung)
2.10.8 Die Einordnung der Gelassenheit in das Zwei-Prozess-Modell
3 Zusammenführung von Theorie und Empirie und Entwicklung der eigenen Fragestellung
3.1 Das Konstrukt Gelassenheit
3.2 Fragestellung
3.2.1 Differenzierte Sicht auf das Alter
3.2.2 Zusammenhänge zwischen Gelassenheit und Alter
3.3 Empirisches Vorgehen
3.4 Erhebungsinstrument
3.4.1 Beschreibung der verwendeten Skalen
3.5 Stichprobenbeschreibung
4 Ergebnisse
4.1 Gelassenheit: zugrunde liegende Dimensionen
4.2 Differenzierte Sicht auf das Alter
4.2.1 Prüfung von Unterschieden zwischen den Kohorten in soziodemographischen Merkmalen
4.2.2 Zusammenhänge zwischen Alter und Befindensmaßen
4.2.3 Zusammenhänge zwischen Alter und Bewältigungsdispositionen
4.2.4 Zusammenhänge zwischen Alter und Zielen sowie Zielanpassungsprozessen
4.3 Die Betrachtung der Gelassenheit
4.3.1 Zusammenhänge zwischen Alter und Gelassenheit
4.3.2 Moderatorwirkung der Bewältigungsdispositionen auf den Zusammenhang zwischen Alter und Gelassenheit
4.3.3 Einflüsse soziodemographischer Merkmale und des gesundheitlichen Zustandes auf Gelassenheitsmaße
4.3.4 Vorhersagen der Gelassenheit unter Berücksichtigung soziodemographischer Merkmale und Bewältigungsdispositionen
5 Diskussion und Kritik
5.1 Zusammenfassung der Befunde
5.2 Kritische Diskussion der Befunde
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Gelassenheit als potenzielles Entwicklungsphänomen im Alter und dessen Einordnung in den Lebensverlauf. Dabei wird insbesondere erforscht, ob und inwiefern sich mit zunehmendem Alter eine höhere Gelassenheit einstellt und wie Bewältigungsdispositionen diesen Zusammenhang moderieren.
2.3.1 Körperliche und geistige Abbauprozesse
Der menschliche Alterungsprozess ist von vielen negativen Veränderungen, sowohl in körperlicher als auch psychologischer Hinsicht, begleitet. Der alternde Mensch muss Verluste und Funktionseinbußen hinnehmen. Aus medizinischer Sicht ist neben einer Zunahme an Krankheiten sowie der Multimorbidität ein gehäuft chronischer Verlauf von Krankheiten festzustellen (vgl. etwa Gsell, 1973; Kruse, 1994). Das Konzept der Morbiditätskompression setzt dieser negativen Sicht positive Aspekte entgegen, da angenommen wird, dass Krankheiten auf eine sehr späte Lebensphase hinausgezögert werden können, womit ein langes Gesundbleiben möglich ist (siehe z.B. Fries, 2003).
Welche Veränderungen sind unausweichlich mit dem Alterungsprozess verknüpft, und lassen sich Folgen für psychologische Merkmale entdecken?
Die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt vollzieht sich über die Sensorik und Motorik, weshalb Veränderungen der Sinnesleistungen im Zuge des Alterungsprozesses aufschlussreich für Veränderungen psychologischer Natur sein können. Der Berliner Alterstudie (BASE) zufolge können altersbedingte Sinnesbeeinträchtigungen als Risikofaktoren für eine effektive Alltagsgestaltung deklariert werden (Marsiske, Delius, Maas, Lindenberger, Scherer & Tesch-Römer, 1996).
Studien zeigen eine Verschlechterung des Geruchssinns mit zunehmendem Alter, Gerüche werden weniger intensiv wahrgenommen und sind schwerer zu identifizieren, wobei für verschiedene Geruchsstoffe differentielle Alterseffekte vorhanden sind. Dagegen werden für den Geschmackssinn geringere altersbedingte Beeinflussungen berichtet (Bartoshuk & Weiffenbach, 1990). Beide Sinnesleistungen, Geschmack und Geruch wirken sich auf das Erleben des Menschen aus. Von größerer Relevanz sind jedoch das Sehen und Hören als bedeutsame Lieferanten der Informationen aus der Umgebung, die nicht zuletzt der Orientierung dienen. Altersbedingte Einschränkungen dieser sensorischen Qualitäten, (bezüglich des Wahrnehmungsprozesses sowie weiterer Aspekte der sensorischen Informationsverarbeitung) sind für psychologische Merkmale (z.B. Intelligenz) folgenreich (siehe Lindenberger & Baltes, 1994; Schneider & Pichora-Fuller, 2000).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Gelassenheit als potenzielles Entwicklungsphänomen im Alter zu verstehen, wobei die "Gelassenheitshypothese" und Positivitätseffekte als Ausgangspunkte dienen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert eine fundierte theoretische Basis durch die Analyse von Alternsprozessen, Emotionsregulation und bestehenden Modellen wie dem Zwei-Prozess-Modell, um das Konstrukt der Gelassenheit einzuordnen.
3 Zusammenführung von Theorie und Empirie und Entwicklung der eigenen Fragestellung: Hier wird aus der vorangegangenen Theorie die eigene Forschungsfrage hergeleitet und das empirische Vorgehen sowie die verwendeten Messinstrumente zur Erfassung der Gelassenheit dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der Überprüfung der faktoriellen Struktur der Gelassenheitsmaße sowie der Hypothesentestung bezüglich Alters- und Bewältigungseffekten.
5 Diskussion und Kritik: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse, der Einordnung in den bisherigen Forschungsstand sowie einer Diskussion über die Grenzen der Untersuchung und zukünftige Forschungsansätze.
Gelassenheit, Altern, Alterspsychologie, Emotionsregulation, Positivitätseffekt, Zwei-Prozess-Modell, Flexible Zielanpassung, Hartnäckige Zielverfolgung, Lebenszufriedenheit, Wohlbefinden, Bewältigungsstrategien, Ärger, psychische Gesundheit, Lebenslauf, Gerontopsychologie
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Gelassenheit und dessen Rolle sowie Entwicklung im Alter unter Berücksichtigung verschiedener Bewältigungsdispositionen.
Zentrale Themen sind das erfolgreiche Altern, die Bedeutung von Emotionen und Emotionsregulation über die Lebensspanne, das Zwei-Prozess-Modell der Entwicklungsregulation sowie die empirische Erfassung von Gelassenheit.
Das primäre Ziel ist die Exploration des Gelassenheits-Konstruktes und die Prüfung der Hypothese, ob Gelassenheit mit zunehmendem Alter tatsächlich zunimmt.
Die Studie basiert auf einer querschnittlichen Analyse von Fragebogendaten von 381 Probanden im Alter von 50 bis 85 Jahren, wobei unter anderem Faktorenanalysen und multiple Regressionsmodelle zum Einsatz kamen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Alter, Emotion, Gelassenheit) erarbeitet, gefolgt von der Herleitung der Fragestellung und der Darstellung des empirischen Vorgehens sowie der Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gelassenheit, Altern, Emotionsregulation, Positivitätseffekt, Flexible Zielanpassung sowie Hartnäckige Zielverfolgung.
Die querschnittliche Untersuchung konnte die Hypothese einer linearen Zunahme der Gelassenheit mit dem Alter nicht bestätigen; vielmehr zeigen sich komplexe Zusammenhänge, die stark von individuellen Bewältigungsstrategien beeinflusst werden.
Die "Flexible Zielanpassung" erweist sich als starker Prädiktor für Gelassenheit, wobei ihre protektive Wirkung im höheren Alter jedoch abnimmt. Die "Hartnäckige Zielverfolgung" zeigt ebenfalls signifikante Interaktionseffekte bei der Bewältigung von Ärgersituationen.
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