Bachelorarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 1,5
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Vorwort: Überall Sex
2 Theoretische Grundlagen
2.1 „Sex Sells“ – eine mediale Verkaufstaktik
2.2 Parallelen zum Fernsehinfotainment
2.3 Öffentlich-rechtliches vs. privates Fernsehen
3 Fragestellung und Hypothese
4 Stichprobe
4.1 Gesamtmenge
4.2 Stichprobe
4.3 Erhebungseinheit
5 Operationalisierung
5.1 Variablen
5.2 Merkmalsausprägungen
5.3 Kategoriesystem
5.3.1 Bildausschnitt
5.3.2 Sexualisierungsgrad
5.4 Punktesystem
5.4.1 Basis-Punktesystem A
5.4.2 Erweitertes Punktesystem B
5.4.3 Erweitertes Punktesystem C
5.4.4 Ausnahmefälle
5.4.5 Rechenbeispiele
5.5 Visualisierung
6. Ergebnisse
6.1 Ergebnisse: Brisant
6.1.1 Sendung vom 26. Mai 2008
6.1.2 Sendung vom 28. Mai 2008
6.1.3 Sendung vom 29. Mai 2008
6.1.4 Zusammenfassung
6.2 Ergebnisse: Taff
6.2.1 Sendung vom 3. Juni 2008
6.2.2 Sendung vom 9. Juni 2008
6.2.3 Sendung vom 10. Juni 2008
6.2.4 Zusammenfassung
6.3 Vergleich
7. Überprüfung der Hypothese
8. Interpretation
Die Arbeit untersucht vergleichend die Häufigkeit und Intensität sexualisierter Darstellungen von Frauen in Boulevard-Magazinen des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens, um zu prüfen, ob ökonomische Zwänge zur Massenattraktivität bei privaten Sendern zu einer stärkeren Sexualisierung führen.
2.1 „Sex Sells“ – eine mediale Verkaufstaktik
Mediawerbung als klassisches Marketinginstrument dient der Verbreitung werblicher Botschaften unter dem Gesichtspunkt kognitiver, affektiver und konativer Werbeziele. Als kognitive Ziele sind informationelle Ziele, etwa die Generierung von Publikumswissen über Produkte und Dienstleistungen anzusehen, affektive Ziele streben nach der Implementierung positiver emotionaler Assoziationen mit Produkten und Dienstleistungen. Konative – handlungsbezogene – Ziele fordern eine Kaufreaktion des Publikums. Werbeziele sind im Übrigen auch in Bezug auf eine zu erzielende Zustimmung für Personen sowie Unterstützungsbereitschaft und Wertpräferenzbildung für Botschaften zu sehen.
Vor dem Hintergrund einer Erklärung der „Sex-Sells-Verkaufstaktik“ spielen vor allem die affektiven Ziele der Werbung eine Rolle. Thomas Burzler und Rainer Rohstock beschreiben eine verkaufsfördernde Wirkung von sexualisierten Darstellungen in der Werbung, die auf Erkenntnisse der Lernpsychologie zurückzuführen sei: „Ein Thema, also auch ein Produktname oder eine Marke, prägt sich besser in das Gedächtnis ein, wenn es in einem emotional erregenden Kontext vermittelt und somit nicht nur betrachtet, sondern richtiggehend erlebt wird. Dass Sex und alle darauf abzielenden Informationen zu den stärksten Auslösern emotionaler Erregung zählen, ist unumstritten.“ Allerdings sind für die Erörterung des Sex-Sells-Phänomens noch weitere Thesen von Belang:
Werbung koppelt Botschaften an kulturelle Muster, vereinzelt kulturelle Erscheinungs- und Darstellungsformen und entkontextualisiert sie. Demnach wird (auch) der Mensch „typologisiert und reduziert auf weniges. Klischees und Stereotypen in der Menschendarstellung sind die Folge.“
Unter Einbeziehung der beschriebenen theoretischen Grundlagen betrachtet Jutta Velte sexualisierte Darstellungen von Frauen in der Werbung als ein Konstrukt von „Objekthaftigkeit“, das sich unter anderem in sexuellen Anzüglichkeiten ausdrücke. Sexualisierte Darstellungen setzten „die erotische Attraktivität der Frauen mit den Vorzügen eines Produkts gleich“.
1 Vorwort: Überall Sex: Der Autor führt in die Allgegenwart sexualisierter Darstellungen in Medien ein und formuliert das Ziel, die Häufigkeit und Intensität dieser Präsentationen in Boulevard-Magazinen des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens zu vergleichen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das "Sex-Sells"-Prinzip als affektives Marketinginstrument, stellt Parallelen zum TV-Infotainment her und differenziert zwischen den Finanzierungs- und Programmaufträgen von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
3 Fragestellung und Hypothese: Hier wird die Forschungsfrage konkretisiert und die Hypothese aufgestellt, dass das Boulevard-Magazin des privaten Senders signifikant mehr und intensivere sexualisierte Darstellungen enthält als das öffentlich-rechtliche Gegenstück.
4 Stichprobe: Der Autor definiert die untersuchten Formate ("Brisant" und "Taff"), erläutert die Auswahl der Stichprobe aus den Sendungen von 2008 und legt die Erhebungseinheit der Analyse fest.
5 Operationalisierung: In diesem Kapitel wird das methodische Kategoriesystem entwickelt, das Bildausschnitte und den Sexualisierungsgrad definiert sowie mittels verschiedener Punktesysteme eine messbare Auswertung ermöglicht.
6. Ergebnisse: Die gesammelten Daten werden für die Sendungen beider Magazine einzeln analysiert, tabellarisch aufbereitet, grafisch visualisiert und zusammengefasst.
6.3 Vergleich: Die Analyseergebnisse von "Brisant" und "Taff" werden einander gegenübergestellt, wobei die unterschiedliche Sendezeit durch eine Berechnung der Darstellungen pro Minute (DpM) vergleichbar gemacht wird.
7. Überprüfung der Hypothese: Die aufgestellte Hypothese wird bestätigt, da die Analyse eine deutlich höhere Quantität und Intensität sexualisierter Darstellungen im privaten Fernsehen belegt.
8. Interpretation: Der Autor reflektiert kritisch über die moralischen Implikationen der sexuellen Objektisierung von Frauen durch die "Sex-Sells-Industrie" und warnt vor der Wirkung dieser medialen Konstrukte auf die junge Zielgruppe.
Boulevard-Magazin, Sexualisierung, Fernsehen, Sex Sells, Infotainment, Medienethik, Frauenbild, Inhaltsanalyse, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privatsender, Quoten, Objektisierung, Bildausschnitt, Medienrezeption, Medienkritik
Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Ausmaß Frauen in Boulevard-Magazinen des deutschen Fernsehens durch visuelle Darstellungsweisen sexualisiert werden.
Die zentralen Themen umfassen die Anwendung des "Sex-Sells"-Prinzips im Fernsehen, den Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten sowie die medienethische Reflexion über die Objektisierung von Frauen.
Das Ziel ist es festzustellen, ob das Boulevard-Magazin eines privaten TV-Senders mehr und intensivere sexualisierte Darstellungen von Frauen beinhaltet als ein vergleichbares Magazin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Der Autor führt eine quantitative Inhaltsanalyse durch, für die er ein spezifisches Kategoriesystem und ein Punktesystem zur Bewertung der Sexualisierungsintensität entwickelte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Operationalisierung, die Darstellung der Einzelergebnisse der untersuchten Sendungen sowie den abschließenden direkten Vergleich der beiden Formate.
Die wichtigsten Begriffe sind Boulevard-Magazin, Sexualisierung, Sex Sells, Privatsender, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Inhaltsanalyse und Objektisierung.
Sexualisierung wird als eine Darstellungsweise verstanden, die visuell-erotische Aspekte durch die gezielte Hervorhebung weiblicher Körperbereiche wie Brüste, Schoß, Oberschenkel oder Gesäß betont.
Die Hypothese wurde bestätigt: Das untersuchte private Boulevard-Magazin weist eine signifikant höhere Anzahl und eine stärkere Intensität sexualisierter Darstellungen auf als das öffentlich-rechtliche Magazin.
Der Autor warnt davor, dass die mediale Objekthaftigkeit der Frau das junge Zielpublikum beeinflusst und ein reaktionäres Frauenbild fördern könnte, das Emanzipationserfolge in Gefahr bringt.
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