Diplomarbeit, 2006
171 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. Erklärungsansätze zur Entstehung von Suizidalität
1. Begriffliche Abgrenzungen
1.1 Selbstmord
1.2 Freitod
1.3 Suizidgedanken, Suizidversuch und Parasuizid
1.4 Suizid, Selbsttötung und Selbsttötungsabsichten
1.5 Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Suizid und Suizidversuch
1.6 Erweiterter Suizid, Doppelsuizid und Massensuizid
2. Epidemiologie und Suizidmethoden
2.1 Epidemiologie
2.2 Methodische Probleme der Erfassung von Suizid und Suizidversuch
2.3 Forschungsstrategien
2.4 Häufigkeiten von Suiziden und Suizidversuchen
2.4.1 Europäische Daten
2.4.2 Bundesdeutsche Daten (alte und neue Bundesländer)
2.5 Suizidmethoden
3. Suizidsignale
3.1 Risikofaktoren
3.2 Risikogruppen
3.3 Die suizidale Entwicklung
3.4 Motive für den Suizid
4. Diagnostik von Suizidalität
4.1 Das Erkennen und Einschätzen des Suizidrisikos
4.1.1 Allgemeine Aspekte
4.1.2 Suizidanamnese
4.1.3 Hinweise auf erhöhtes Suizidrisiko
4.2 Arten von Suizidalität
4.2.1 Manipulative Suizidalität
4.2.2 Resignative Suizidalität
4.2.3 Fusionäre Suizidalität
4.2.4 Antifusionäre Suizidalität
5. Erklärungsansätze zur Entstehung von Suizidalität
5.1 Soziologische Erklärungsversuche
5.1.1 Der Ansatz von Durkheim
5.1.2 Weitere soziologische Ansätze
5.2 Psychodynamische Erklärungsversuche
5.2.1 Einleitung
5.2.2 Die Aggressionstheorie von Freud und Abraham
5.2.2.1 Allgemeine Aspekte
5.2.2.2 Kritische Betrachtung des Depressionsmodells von Freud und Abraham
5.2.3 Die Narzißmustheorie von Henseler
5.2.3.1 Allgemeine Aspekte
5.2.3.2 Kritische Betrachtung der Narzißmustheorie Henselers
5.2.4 Objektbeziehungstheorie
5.2.4.1 Allgemeine Aspekte
5.2.4.2 Suizidalität im Rahmen des objektbeziehungstheoretischen Entwicklungsmodells
5.3 Der psychopathologische Ansatz von Ringel
5.3.1 Allgemeine Aspekte
5.3.2 Kritische Betrachtung des präsuizidalen Syndroms
II. Therapeutische Ansätze bei Suizidalität
6. Krisenintervention
6.1 Allgemeine Charakteristika von Krisen und Krisenintervention
6.1.1 Definition
6.1.2 Krisenverläufe
6.1.3 Aspekte von Krisen
6.1.4 Ziel der Krisenintervention
6.2 Interventionskonzept
7. Die Arche – eine Einrichtung der Krisenintervention
7.1 Grundkonzept
7.2 Das Team und die Zusammenarbeit
7.3 Die Klienten
7.4 Angebote und Arbeitsbereiche
7.5 Leitlinien der Arche
III. Reflektion
Die Arbeit untersucht theoretische Erklärungsansätze für Suizidalität (soziologisch, psychodynamisch, medizinisch) und leitet daraus ein praktisches Konzept für den therapeutischen Umgang mit suizidalen Menschen und Krisenintervention ab, mit dem Ziel, gesellschaftliche Tabus abzubauen und professionelle Helfer besser zu befähigen.
1.1 Selbstmord
Der Begriff „Selbstmord“ suggeriert meiner Meinung nach, dass es sich hierbei um einen strafrechtlich relevanten Tatbestand handelt es drängt sich die Frage auf, ob diese Auffassung auch wissenschaftlich haltbar ist. Laut Seyfried werden Suizidhandlungen im deutschen Sprachgebrauch erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts als Selbstmorde bezeichnet, seit der Zeit also, in der Suizide am rigorosesten verurteilt wurden (vgl. Seyfried, 1995, S. 10). Das liegt meiner Meinung auch daran, dass zu dieser Zeit die Suizidanten von der christlich geprägten Gesellschaft allseits geächtet worden sind und deshalb als „Mörder“, bzw. als Selbstmörder stigmatisiert wurden, denen als gerechte Strafe ein christliches Begräbnis verweigert werden musste. Bei genauerer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass sich der Selbstmordbegriff in sich selbst widerspricht, auch wenn er heute noch nach wie vor gebräuchlich ist.
Nach §211 StGB ist Mörder nämlich nur, „wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niederen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.“ (§211StGB, in: Seyfried, 1995, S. 10). Zieht man diese strafrechtliche Definition von Mord heran, so wird deutlich, dass der Suizid wohl kaum als Straftat, und damit nicht als Mord im eigentlichen Sinne aufgefasst werden kann; zum einen scheiden Mordlust, sexuelle Begierde, oder Habgier als Beweggründe für Suizid aus. Ob jemand aus niederen Beweggründen heraus sich das Leben nimmt, muß jeder für sich mit seinen sittlich moralischen Maßstäben beurteilen. Zum anderen ist es unmöglich, sich heimtückisch zu töten. Allerdings muß ich einräumen, dass auch grausame Suizide gelegentlich vorkommen ebenso wie gemeingefährliche Mittel durchaus mit im Spiel sein können, wenn man nur an die Verkehrsunfälle denkt, mit denen Selbsttötungen herbeigeführt werden und bei denen Unbeteiligte zu Schaden kommen. Inzwischen ist die Zahl derer, die sich auf diese Weise töten und dabei andere gefährden, wohl auch keine Randerscheinung mehr. Schließlich erscheint es auch nicht plausibel, mittels Suiziden Straftaten zu ermöglichen oder zu verdecken.
1. Begriffliche Abgrenzungen: Untersuchung verschiedener Fachbegriffe (Selbstmord, Suizid, Parasuizid) und deren kritische Einordnung im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext.
2. Epidemiologie und Suizidmethoden: Darstellung statistischer Grundlagen zur Häufigkeit von Suiziden und Suizidversuchen sowie eine Analyse methodischer Erfassungsprobleme und kultureller Unterschiede bei der Methodenwahl.
3. Suizidsignale: Analyse der Risikofaktoren, Risikogruppen, des Verlaufs suizidaler Entwicklungen und der zentralen Motive.
4. Diagnostik von Suizidalität: Beschreibung diagnostischer Vorgehensweisen, Strategien zur Einschätzung des Suizidrisikos und Kategorisierung spezifischer Arten von Suizidalität.
5. Erklärungsansätze zur Entstehung von Suizidalität: Detaillierte Untersuchung soziologischer, psychodynamischer und psychopathologischer Theorien zur Entstehung suizidalen Verhaltens.
6. Krisenintervention: Erörterung theoretischer und praktischer Aspekte der Krisenintervention, einschließlich Definitionen, Verläufen und spezifischen Interventionskonzepten.
7. Die Arche – eine Einrichtung der Krisenintervention: Vorstellung der Arbeitsweise und Angebote der Beratungsstelle „Die Arche“ als konkretes Beispiel gelungener Krisenintervention.
Suizidalität, Suizidprävention, Krisenintervention, Suizidversuch, psychische Erkrankung, Depressivität, narzisstische Kränkung, Objektbeziehungstheorie, suizidale Entwicklung, präsuizidales Syndrom, Beratung, psychosoziale Krisen, Suizidmotive, Autodestruktivität, Beziehungsgestaltung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Verständnis von Suizidalität, ihren Entstehungsursachen aus soziologischer und psychologischer Sicht sowie mit der praktischen Anwendung von Krisenintervention in der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Suizidforschung, diagnostische Verfahren zur Einschätzung des Suizidrisikos, diverse Erklärungsmodelle (z.B. von Durkheim, Freud, Ringel) und praktische Ansätze der Beratung ab.
Das Hauptziel ist es, Hintergrundwissen über Suizidalität zu vermitteln, um professionelle Helfer für den Umgang mit suizidalen Klienten zu sensibilisieren und ihnen praktische Interventionsmöglichkeiten an die Hand zu geben.
Es handelt sich um eine theoretisch-wissenschaftliche Arbeit, die auf der Analyse und kritischen Betrachtung bestehender Fachliteratur und theoretischer Ansätze der Suizidologie basiert.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zunächst werden theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung von Suizidalität analysiert, anschließend folgen praxisorientierte Kapitel zu Diagnostik, Krisenintervention und der Arbeit einer spezialisierten Einrichtung.
Wesentliche Begriffe sind Suizidalität, Krisenintervention, Suizidprävention, psychodynamische Erklärungsansätze und die Rolle professioneller Helfer in der Beziehungsgestaltung.
Henseler sieht in der Kränkung eine Störung des narzisstischen Gleichgewichts. Fällt dieses System aus, neigt der Betroffene zu Größenphantasien oder Minderwertigkeitsgefühlen, was bei narzisstisch labilen Menschen in suizidale Handlungen münden kann, um den harmonischen Primärzustand wiederherzustellen.
Es beschreibt drei zentrale Elemente – Einengung, Aggressionsumkehr und Suizidphantasien –, die in der Phase vor einem Suizid typischerweise auftreten und Helfern als diagnostischer Hinweis dienen können.
Die Arche ist als ambulante Hilfseinrichtung spezialisiert auf die Beratung von Menschen in suizidalen Krisen und füllt eine Versorgungslücke zwischen medizinischer Akutversorgung und langfristiger Therapie, wobei der Fokus auf niedrigschwelliger, beziehungsorientierter Beratung liegt.
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